Alebe Traubensaft Fruchtschorle ist hier verabreicht worden
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Dieser junge Mann hier hat mit seinen 3 Lebensjahren schon einige Karieserfahrung. Die Mutter des damals 2-Jährigen kam im Nov. 2005 erstmals zu mir in die Sprechstunde, mit der Bitte, eine Zweitmeinung zur Behandlungsnotwendigkeit in Vollnarkose abzugeben.Bedauerlicherweise fertigte ich damals kein Foto von den Zähnen an. Denn darauf wäre zu sehen gewesen, dass die Zähne schon damals genauso zerstört aussahen, wie jetzt. Kann das sein? Eigentlich wären doch jetzt völlig zerlegte Schneidezähne und dicke Entzündungen an den Wurzeln zu erwarten gewesen.
Im Erstgespräch im Nov. 2005 überraschte ich die entgeisterte Mutter mit der Feststellung, dass das Fiasko ziemlich sicher auf Flüssigzucker in Form von irgendwelchen Säften und Tees beruhen müsse - ohne zu wissen, was der Kleine konsumierte. Alleine schon die Verteilung der Karies oben zu unten legt diesen Schluss nahe. Bingo! Treffer und versenkt! Der angehende Zahnarztgroßkunde umspülte seine Zähne bis zu diesem Tag mit Alebe (Name aus Sicherheitsgründen verändert) Traubensaft Fruchtschorle.
Danach nicht mehr. Jetzt nach einigen kleineren Ausbesserungsarbeiten hauptsächlich der 4er mit Glasionomerzement und ein Jahr später präsentiert sich die Situation absolut entspannt: keine frische Karies mehr, alle 5er kariesfrei(!), und offenbar auch die Tiefstkaries an den oberen Schneidezähnen noch gerade so rechtzeitig gestoppt, dass die Zahnnerven das überlebt haben. Zumindest ist auf dieser Aufnahme keinerlei Anzeichen von Entzündungen im Bereich der Wurzel zu erkennen - und im Mund auch nicht zu ertasten.
Fazit: Alebe Fruchtschorle zur rechten Zeit weggenommen erspart die Vollnarkose, das Zahnziehen und die Kinderprothese. Das war einfach. Natürlich hat eine solche Vorgehensweise auch einen Haken - für den Zahnarzt. Denn der verzichtet bei der hier beschriebenen "Nicht"-Behandlung auf einen ziemlichen Batzen an Umsatz und Gewinn. Eine "Gesamtsanierung" in Vollnarkose bringt dagegen Bares: es geht relativ flott und spielt ordentliches Kassen- und Privatgeld ein.
Wie so häufig kollidiert wieder einmal die Ethik mit der Monetik. Wer dabei wohl gewinnt?
Aktualisiert (Sonntag, den 28. März 2010 um 12:29 Uhr)





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