Spalten unter Kunststoff

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Welches Füllungsmaterial

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Der Kollege Dr. Christoph Becker hat mir diese Bilder zur Verfügung gestellt, die er mit einem Auflichtmikroskop (Studio II mit binokularem Einblick und langen Objektiven von Hertel &Reuss, Kassel, bzw. Gerhardt-Optik, Naumburg) an selbst behandelten Zähnen angefertigt hat.Bild 1: Oben befindet sich Komposit, unten Schmelz. Das "Netz" im Schmelz sind die Schmelzprismen mit einem Durchmesser von etwa 20 ym (Mikrometer)Bild2: Oben ist Komposite unten Dentin. Die "Löcher" im Dentin sind die sogenannten Dentinkanälchen mit Durchmesser von etwa 1 bis 3 ym (Mikrometer). Die Schicht zwischen Komposite und Dentin besteht aus Kleber (TEGDMA etc.)Bild3: wie Bild2, aber höhere Vergrößerung und leicht geänderte Schliffebene. Man beachte die Verzapfung des Kunststoffs in die Dentinkanäle. Bild 4a und 4b: In 4a befindet sich oben Komposite und unten Schmelz, dazwischen klafft ein Spalt von mindestens 5ym. Im Bild 4b ist oben Komposite und unten Dentin. Auch dazwischen ist Luft, ca. 3 bis 10 ym von rechts nach links größer werdend.


Dazu der Originalkommentar von Dr. Chr. Becker:
Ich habe zweimal in den Sommerferien meine Praxis in ein kleines Forschungslabor verwandelt und vergeblich versucht perfekte Kompositefüllungen an extrahierten Zähnen von Menschen und Rindern zu legen. Natürlich habe ich alle erreichbare Literatur und jede Menge Fortbidlungen zum Thema konsumiert.
Fazit war, dass systematisch perfekte Kompositefüllungen nicht möglich sind. Es reißt immer irgend etwas. Wenn der Rand dicht ist reißt der Schmelz, das Dentin oder das Komposite.



Kommentar: exakt das Gleiche habe ich (Joachim Wagner) ebenfalls im Jahr 1995-1997 versucht: Komposite 100% dicht zu bekommen. Es ist nicht machbar. Auch nicht mit Lupenbrille, Liebe zum Detail oder Zeit ohne Ende.
Dass zur Zeit kaum ein Wissenschaftler auf diese offenen Stellen hinweist, ist nichts geringeres als ein Skandal. Es wird so getan, als ob der Komposite schon das Gelbe vom Ei für die Zähne wäre. Davon ist der Kunststoff aber meilenweit entfernt.

Aktualisiert (Sonntag, den 28. März 2010 um 13:46 Uhr)

 

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