Karies im Leerlauf
| Karies praktisch und theoretisch |
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Bild 1 Am 18. März 2003 wurde bei Frau S.G. (42) u.a. eine Initialkaries (beginnende Karies) am Zahn 23 distal festgestellt. Im Schema findet sich dieser Zahn in der oberen Reihe bei der rechten 3, dort zeigt die Grafik eine gelbrotes Feld. |
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Bild 2 Hier sehen Sie den denselben Zahn 23, fotografiert im Oktober 2009, also 6 1/2 Jahre später. Die Pfeile weisen zur Karies, die seit 2003 regelmäßig halbjährlich angeschaut und als nicht behandlungsbedürftig eingestuft wird. |
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Bild 3 Natürlich werden jetzt viele Kollegen/innen sagen, dass ich hier als behandelnder Zahnarzt eine Politik des "supervised neglect" = überwachte Vernachlässigung betreibe. Und zwar dadurch, dass ich eine deutlich sichtbare Dentinkaries mit eingebrochenem Schmelz jahrelang vor sich hin köcheln lasse. |
Zugegebenermaßen
ist dieser Fall als grenzwertig einzustufen. Aber auch hier gilt: "Quod licet est jovum, non licet est bovum" = Was Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen noch lange nicht erlaubt. Es gehört ein gutes Maß an Erfahrung mit der Geschwindigkeit von Karies und der Einschätzung eines konkreten Patienten auf seinen akuten Karieszuwachs dazu, um keinen Schiffbruch mit solchen gewagten Methoden zu erleiden.
Warum
zeige ich das hier? Weil außer mir sonst fast keiner zeigt, dass
- Karies in den meisten Erwachsenenmündern eine Fortschrittsgeschwindigkeit von nahe Null hat *)
- auch ein eingebrochenes Stück Schmelz keine absolute Behandlungsnotwendigkeit herstellt.
- das Management der Mundbedingungen, also die Anzahl der Saftmißbräuche, die Menge des täglichen Fluornachschubs durch die Zahnpasta und die Menge des spontanen Speichels viel wichtiger für das Schicksal der Zähne sind als die Reparaturbemühungen des Zahnfachmanns.
Aktualisiert (Samstag, den 31. Oktober 2009 um 11:57 Uhr)







Das ich das...