Uni Halle: Schmerzen im Kopf, Bauch, Rücken oder Gesicht in72% der Jugendlichen

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PD Christian Hirsch und Coworker (u.a. Prof. Dr. Jens C. Türp) haben justament in der Quintessence International eine Prävalenz Studie (Vorkommen) über Schmerzen bei Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren vorgestellt. Darin wird das Vorkommen von 4 offenbar auch parallel auftretender Schmerzen ermittelt. Die Repräsentativität der Untersuchung wurde durch eine Randomisierung (Zufälligmachung) der ausgewählten Schulklassen aus ca. 24.000 registrierten Schülern der städtischen Umgebung von Halle realisiert.

Den Jugendlichen wurden Fragen gestellt wie "Hast du im letzten Monat Kopfschmerzen gehabt". Als Antwortmöglichkeit gabe es "mehr als einmal im Monat, einmal im Monat, nie". Diese Angabe wurde weiter verfolgt "Wenn du Kopfschmerzen hattest, war der Schmerz für dich nur lästig, oder hat er dich beeinträchtigt", mit der Antwortmöglichkeit "sehr schlimm beeinträchtigt, schlimm, ein bißchen, nicht". Die Jugendlichen füllten selbst die Fragebogen aus, wurden dabei aber durch eine trainierte Zahnarzthelferin unterstützt, die die Vollständigkeit der Fragebogen prüfte und bei Schülerinnen die Frage nach Menstruation und Schmerzen durch die Menstruation weiter erklärte. Dies ist wichtig, wie weiter unten gezeigt wird.

Ergebnisse: von den ca. 1.100 effektiv befragten Schülern antworteten 72% im letzten Monat mindestens eine der 4 Schmerzen gehabt zu haben. Die Reihenfolge der Schmerzen war: Kopfschmerzen 50%, Bauchschmerzen mit Menstruation 36% ohne 27%, Rückenschmerzen 31% und Gesichtsschmerzen 15%. Satte 15% der Jugendlichen haben Kopfschmerzen mehr als einmal pro Woche! 5% Gesichtsschmerzen mehr als einmal pro Woche. Mädchen waren signifikant (nicht mehr durch Zufall erklärbar) häufiger betroffen, bei Kopfschmerzen 1:1,2 bei Bauchschmerzen 1:3, bei Gesichtsschmerzen 1:1,6.

Innerhalb des letzten Monats haben 14% der Schüler einen Arzt und/oder Zahnarzt wegen der Schmerzen aufgesucht (männlich:weiblich 17%:11%) . Tabletten wurden mehr als einmal pro Woche konsumiert von 13% (weiblich:männlich 16%:11%).

Diskussion: Diese reine Tatsachenfeststellung von Vorkommen von Schmerzen ohne genauere Untersuchung der Gründe dafür, hat den großen Vorteil, ganz unvoreingenommen die relativ erschreckend hohe Anzahl an durch Schmerzen beeinträchtigten Jugendlichen klarzustellen. Es ist egal, warum es Kopfschmerzen gibt. Wichtig ist es, zur Kenntnis zu nehmen, dass die angeblich "fehlerfreien" durch Abnutzung und ernstere Krankheit noch nicht wirklich gebeutelten Kinder eine ziemlich hohe Rate an Schmerzen eine Minderheit (15%) darüberhinaus auch noch ziemlich ernste Probleme damit haben. Die Zahlen sind von denen der Erwachsenen gar nicht so verschiedenen, wenn auch etwas niedriger.

Was die Untersuchung überhaupt nicht anspricht, ist die für Zahnärzte wichtigste Frage: woher kommen die Gesichtsschmerzen? Von kaputten und arthritischen Gelenken wohl kaum. Und warum haben einige der Mädchen gleichzeitig alle 4 Schmerzarten? Es handelt sich um den harten Kern von 3% der Befragten. Das ist doch kein Zufall. Das hat System und zwar eins, dass nichts mit den konkreten Geweben vor Ort zu tun hat.

Am Beispiel der Bauchschmerzen ist sonnenklar, dass ein ganz großer Einfluss von der Menstruation ausgeht. Diese Untersuchung zeigt bei Gesichtsschmerzen eine Gefälle von Mann zu Frau von 1:1,6 zu Lasten der Frauen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Kieferknochen, -gelenk und -muskeln von Mädchen anders aufgebaut sind, als die von Jungs. Warum also dieser Unterschied? Es bleibt interessant die Folgeforschung dazu abzuwarten, die hoffentlich Licht in diese Unklarheiten bringt.

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