Zahnärzte überschätzen die eigenen Therapieerfolge gewaltig

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Eine Bonner Forschertruppe unter Prof. Dr. Nadstawek, Poliklinik Anästhesiologie der Uni Bonn, ist der Frage nachgegangen, wie werden Patienten mit Dauerschmerzen im Gesicht versorgt.

520 Zahnarztpraxen und Kieferchirurgen aus dem Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Bonn wurden angeschrieben, mit der Bitte Fragebogen für Patienten mit chronischen Schmerzen im Gesicht auszufüllen. Es sollten die diagnostischen Methoden, die durchgeführten Therapien, die Verwendung von numerischen Schmerzskalen, apparativen und medikamentösen Verfahren aufgeführt werden

Immerhin antworteten 72 Praxen (doch so viele) und meldeten 985 Patienten. Heraus kam dabei
  • Myoarthropathie (40,2%),
  • Kopfschmerzerkrankungen (18,2%)
  • atypische Odontalgie (17,0%).
  • Vorausgegangene Operationen oder Traumata (41,9%),
  • weibliches Geschlecht (66,8%),
  • häufige Arztwechsel (54,6%)
  • lange Schmerzdauer (61,1% >6 Monate)
Genau 7% der Praxen hatten überhaupt Methoden, um Schmerzen numerisch zu erfassen. Die Therapie bestand zu 15,7% aus medikamentös-analgetischen, zu 47,7% aus chirurgischen Verfahren. Ein schmerztherapeutisches Konsil erfolgte lediglich bei 12,5% der Patienten.

Im Fazit der Forscher kommt zum Ausdruck, dass nach wie vor bei chronischen Schmerzen hauptsächlich mit Handwerker-Methoden vorgegangen wird, keine vernünftige Erfassung der Schmerzen passiert und der Einsatz von Medikamenten viel zu kurz kommt und die vielbeschworene interdisziplinäre Zusammenarbeit schlicht nicht stattfindet.

Die wichtigste Bemerkung in diesem Zusammenhang steht im Vorwort: Sehr viele dieser chronischen Schmerzpatienten wechseln nach einem erfolglosen Therapieversuch den Behandler. Das bedeutet, dass Behandler systematisch weniger Mißerfolge zu sehen bekommen, als sie verursachen. Wenn man dann noch sieht, dass die Zielgröße der Bemühungen, und das sind für die Leidenden ganz klar ihre Schmerzen, von den meisten Praxen noch nicht einmal halbwegs reproduzierbar erfaßt wird, muss man sich da noch über irgendetwas wundern?

Und die 72 von 520 Praxen gehören zum "aufgeweckteren Drittel". Mann o Mann. Thema verfehlt, setzen, 6.

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