Eines der wichtigsten Tierexperimente mit Kunststoff-Bonder

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1994 haben zwei Schwergewichte der internationalen Füllungsmaterial Forscher eine wegweisende Studie mit Affen veröffentlicht. Dr. C.F. Cox ist seit den 70er Jahren in diesem Forschungszweig aktiv und hat seine "Lehre" als Forscher bei den schwedischen Bakterienspezialisten namentlich Dr. G. Bergenholtz und W.J. Loesche begonnen. Dr. J. Kanka III ist der Abkömmling einer forschenden Zahnarztdynastie. Wenn solche Leute experimentelle Forschung an Primaten durchführen, handelt es sich eben nicht um die berüchtigten Kosmetikverträglichkeitstests, sondern um echte Grundlagenforschung.

Methode: An 5 gesunden erwachsenen Rhesus Affen wurden 112 Zahnhalsfüllungen in die Zähne geschliffen und für 3, 25 und 80. Tage beobachtet. Die Löcher wurden versorgt mit
  • All-Bond Primer auf trocken gepustetes Dentin, darüber Scotchbond-Adhesive aber keine Füllung
  • All-Bond Primer auf leicht feuchtes Dentin, darüber Scotchbond-Adhesive aber keine Füllung
Das All-Bond Dentinprimer System Anfang der 90iger Jahre funktionierte mit Anätzen des Dentins mit 35%iger Phosphorsäure und anschließendem Auftragen der Primer Mischung aus HEMA, Aceton, TEG-DMA u.ä.. Die hinter diesem Versuchsaufbau stehende Fragen waren: ist Phosphorsäure als Chemie problematisch für die Pulpa, ist die Bonderchemie evtl. für die Odontoblasten kritisch und natürlich: ist der Bonder per se bakteriendicht?

Als Negativ Kontrolle dienten Füllungen mit Zinkoxyd-Eugenol (ZNO-Eug) , als Positiv Kontrolle Füllungen aus Silikatzement. Von ZNO-Eug ist bekannt, dass es stark zytotoxisch wirkt und deshalb in Experimenten an Zähnen im Mund sehr gut als bester Bakterienkiller verwendet werden kann. Anders ausgedrückt: alle Proben mit ZNO-Eug zeigen nur solche Veränderungen, bei denen Bakterien als Ursache ausgeschlossen werden kann.Als Gegenpol dazu diente Silikatzement, das ist eine Mischung aus Phosphorsäure und Silikatpulver, auch bekannt unter dem Namen "Steinzement" und "Stahlzement". Von diesem Material weiß man aus früheren Untersuchungen, dass es katastrophal undicht ist. Das heißt also, dass alle Proben mit Silikatzement genau die Veränderungen zeigen, die durch praktisch freien Zugang von Bakterien aus dem Speichel in das Innere des Zahns entstehen.Alle 5 Tiere hatten jeweils alle verschiedenen Materialkombinationen im Mund. Mittels Pentobarbital Infusion wurden die Tiere nach einem festgelegtem Zeitschema getötet, die Zähne ganz frisch als Block entnommen und für die mikroskopische Analyse sorgfältig aufbereitet.

Ergebnis: Alle Silikatzementfüllungen zeigten die stärksten Entzündungszeichen der vitalen Pulpa (Zahnnerv) in allen 3 Beobachtungszeiträumen, ZNO-Eug die geringsten. Die Dentintubuli (ganz feine Kanälchen im Zahnbein) der am schlimmsten entzündeten Pulpen zeigten anfärbbare Bakterienkolonnien. Die nicht gefüllten aber mit Bonder versehenen Löcher hatten überwiegend wenig Entzündungszeichen der Pulpa. Auch fanden sich unter dem Bonder selten anfärbbare Bakterien.

Schlußfolgerung:
  • Silikatzement schädigt die Zähne durch eine katastropahle Undichtigkeit gegenüber Bakterien
  • ZNO-Eug ist zwar zytotoxisch (= tötet im direkten Kontakt Zellen ab), wirkt sich aber im Mund genau entgegengesetzt aus und führt zu ausgezeichneten Befunden der untersuchten Pulpen.
  • Der Bonder ist - wenn keine Kunststoff-Füllung draufgeklebt wird - weitgehend bakteriendicht und die zum Anätzen benutzte Phosphorsäure beschädigt die Zellen nicht erkennbar.
Bemerkung des Berichterstatters: Das zeigt, dass der Kleber prinzipiell funktionieren würde, wäre da nicht die Schrumpfung des Komposites beim Belichten und die Beweise für ein erhebliches Nachlassen der Klebewirkung im Laufe eines einzigen Jahres.

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