Der Kassen-Gutachter als Feinbild

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Der Gutachter als Freund und Helfer ist passee, gefragt ist heute offenbar der Typ: wie kann ich der Krankenkasse noch gehorsamer vorauseilen?

Für die Nichteingeweihten: die gesetzlichen Krankenkassen können jeden Zahnersatzplan von Zahnärzten begutachten lassen. Die dafür vorgesehenen Gutachter sind - wenn sie nicht gerade gutachten - ganz gewöhnliche Zahnärzte, dürfen aber trotzdem Planungen ablehnen, wenn ihnen das Geplante nicht gefällt.

Nun zum Fall: das ist ein Hardcore (HC) Knirscher. Der Patient ist seit 1990 bei uns ununterbrochen in Behandlung. 1990 erhielt der P. eine Teleskopprothese OK mit Ersatz nach hinten: 1. Bruch 22 nach 3 Monaten, 1993 Schiene, März 94 Bruch Verblendung 13, Aug 94 Bruch im Metall (!)Teleskop 23, Sept 94 UF OK, Mai 98 Bruch 22, Juni 98 Bruch 22, Jan 99 Bruch 22, März 99 Bruch Verbl. 23. - zusammen 8 Reparaturen. Zahnarzt und Patienten wünschten sich jetzt einen Schlussstrich. Darum gabe es eine neue Versorgung Mai 1999 mit Teleskopkronen auf 14-23 und bedingt abnehmbarer Brücke aus Gold und Kunststoffverblendung. Seitdem war nur eine WF am 12 nötig (das ist der abgebrochene auf dem unteren Foto), an der Brücke selber war, trotz der Bärenkräfte die da einwirken, keine Reparatur notwendig.

Heute - 8 Jahre später - präsentiert sich die Arbeit wie oben gezeigt. Schaut man mit einer Lupe auf die Rückseite der oberen Schneidezähne, dann wird eine massive Kaltverformung der harten Goldlegierung (Orplid H wie Hart) deutlich, die durch entsprechende Kräfte des Unterkiefers passiert ist.

Nun kommt der Gutachter: weil ich unten auf 33,34 und 43,44 ganz einfache Schutzkronen beantragt hatte, um diese Zähne vor dem Runterknirschen zu schützen, durfte sich auch der AOK Gutachter zum Gesamtkunstwerk äußern. Anstatt die 4 Kronen abzunicken, fängt der Mann die grundsätzliche Debatte an. Leider hat er vom Konzept eines Hardcore Knirschers keine Ahnung, weshalb er allen Ernstes im Gutachten schreibt: die Erweiterung des teleskopierenden Zahnersatzes im Oberkiefer bis 17,27 ist Voraussetzung für die Versorgung im Unterkiefer.

Aha. Er will also im Oberkiefer wieder die Konstruktion von 1990 reinbauen, die damals schon kläglich scheiterte. Dazu sage ich: no way. Begründung:
  1. HC Knirscher verformen massive harte Goldlegierungen, der hier gezeigte P. ist kein Einzelfall
  2. HC Knirscher respektieren herausnehmbaren Ersatz allenfalls als Spielzeug, das nach kürzester Zeit überall hingedrückt wird, wo es hin nachgibt
  3. Massive reine Metallkonstruktionen, die unbedingt auf Zähnen abgestützt sein müssen, sind überhaupt in der Lage, mittelfristig den rohen Kräften Paroli zu bieten.
  4. Der zentrale Fehler in der Versorgung dieses Patienten wurde in dem Moment begangen, als die 6er (große dicke Backenzähne) gezogen wurden. Das hätte unbedingt verhindert werden müssen. Wer glaubt, das jetzt mit lächerlichen Plastikzähnen ausgleichen zu können, kriegt auch sonst nicht viel mit.
Fazit: das läuft auf reine Privatkronen raus.

Für die mitlesenden Kollegen/innen: in der alten Modellgußprothese taucht eine Dauerbaustelle ständig auf: die Verblendung 22. Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie im Gold vom 22 die Schrägschneise, die die Unterkieferzähne da "reinpflügen". Und dann sind die Teleskope 13,11,21 blank und die Teleskope 14,23 belegt. Warum? Die leichte Zementierung der Außenteleskope hat - wie immer - an den Außenzähnen versagt. Stellen Sie sich das jetzt als festsitzende Arbeit vor. Dann ist wieder mal alles am Ende.

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