Implantate werden billiger - nicht vielleicht, sondern garantiert

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SchwachSuper 

Heute war der Vertreter einer kleinen mittelständischen Goldkochfirma aus dem Schwäbischen da (DNT). Die Geschäfte mit Dentalgold laufen dem Vernehmen nach wohl ziemlich mau, dafür hat der rührige Inhaber einen neuen und offensichtlich perfekten Ersatz gefunden: Abutments für alle Fabrikate (Straumann, Nobel ....) als Nachbau in jedem Material in jeder gewünschten Ausführung und Präzision. Das ist der Fluch der sagenhaft niedrigen Stückkosten der Implanthersteller. Straumann z.B. kalkuliert mit irgendwelchen 10% bis 15% effektiven rohen Herstellungskosten für seine Implantteile. Der Rest ist Vertrieb, Werbung und Profit. Also nochmal zum Mitschreiben: 85% bis 90% der bezahlten Endpreise für Implantate ab Hersteller geht für den Vertrieb oder die Werbung drauf oder ist reiner Profit, hat also nichts mit den Herstellungs- oder den Materialkosten zu tun. Kein Wunder also, dass der Aktienkurs von Straumann sich noch einmal auf aktuell 400 SFr verdoppelt hat.

Nun hat also der findige Schwabe herausgefunden, dass auf der einen Seite diese Abutments (Aufbauten auf die "Dübel" im Knochen) von den Originalherstellern sehr teuer verkauft werden, aber auf der anderen Seite auf deutschen CNC Automaten für ziemlich kleines Geld ganz leicht vom Band geordert werden können. Darauf hätte man auch schon früher kommen können. Konkret sieht die Rechnung so aus: Ein Straumann Zirkon Abutment kostet als Original ca. 300 Euro. Der CNC Fräser will für das nachgebaute Fastoriginalteil mit Saugpassung (also richtig gute Passgenauigkeit in Zirkon!, sagt der Vertreter) ca. 60 Euro haben. Daraus macht der schwäbische Händler dann den Zahnarzt Endverbraucher Preis von 200 Euro incl. heftigem Natural Rabatt, Garantieleistungen und Iso 9000 Dokumentation. Unter dem Strich ergibt das für den Zahnarzt einen Endpreis von 150 Euro. Damit verdient der Zahnarzt endlich einmal wieder etwas Geld an verkauften Artikeln - und kann die Ware auch noch ohne irgendeine Qualitätseinbuße erheblich billiger verkaufen. Und das ist erst der Anfang. Denn was spricht dagegen, das ganze Geschäftsmodell richtig aufzubohren, und zwar:

  • Abutments (Aufbauten) aus Titan und Zirkon im großen Stil für die volumenmäßig wichtigsten Implantatmodelle fräsen lassen und über aggressive Preismodelle in den Markt zu drücken?
  • Die volumenstärksten Implantate selbst zu kopieren und leicht verändert auf den zu Markt bringen mit Preisabschlägen bis 60% gegen den Originalhersteller zu attraktivieren?
  • Oder gleich ins Volle: die Wertschöpfungskette Implant-Krone-Implantspezialpraxis komplett in eine Hand zu nehmen?
  1. Die KettenSpezialpraxis Abteilung hält sich günstige zahnärztliche Schrauber, die in den "Schraubstationen" den Patienten diese ImplantatsWare zu einem Einheitstarif in die Kiefer drehen, bei dem den niedergelassenen Mitbewerbern nur noch schwindelig wird.
  2. Die CNC Abteilung holt sich die gerade abgelaufenen Implantpatente von Nobel, Camlog etc. und produziert die Teile innerhalb von 2 Monaten als Lohnauftrag bei einem deutschen Fräszentrum für 20 Euro pro Stück (Implant oder Abutment).
  3. Und die Zahnersatz Abteilung läßt sich die Kronen für 80 Euro das Stück komplett in Shenzen (Volksrepublik China) gießen, mit Keramik verblenden und wieder hierher karren.
  4. Dann ist alles zum Alditarif unter einem Dach versammelt und kann im Stil des palettenweisen Abverkaufs zu ganz anderen Kursen als heute realisiert werden. Das einzige was noch fehlt, ist der Herr McDent, der die Gelddruckmaschine richtig in Betrieb nimmt. Herr Brandenburg erscheint dafür eher nicht geeignet.

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