Folgender Fall: Meine zahnärztliche Assistentin beantragt für einen 42- jährigen Patienten eine

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Folgender Fall: Meine zahnärztliche Assistentin beantragt für einen 42- jährigen Patienten einen neuen Unterkiefer Zahnersatz, weil der alte Teleskop-Kronen getragene Ersatz buchstäblich zerlegt ist. Das ist auf dem oberen Bild zu sehen: dort ist die Teleskopkrone samt Stift tief unten einfach abgebrochen. Die AOK Leverkusen ist so freundlich und schickt jeden Plan oberhalb der Summe von ca. 2.000 Euro zum Gutachter. Diesmal zu unserem Lieblingsdoktor S. aus Leverkusen-O. Dr. S. ist bekannt für eine 90%ige Ablehnquote, drum ist er auch bei der AOK so beliebt. Ohne zu sehr ins Detail einzusteigen, soll diese Aussage genügen. Er sagt im Gutachten, dass laut (seiner) Richtlinie die Zähne 34,33 und 44,45 (das sind alle Wurzelbehandelten = mit weißem Material in der Wurzel) gezogen werden müssen. Das zeigt dreierlei:
  • Herrn S. interessiert der Mensch hinter dem Plan nicht. Dass da jemand jetzt gerade mal 42 Jahre ist und wahrscheinlich eine ganz lange Zeit noch eigene Zähne brauchen wird, ist nicht das Problem des Doktor S. von Gottes Gnaden Gutachter und Herr über Sein und Nichtsein.
  • Hätte Dr. S. auch nur einmal in die ihm vorliegenden Unterlagen geschaut, dann wäre klar geworden, dass die Wurzelfüllungen im oberen Bild vorletzter Zahn 33 und unteren Bild letzter Zahn 45 ganz frisch sind, und deshalb auch keine Knochenheilung zeigen können.
  • Herr Dr. S. hat im Laufe seiner respektablen Laufbahn (er müßte über 60 sein) offenbar nicht viel über Kaudynamik, Überlebensstatistik von Teleskopersatz und Kräfteverteilung dazugelernt. Schon das obere Röntgenbild zeigt doch, wohin die Reise in diesem Mund geht, wenn versucht wird, an einzelnen T-Zähnen einen immer größeren Modelguss festzumachen: es bricht. Ist das so schwer zu sehen? Und damit es noch spannender wird, will der Gutachter ein paar Zähne mehr ziehen.
Der Gutachter gehört auf einen Truppenverbandsplatz oder ins Museum. Unser Patient hat einen anatolischen Nachnamen, da kann es auch sein, dass Stratege S. noch andere Gedanken hat. Es soll jüngere und weniger standhafte Kollegen/innen geben, die sich von Dr. S. Richtlinien Geschwafel beeindrucken lassen und daraufhin die aktive Körperverletzung nach Anweisung des Vorgesetzten am Patienten vollziehen. Das sind die, die früher alle unschuldig waren, weil sie ja nur die Befehle ausgeführt haben.

Meine Assistentin ist angewiesen, nichts dergleichen zu tun.

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0#1PLPL2011-12-01 09:34
wie ist dieser Fall denn ausgegangen?
Grüsse aus Berlin, pl
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