Versiegelungen sind häufig nicht dicht

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Das branchenweit angewandte Verfahren zum Versiegeln bleibender Molaren verläuft im Prinzip folgendermaßen:
(das Bild zeigt auf dem vorderen Zahn eine Kunststoff-Versiegelung, und auf dem hinteren Zahn eine GIZ = GlasIonomerZement Versiegelung, die wir in der Praxis bevorzugen)

  • Reinigung der Fissuren mit Hilfsmitteln (Scaler, Ultraschall, Bürste, Sandstrahler ..)
  • Ätzen der Schmelzoberfläche mit 35% Phosphorsäure
  • Abspülen mit Wassser und Trocknen
  • Auftragen des Kunststoff-Versieglers
  • Lichthärtung
Die Haftung des Versieglers auf dem Schmelz beruht auf der durch das Anätzen mit Säure gewaltigen Aufrauhung der Oberfläche, in deren Struktur das Kunstharz eindringt und dadurch mit dem Schmelz dicht verzahnt. Die Methode kommt aus der Füllungstechnik mit Kunststoff, die seit über 40 Jahre mit der Schmelz-Ätztechnik arbeitet. Und dort ist aus experimentellen Studien schon lange bekannt, dass selbst geringste Wassermengen auf der angeätzten Schmelzoberfläche die Haftung völlig zunichte macht, und selbst eine kurze Benetzung mit Speichel, der anschließend mit Luft entfernt wird, den Schmelz/Kunststoff Verbund erheblich beeinträchtigt.

Eine brasilianische Studie ist der Frage nachgegangen, wie dicht Versiegelungen werden, die nach dem Ätzen noch kurz mit Speichel in Kontakt kommen, dann getrocknet und danach wie immer verarbeitet werden. Das Ergebnis ist sehr ernüchternd: 94% dieser Versiegelungen sind undicht. Verwendet man aber vor dem Versiegelungskunststoff ein Detin-Bond System, dann sinkt die Rate auf unter 7%. Wenn man sich jetzt noch vergegenwärtigt, dass im wirklichen Leben geschätzte 95% aller Versiegelungen ohne Kofferdam im sabbernden 6-jährigen Kindermund irgendwie auf den Zahn getan werden, dann wundert man sich eher darüber, dass trotzdem nicht allzuviel schiefgeht. In unserer Praxis verwenden wir vorzugsweise GIZ zum Versiegeln.

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