Update zu Amitriptylin - was gibt es Neues?

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SchwachSuper 

Lesen Sie dazu die Artikel  Leitlinien für die Behandlung neuropathischer Schmerzen schon seit 2002   und Augenschmerzen und Kopfschmerzen aus der Rubrik Chronische Schmerzen

Gestern habe ich in der Medline Suchmaschine diese Begriffe eingegeben "amitriptyline acute pain". Die Recherche galt zunächst der Frage: kann ein Antineuropathikum, das definitionsgemäß für Schmerzen eingesetzt wird, die mit normalen Schmerzmitteln nicht beeinflussbar sind, normale Schmerzen unterdrücken?
2008 #2
the therapeutic effect of amitriptyline implicates the endogenous opioid system, in particular the delta- and the kappa-opioid receptors. For comparison, we tested the anticonvulsant gabapentin and showed that it alleviates neuropathic allodynia after 3 days of treatment. Naloxone had no effect on gabapentin therapeutic benefit, showing that antidepressants and anticonvulsants alleviate neuropathic allodynia through independent mechanisms. Ultrakurzzusammenfassung: im Mäuseversuch mit teilabgebundenem Beinnerv wirkt Amitriptylin nur bei längerer Anwendung gegen neuropathische Schmerzen, dazu ist das Funktionieren der Opioid Rezeptoren Delta und Kappa notwendig. Gabapentin wirkt unabhängig von diesen Opioid Rezeptoren über andere Mechanismen.

2007 #10
These results show that acute amitriptyline treatment preserved morphine's antinociceptive effect in morphine-tolerant rats Ultrakurzzusammenfassung: gibt man Ratten fortgesetzt Morphium, werden diese schnell Morphium tolerant, insbesondere sinkt auch die schmerzstillende Wirkung von Morphium. Eine akute Behandlung mit Amitriptylin macht die Toleranz nahezu rückgängig.

2007 #11
At high doses, the opioids fentanyl, morphine, and tramadol had full efficacies for all pain parameters tested. Antagonism experiments with naloxone (10 mg/kg s.c.) or its peripheral analogue methylnaltrexone (10 mg/kg s.c.), suggest that the analgesic effects of fentanyl were predominantly mediated by centrally located mu-opiate receptors. Acetaminophen, the non-steroidal anti-inflammatory drug indomethacin, and the COX-2-inhibitor celecoxib did not significantly improve pain behavior. The tricyclic antidepressants amitriptyline and desipramine significantly reduced spontaneous pain behavior but this only at sedative doses; the serotonin reuptake inhibitor fluoxetine had limited efficacy. Also with the anticonvulsants lamotrigine, topiramate, and gabapentin limited or no efficacies were found. Ultrakurzzusammenfassung: der schlimmste Schmerz überhaupt scheint der Durchbruchsschmerz von Knochenkrebs zu sein. Ein Mausmodell mit experimentellem Osteosarkom im Oberschenkelknochen wird hier mit verschiedenen Schmerzmittelklassen im Durchbruchsmoment getestet. Dabei zeigen sich die Opioide Fentanyl, Morphin und Tramadol voll wirksam und zwar über die zentral (Hirn) liegenden Mu-opioiden Rezeptoren. Paracetamol, Indomethacin und Cox2 Hemmer machen keine erkennbare Wirkung. Amitriptylin und Desipramin reduzieren das spontane Schmerzverhalten der Tiere, aber nur bei hohen sedierenden Dosierungen, Fluoxetin (Prozac etc.) hat kaum Effekt. Lamotrigin, Topiramat und Gabapentin sind ebenfalls praktisch unwirksam.
2006 #19
One of the children ingested 97.5 mg/kg amitriptyline and probably died due to status epilepticus and another child who died ingested 36 mg/ kg amitriptyline and died due to cardiopulmonary arrest. Ultrakurzzusammenfassung: 44 Kinder mit einer akuten Amitriptylin Vergiftung wurden in die Untersuchung einbezogen. Alle mit einer Ausnahme hatten die Tabletten mit Schmerztabletten verwechselt. Die Kinder waren zwischen 12 Monate und 14 Jahre alt. Von den 44 Kindern verstarben nur 2, ein Kind hatte 97,5 mg/kg Amitriptylin verschluckt und starb wahrscheinlich an einem Dauerkrampfzustand des Großhirns und ein weiteres Kind mit 36 mg/kg Amitriptylin starb durch Herzstillstand. Alle anderen Patienten erholten sich innerhalb von spätestens 4 Tagen von alleine.

2006 #25
In contrast, after 2 weeks of treatment, no significant differences were found between amitriptyline and placebo, suggesting that tolerance had developed to the impairing effects of amitriptyline. Ultrakurzzusammenfassung: Die Untersuchung gilt der Frage, ob die Dauereinnahme von 25mg/Tag Amitriptylin wegen neuropathischer Dauerschmerzen die Fähigkeit zum Autofahren beeinträchtigt. Im doppelblinden Versuch ergeben sich am Anfang Unterschiede, die aber nach 14 Tagen verschwinden. 2005 #26
The results suggest that amitriptyline, even at low dosages of 25 mg, affects performance after acute administration in chronic neuropathic pain patients. After 2 weeks of treatment, performance appears to be unaffected. No deficits in processing capacity due to amitriptyline treatment were found. Ultrakurzzusammenfassung: Hier werden chronische Neuropathiker mit unterschiedlich schwierigen optischen Reaktionstest geprüft. Dabei zeigt sich zu Beginn einer Behandlung mit Amitriptylin eine Verlangsamung der Reaktion, die aber nach 14 Tagen wieder verschwindet. Der Versuch ist doppelblind und Placebo kontrolliert. The effects of acute, systemic administration of amitriptyline, duloxetine and mirtazapine (antidepressant drugs that variously affect extracellular noradrenaline and serotonin levels) and the selective serotonin reuptake inhibitor (SSRI) citalopram were compared in rat models of experimental pain. None of the drugs (all 3-30 mg/kg, i.p.) affected acute nociceptive responses as measured in the tail flick test. In the hot plate test, duloxetine and mirtazapine significantly increased (P<0.05) the nociceptive response latency, whereas amitriptyline and citalopram were ineffective. Ultrakurzzusammenfassung: Dänen haben sich der Frage gewidmet, welche schmerzdämpfenden Effekte  die Substanzen Amitriptylin, Duloxetin (Cymbalta), Mirtazapin und Citalopram bei verschiedenen Schmerzarten im Rattenmodell auslösen. Im "tail flick test"*), der die akute Schmerzsituation darstellt, verändern alle 4 Substanzen gar nichts. Im "hot plate test" **) erhöhen die Substanzen Duloxetin und Mirtazapin signifikant (P<0,05) die schmerzhafte Reaktion und Amitriptylin und Citalopram sind ohne Effekt. *) Tail flick test
This apparatus consists of a shutter-controlled lamp as a heat source (Bioseb). Three consecutive trials with an interval of about 1–2 min are performed at different sites of the tail. For each trial, the tail of the animal is placed under the heat source. The time taken by the animal to flick its tail is recorded (cut off 20 s).

**) Hotplate test
The mice are placed into a glass cylinder on a hot plate adjusted to 52°C (Bioseb) and the latency of the first reaction (licking, moving the paws,) or jump is recorded. Two consecutive trials with an interval of about 15 min are performed. The first trial ends either immediately after the mouse displays the first reaction or after 30 s if it does not show any sign of pain. The second trial ends either immediately after the mouse displays a jump or after 3 min if it does not show any jump.

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