Gesichtsschmerzen ohne CT Befunde sind neurologisch

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Laryngoscope. 2001 Apr;111(4 Pt 1):581-6. 

Endoscopy-negative, computed tomography-negative facial pain in a nasal clinic.
West B, Jones NS.

Department of Otorhinolaryngology, University Hospital, Nottingham, UK.

 opg-plastic.jpg

 

 

ZIEL: Es soll herausgefunden werden, was die verursachenden Gründe für die Gesichtsschmerzen von Patienten der Hals-Nasen-Ohrenklinik der Universität Nottingham, UK, sind, die unauffällige Befunde bei der nasalen Endoskopie und dem computerisierten Tomogramm (CT) der Nasennebenhöhlen (z.B. Kieferhöhle) haben.

STUDIEN DESIGN: Es handelt sich um eine retrospektive (rückwärtsgewandte) Analyse einer Menge von 973 Patienten, die nacheinander zur Klinik kamen mit Nasen- und Nebenhöhlen-  und/oder Gesichtsschmerzen.

METHODE: Wir untersuchten die Patienten Akten von 973 auf einander folgenden Patienten mit Schmerzsymptomen im Bereich der Nase/Kieferhöhle oder des Gesichts und besonders 101 Fälle mit Gesichtsschmerzen, bei denen es keine objektiven Nachweise von nasaler Erkrankung nachgewiesen durch nasale Endoskopie oder CT Aufnahme gab. Die Diagnose wurde bestimmt nach dem Ergebnis und der Behandlung nach einer durchschnittlichen Zeit von 2 Jahren und 2 Monaten.

RESULTAT: 101 Patienten hatten als herausragendes Symptom nur Schmerzen, dabei aber eine normale nasale Endoskopie (also ohne Befund) und normales CT der Nasennebenhöhlen. Keiner dieser Patienten reagierte günstig auf eine medizinische oder chirurgische Behandlung einer - von manchen HNO Behandler bezeichneten - "okkulten" Nasennebenhöhlen Erkrankung. Eine neurologische Diagnose erhielten dagegen 99 Patienten. 80 Patienten davon wurden erfolgreich medikamentös gegen die neurologische Diagnose behandelt, 8 Patienten erlebten eine Spontanheilung, 7 reagierten auf keine Art der Behandlung, 2 wurden in der Folgezeit nicht mehr gesehen, und 2 verweigerten jegliche Behandlung.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die Mehrzahl der Patienten, die mit Gesichtsschmerzen in eine HNO Klinik kamen, aber keine auffälligen Befunde im Bereich der Nasennebenhöhlen hatten (was durch Endoskop und CT gesichert wurde) reagierten gut auf eine neurologische Behandlung und  chirurgische Eingriffe waren unnötig. Solche Patienten sollten zuerst eine Versuchsreihe mit einer medikamentösen Therapie erhalten, z.B. niedrig dosiertes Amitriptylin für 6 Wochen als Mittel der ersten Wahl, bevor irgendeine chirurgische Behandlung angedacht wird.

 

Kommentar: Wer es sehen will, sieht es. Es gibt eine erhebliche Menge an Schmerzen in den Fachgebieten des Kopfes, die eben nichts mit den Knochen, Schleimhäuten usw. zu tun haben.  Der Ursprung dieser Schmerzen liegt ein paar Zentimeter höher. Das ist die Botschaft auch dieser wissenschaftlichen Arbeit aus England des Jahres 2001 von HNO Kollegen.

Interessant ist auch das Zahlenverhältnis zwischen den "normalen" HNO Patienten und den Neurologischen. Aus 973 aufeinander folgenden Patienten der HNO Klinik entpuppten sich 101 als neurologisch verursacht, was einer Quote von etwa 10% entspricht. Es ist davon auszugehen, dass das Klientel einer HNO Klinik vorsortiert ist im Sinne eines verstärkten Auftretens der schwierigen Fälle. Deshalb kann die Quote von 10% nicht auf die Bevölkerung übertragen werden. Sie gibt aber eine ungefähre Vorstellung von der Größenordnung an: 1% bis 10% aller HNO Fälle.

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