Selbst eine Fachzahnarztausbildung soll nichts mehr wert sein!

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masterlingual.jpg Pressemitteilung des Berufsverbandes der Allgemeinzahnärzte in Deutschland

BVAZ
Die Auswüchse der Masteritis: Selbst eine Fachzahnarztausbildung soll nichts mehr wert sein!

Das marketinginduzierte Kleinreden des im Studium und vor allem in der Praxis erworbenen Wissens und Könnens macht auch vor den Fachzahnärzten nicht halt: Auch die Fachzahnärzte für Kieferorthopädie sind nach Ansicht der Hochschule nicht mehr uneingeschränkt berufsfähig: „Die kieferorthopädischen Fakultäten, denen vom renommierten DIMDI ein eklatantes Defizit in der wissenschaftlichen Forschung bescheinigt wird [1], haben die Chuzpe, für knapp 16.000 Euro einen Master of „Lingual Orthodontics” anzubieten“[2], kommentiert Dr. Günter Kau, Präsident des Berufsverbandes der Allgemeinzahnärzte (BVAZ), „Hier wird ein Randbereich der KFO zum Master-Fachzahnarztgebiet hochstilisiert. Die Hochschulen lassen keine Gelegenheit aus, die Mastertitel jetzt auch noch im Vergleich zur Fachzahnarztausbildung als hochwertiger erscheinen zu lassen.“

Nach Ansicht des BVAZ wird inzwischen jede Ausbildung systematisch schlecht geredet, um selbst Fachzahnärzten unsinnige Mastertitel verkaufen zu können. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) leiste dieser Demontage Vorschub, weil sie immer noch nicht von der unseligen Änderung der Musterweiterbildungsordnung lassen wolle, so der BVAZ. Der Verband kündigte weiteren Widerstand gegen die schleichende Abwertung der zahnmedizinischen Abschlüsse und bestehenden Fachzahnarzttitel an und rief die Fachzahnarztverbände auf, sich wie schon viele andere zahnärztliche Vereine und Verbände der „Allianz gegen die Änderung der Weiterbildungsordnung“ anzuschließen. „Der Schritt zum Master of Totalprothesenreinigung ist sonst nicht mehr weit!“, kommentiert Kau die Auswüchse der inzwischen endemisch auftretenden Masteritis.

Fachzahnärzte und Allgemeinzahnärzte sind nun gleichermaßen betroffen: „Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch den Oralchirurgen von einer Hochschule attestiert wird, dass es oralchirurgische Verrichtungen wie beispielsweise die Weisheitszahnentfernung gebe, für deren lege-artis-Ausführung man gegen Geld einen Master of Science erwerben müsse, wenn man sich nicht als Fachzahnarzt mit eingeschränktem Leistungsspektrum oder Spezialist Zweiter Klasse fühlen wolle“, kommentiert der BVAZ-Präsident die Anstrengungen von Hochschulen sarkastisch, die Lehre wenn schon nicht zu verbessern, dann doch wenigstens zu versilbern.
[1] W Frank, K Pfaller B Konta: Mundgesundheit nach kieferorthopädischer
Behandlung mit festsitzenden Apparaten; Schriftenreihe Health Technology
Assessment, 2008, Band 66, 1. Auflage

[2] Medizinische Hochschule Hannover: M.Sc. Lingual Orthodontics

Diese Pressemitteilung als PDF: http://www.bvaz.de/BVAZ-Presse-160708.pdf

Berufsverband der Allgemeinzahnärzte in Deutschland BVAZ
Geschäftsstelle: Fritz-Hommel-Weg 4 - 80805 München
Tel. 089 - 36 18 030 - mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - www.bvaz.de

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