TMD Patienten und irritabler Darm

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Int J Prosthodont. 2008 May-Jun;21(3):201-9.Links

Irritable bowel syndrome patients versus responding and nonresponding temporomandibular disorder patients: a neuropsychologic profile comparative study.

Faculty of Dentistry, Catholic University of Rio Grande do Sul, Brazil. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

PURPOSE: This study aimed to assess the use of neuropsychologic tests as a tool to differentiate, or not, between a nonresponding chronic pain condition of nonmuscular origin, irritable bowel syndrome (IBS) (n = 20), versus 2 pain conditions of muscular origin, responding (n = 36) and nonresponding (n = 24) temporomandibular disorders. MATERIALS AND METHODS: The neuropsychologic tests used were the simple and multiple-choice reaction-time tests, California Verbal Learning Tests, the Brown-Peterson Consonant Trigram Auditory Memory Test, Sleep Assessment Questionnaire, and Beck Depression Inventory, as well as fatigue and energy level assessments (100-mm visual analog scale). RESULTS: Most of the tests used were capable of significantly differentiating between responding TMD versus IBS patients. Conversely, no statistically significant difference was found between nonresponding TMD versus IBS patients. Overall, the nonresponding TMD and IBS groups did worse in the neuropsychologic assessment than the responding TMD group, with higher memory deficits, levels of depression and fatigue, more sleep disturbances, and lower energy levels. CONCLUSIONS: These data suggested that 2 nonresponding chronic pain conditions of different origins may share similar neuropsychologic test results compared to a responding condition. These findings are consistent with the hypothesis that nonresponding chronic pain disorders, irrespective of peripheral location, may be regulated centrally and have similar neuropsychologic impacts.


Übersetzung: Das Krankheitsbild irritierbarer Darm und auf Behandlung reagierende bzw. nicht reagierende TMD (=CMD) Patienten: eine neuropsychologische vergleichende Studie


Zweck: Diese Studie versucht die Brauchbarkeit von neuropsychologischen Tests als Werkzeuge zu ermitteln, um die Krankheitsbilder von nicht auf Behandlung reagierenden chronischen Schmerzen nichtmuskulären Ursprungs, nämlich irritabler Darm (engl. = irritable bowel syndrome) (IBS) mit 20 Versuchspersonen (n =24) gegen 2 andere Schmerzzustände muskulären Ursprungs, nämlich auf Behandlung reagierende (N = 36) und nicht reagierende (n = 24) Temporomandibuläre Disorder = TMD (auf deutsch ungefähr = CMD) zu vergleichen.
Material und Methoden: Die verwendeten neuropsychologischen Tests waren 1) der einfache multiple-choice Reaktionszeit Test, 2) der California Verbal Learning Test (misst wortbezogene Gedächtnisleistungen), 3) der Brown-Peterson Consonant Trigram Auditory Memory Tes t (misst das Kurzzeit Gedächtnis), 4) der Sleep Assessment Questionnaire (misst die Schlafqualität), und 5) der Beck Depression Inventory (misst die aktuelle Befindlichkeit) und 6) den Erschöpfungs- und Energielevel auf einer 100 mm langen Skala (also 0 bis 100).
Ergebnis: Die meisten der verwendeten Tests waren in der Lage, die auf Behandlung reagierenden TMD Patienten von IBS Patienten signifikant zu unterscheiden. Umgekehrt konnten die Tests keinen signifikanten Unterschied zwischen nicht auf Behandlung reagierende TMD Patienten und IBS Patienten ermitteln. Generell hatten diese beiden Gruppen, also die nicht auf Behandlung reagierenden TMD und IBS Patienten, schlechtere Ergebnisse in den neuropsychologischen Test. Dazu gehörten höhere Gedächtnis Ausfälle, höhere Werte in Depression und Erschöpfung, mehr Schlafstörungen und niedrigere Energielevel.
Schlussfolgerung: Die Daten hier legen nahe, dass 2 nicht auf Behandlung reagierende chronische Schmerz Erkrankungen verschiedenen Ursprungs gleiche Ergebnisse in neuropsychologischen Tests erbringen verglichen mit Erkrankungen, die auf Behandlung reagieren. Solche Erkenntnisse stimmen überein mit der Annahme, dass nicht reagierende chronische Schmerzerkrankungen - unabhängig von ihrer Verteilung im Körper - möglicherweise zentral gesteuert werden und deshalb ähnliche neuropsychologische Ergebnisse haben.


Kommentar: Was ist an dieser Studie bemerkenswert?  Sie ist 1) von 2008, 2) erstellt in Brasilien, 3) von einer zahnmedizinischen Fakultät und verwendet 4) keinen einzigen zahnmedizinischen Begriff abgesehen von TMD, dafür 5) jede Menge neuropsychiatrischer Tests. Ganz lapidar gehen die Forscher hier von auf Behandlung reagierender TMD und nicht reagierender TMD aus, was insofern wichtig ist, weil einem hier in Deutschland verkauft wird, dass die CMD vom "CMD-Spezialist" immer behandelt werden kann. In Deutschland reicht bekanntlich die immer gleiche Abfolge von Funktionsanalyse, Kronen, Physio- und Osteowhatever und - Simsalabim - ist die CMD im Griff. Wenn wir uns jetzt aber das Resultat dieser Studie anschauen, wonach 24 "nonresponder TMD" Patienten nicht nur nicht auf eine Therapie reagieren, sondern "höhere Gedächtnis Ausfälle, höhere Werte in Depression und Erschöpfung, mehr Schlafstörungen und niedrigere Energielevel" aufweisen, dann fragt sich eben, warum solche Erkenntnisse in Deutschland systematisch nicht erforscht werden. Zumindeste erkenne ich keinerlei Bemühungen der in Frage kommenden Personen, sich von ihren Lieblings Spielzeugen, wie Computer für Bissanalyse, CT oder MRT auf die eigentlichen Problembereiche umzuorientieren.

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