Das Provisorium hält zu lange

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Lesen Sie auch die Artikel Starkes Argument für GlasIonomerZement (GIZ) im Kindermund und  6er Versiegelung mit Glas-Ionomer-Zement aus der Rubrik Karies praktisch und theoretisch

sany0003.jpg Bereits 2005, also vor 3 Jahren, erhielt unser Patient die provisorische Füllung auf seinem Zahn 37, welcher im gezeigten Foto unten zu sehen ist. Die Rede ist von der hellen Glas Ionomer Zement Füllung Richtung Zunge.

Heute erscheint der gute Mann wieder, diesmal ist es der 36, an dem er sich einen Höcker abgeknackst hat. Genau wie vor 3 Jahren hat sich nicht etwa die Amalgamfüllung gelockert, sondern es ist ein Stück Zahn fliegen gegangen. Gut zu sehen ist auch, dass Karies hierbei offensichtlich keine Rolle spielt, denn die frische Bruchfläche ist - für Karies völlig untypisch - tischeben und geht durch Schmelz und Dentin ohne Absatz durch.

Was ist die angemessene Behandlung hier? Denkbar sind hier 21 Möglichkeiten, angefangen von einer neuen großen Amalgamfüllung (die ich im übrigen befürworten würde) über diverse Kunststoff / Keramik Fleißübungen bis hin zu Kronen.  Ich habe meinem Patienten zu Vollmetallkronen auf 37 und 36 geraten, mindestens aber zu Teilkronen aus Gold. Dafür gibt es Gründe:

  • a) wer seine eigenen Zahnhöcker abknirscht, schafft das mit Kunststoff und Keramik spielend,
  • b) für Vollmetall Teile muss vergleichsweise wenig geschliffen werden,
  • c) die Abdeckung aller Höcker verhindert den nächsten Bruch,
  • d) untere 6er und 7er müssen nicht unbedingt weiß sein,
  • e) die Zähne müssen noch 40 Jahre funktionieren, das werden sie bei dem Biss ohne Metall nicht schaffen.
  • f) die sogenannte adhäsive Verstärkung von Zähnen mit Kunststoff Bonder und Keramik funktioniert hauptsächlich auf dem Papier.

Zurück zu der weißen Glas Ionomer Zement (GIZ) Füllung von vor 3 Jahren. Damals hat der Patient schon einen Kostenplan für eine Teilkrone in Gold auf dem 37 mitbekommen, denn dieser "Höckerersatz" aus GIZ war nicht für 3 Jahre gedacht. Dummerweise hat das Provisorium aber gehalten. Inzwischen blicke ich auf mehr als 100 ähnlicher Höckerersatz Füllungen in GIZ zurück. Die Versagensquote liegt erstaunlich niedrig, ganz sicher unter 10% pro Jahr. Im konkreten Fall hier erhält der Patient auch auf seinen 36 wieder ein solches Provisorium. Wir sind gespannt, was diesmal zuerst passiert: a) der nächste Bruch woanders, b) ein herausgebrochenes Provisorium oder c) ein Termin für die vernünftigen Metallteile.

Für die mitlesenden Kollegen: Wer in einer solchen Situation freiwillig wieder das ganze Amalgam rausbohrt und dann was weißes Plastisches einfüllt, egal was, der hat zu wenig Arbeit.  Denn dann fängt das Übel an: entweder wird der Zahn überempfindlich bei direkt gebondetem Plastik, oder die Plastikfüllung geht fliegen, wenn eine Unterfüllung verwendet wird, oder die Riesen GIZ Füllung wird zu schnell runtergebissen. Weiß bedeutet in solchen Fällen: Trouble. Bei Knirschern fange ich solche Experimente nicht mehr an. Entweder entscheidet sich der Patient für vernünftige Lösungen aus Metall oder er läßt es sein.

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