Sort of Implanteur

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SchwachSuper 

Lesen Sie dazu auch die Artikel DZW macht planmäßige Gehirnwäsche für Zahnärzte   und Kompromiss Buch von Dr. H. Schrenker   aus der Rubrik Fortbildung

 

Der Engländer meint mit "sort of" das nicht so brilliante Drittel von etwas. In unserem Fall geht es um Meister Dr.Dr. S. aus B., der im notorischen Problemblättchen des dentalen Blätterwaldes "ZMK" aus dem Spitta Verlag in der Ausgabe 6/2008 einen Implantatfall aus seiner Hand reichlich bebildert abdrucken läßt. In einem eingerückten viertelseitigen Kasten werden wir zunächst darüber informiert, dass Dr. S. von 1988-1997 studiert und promoviert hat. Weitere 6 Jahre hat er sich fortgebildet in der Schweiz, USA und der ehemaligen UdSSR. Seit 2003 bohrt er auf eigene Rechnung. Und dann kommt (Zitat) "Referententätigkeit bundesweit und international. Themen: Alloplastische Defekt- und rekonstruktive Chirurgie, Implantologie bei reduziertem Knochenangebot, umfangreiche Kieferrekonstruktionen und implantologische und prothetische Sofortversorgung. Autor deutscher und internationaler Publikationen ...Ausrichter und Leiter von zertifizierten klinischen Kursen zur Postgraduiertenausbildung für spezielle operative Techniken, Defektrekonstruktion und Implantologie."

Jau. Schauen wir uns zunächst an, was Meister S. auf der Seite 388 bis 392 uns als Fall Nummer 3 präsentiert.

 

 sany0019.jpg Das ist das einzige Röntgenbild, das uns unser Hauptdarsteller gönnt. Und die Qualität der Darstellung der später gezogenen Zähne ist nicht nur hier auf dem Computerbild schlecht. Auch in der abgedruckten Variante sind die Oberkiefer Schneidezähne beim besten Willen nicht beurteilbar.
 sany0018.jpgSelbst auf dieser Kopie der Kopie erscheint das Zahnfleisch weitgehend entzündungsfrei und es gibt praktisch keine Zeichen für eine Taschenbildung.
 sany0017-2.jpg Hier gibt uns der Implanteur ein weiteres Beweisfoto in die Hand, auf dem ziemlich gut die Erhaltungsfähigkeit der Beisser abgebildet ist. Dabei ist der Mann gar nicht blond.
 sany0017-1.jpg

Beweisfoto 4 erhärtet den Verdacht, dass hier parodontal leicht erhaltbare Zähne geopfert wurden. Für die Nichtfachleute: die rötlichen Zonen auf den Wurzeln hatten alle Knochenkontakt. Über die Zähne 14 und 24 können wir meinetwegen diskutieren, über die einwurzligen Frontzähne besser nicht. Die sind der Zange aus schwer nachvollziehbaren Gründen zum Opfer gefallen.

 

Nebenbei: der Patient ist ein Profi - Opfer für Zahnärzte. Schauen Sie sich den Zahn 21 noch mal an. Die Krone auf dem Zahn ungefähr in der Mitte hat Doktor "Schleifschneller" in der Ausführung Stufenpräparation verbrochen. (13 = links davon, ist nicht viel besser). Und wozu der Vorbehandler Nummer 2 vier Stück Brackets auf eine festsitzende Brücke klebt, erschließt sich auch nur dem Abrechnungskundigen.

 sany0016-1.jpgDieses Foto zeigt, dass a) der Kieferfkamm 12,11 (die Zone ohne Wunde)  sichtbar schmal ist und b) der rechte Eckzahn 13 (im Bild links) schon vor dem Abnehmen des Zahnfleischs außen einen erheblichen Verlust von Knochenhöhe = Zahnfleischhöhe hatte.
 sany0016.jpgFür jeden Nichtfachmann gut zu sehen sind die  Knochenwanddefekte an der Außenwand beider ehemaligen Eckzähne. 
 unbenannt.jpgFür dieses Bild bewundere ich - ganz ehrlich - den Kollegen. Er hat den Mut uns einen eindeutigen Anfängerfehler direkt vor die Nase zu setzen. Schauen Sie sich die Stelle 12 gelber Pfeil) an. Das ist da, wo ein Loch vorhanden ist, aber kein Implantat. Unser Protagonist (Herr S.) hat hier schlicht und ergreifend zu weit vorne gebohrt. Die Außenwand ist weg. Drum hat er auch darauf verzichtet, hier ein weiteres (fest eingeplantes) Implantat hineinzustecken.
 sany0015-1.jpgDie deutlich sichtbaren Gewindegänge des Sofortimplantats 13 (das ist die Schraube etwas links der Bildmitte mit den ofenenen Gewindegängen) würden mich als Behandler nicht nur beunruhigen. Sie würden mich veranlassen, hier energische Maßnahmen zu ergreifen.
 sany0013_copy.jpg Und zwar genau diese Maßnahme des Zuspachtelns mit alloplastischem (Fremd) Material eher nicht. Herr S. schreibt, dass er hier Ostim (synthetisches Knochenersatzmaterial) verarbeitet hat. Halten wir zunächst fest, dass a) das Eckzahnimplantat 13 zu lockeren 30% von Ersatzspachtel umgeben ist und b) der frisch gebohrte Knochendefekt für den misslungenen 12 mit weißer Substanz aufgeschüttet wurde. Von einer Verwendung des sichereren Eigenknochens ist an keiner Stelle des Aufsatzes die Rede. Hier ist B-Ware im Einsatz.
 sany0012-1.jpgUnser Mann beendet das Manöver des Tages mit diesem Sofortprovisorium, dass er auf die kleinen Ministifte zwischen den Implantaten abstützt. Der Zweck des Artikels in der Zeitschrift sollte sein, den Einsatz der Wegwerfimplantate für die Übergangszeit  zu demonstrieren.

 

Zusammenfassung: Herr Dr. Dr. zieht Zähne, die bequem noch 30 Jahre halten würden, bohrt Löcher, eines mit einer unbrauchbaren Präzision trotz optimaler (offener) Sicht, und nimmt für die offenkundigen Defekte die bereits in der Planungsphase klar waren (Zahn 13, 23) bzw. durch iatrogene Schäden (Zahn 12) entstanden sind, eine Spachtelmasse, von der wir sicher wissen, dass mindestens 50% davon nicht anwächst bzw. in richtigen Knochen umgewandelt wird, obwohl auch genügend Eigenknochen in Form von herausgebohrtem Material zur Verfügung gestanden hätte.

Man muss schon ziemlich hirngewaschen sein, um den "Fortschritt" von Bild 3 (mit eigenen Zähnen) zu Bild 6 (ohne eigene Zähne mit mächtig viel Knochendübel) auch als solchen zu erkennen. Das gelingt am besten als Zahnbohrfachmann.

Und diesen polemischen Nachsatz verkneife ich mir an dieser Stelle nicht: ich möchte so nicht behandelt werden.

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  • missy's Avatar
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