Undichte Kunststoff Füllungen

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SchwachSuper 

Lesen Sie auch die Artikel Sekundärkaries unter Kunststoff ist normal und Offenes Loch im Zahn ist besser als undichte Kunststoff Füllung aus der Rubrik Karies praktisch und theoretisch

 

dsc_0040.jpg

Bild 1

Der Schneidezahn wird gerade für eine Krone vorbereitet und dazu ringsum abgeschliffen. Dabei kommen auch die Grenzflächen der Kunststoff Füllungen an das Tageslicht.

 dsc_0040-1.jpg

 Bild 2

Ganz auffällig sind die dunkelbraunen Verfärbungen des Zahnbeins (Dentins) an jeder Füllung in Richtung des Zahnfleischs. In der anderen Richtung fehlen sie.

 dsc_0040-2.jpg

 Bild 3

Beim aufmerksamen Betrachten der zahnfleischhnähesten Stelle der Füllung ist ein Spalt zwischen Zahn und Kunststoff zu erkennen, der dann aber weiter oben verschwindet. 

 

Vermutlicher Verlauf

Unser Patient, Jahrgang 1950, muss diese Kunststoff Teile bereits vor vielen Jahren auf seinen Frontzahn 12 (seitlicher Schneidezahn rechts oben) erhalten haben, denn in meiner Krankenakte tauchen sie nicht auf. Es läßt sich 2009 durch die reine Betrachtung der Füllungen nicht entscheiden, ob bei der Anfertigung der Kunststoff Füllungen eines der "modernen" Dentin Bondsysteme, deren Anfänge auch schon wieder 20 Jahre zurückreichen (Gluma, Syntac) zurückreichen, verwandt wurde oder nicht. Aus den Bildern geht jedenfalls eindeutig hervor, dass die Füllungen einen viel dichteren Randschluss Richtung Schneidekante erhielten als zum Zahnfleisch hin. Es ist zu vermuten, dass der verwendete Kleber (Bonder) die Kunststoffmasse während des Aushärtens in Richtung Schmelz gezogen hat, also die Undichtigkeit nach unten bereits von Anfang an bestand.

Dafür

halten sich die aufgetretenen Schäden in erstaunlich geringem Umfang. Trotz der dunklen Verfärbung des Dentins ist keine Karies, also eine Demineralisierung mit tastbarer Erweichung, feststellbar. Auch kann sich der Patient nicht mehr an Schmerzen im Zusammenhang mit diesen Kunststoff Füllungen erinnern. Also noch einmal zur Wiederholung: Der Patient läuft seit etwa 20 Jahren mit undichten Frontzahnfüllungen  herum, um die herum das Dentin dunkel anläuft und die makroskopische (ohne Mikroskop erkennbar) Spalten aufweisen. Trotzdem passiert dem Zahn fast nichts. Das beweist, dass die Zähne über gute Abwehrmechanismen verfügen müssen, um die garantiert auftretende Bakterienangriffe abzuwehren. Und diese sind auch der Hauptgrund, warum Kunststoff  als Füllungsmaterial im Mund in den meisten Fällen funktioniert.

 

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  • missy's Avatar
    Vielen, vielen Dank für Ihre Antwort! 2 Fragen habe ich noch: Der Schneidezahn und der daneben drücken oft, manchmal schmerzt es sehr. Der schmerz geht hoch bis zur Nase und kribbelt dort. Oft ist das Nasenloch zu. Das koomt und geht seit 3...
  • Trotzkopf's Avatar
    Danke für die Antwort, hatte gar nicht mehr damit gerechnet :) --- deshalb gräulich, die Kälteprobe besagt nichts. Wie kann ich dann feststellen, was, oder ob überhaupt etwas mit dem Zahn ist? Röntgenbilder sind ja manchmal großzügig...
  • Chef's Avatar
    By-Chef
    30 Sep 2014 09:59
    Hallo Eva, Sie schrieben: ich bin weiblich, 40 Jahre und leide seit längerem unter Zahnproblemen. Ich würde mich über eine Einschätzung freuen, ob es sich um ein neuropathisches Problem handeln könnte. Der Text ist länger geworden - ich...
  • Chef's Avatar
    Hallo Missy, Sie schrieben: ich bin gerade sehr verzweifelt.... Vor einem Jahr wurde am 1.4 eine Wb vorgenommen-Ruhe, Krone drauf. Nach 9 Monaten , April 14, vereitert...es wurde wohl nur 1 Kanal gefunden, jetzt muss der 2. behandelt werden !...
  • Chef's Avatar
    Hallo Trotzkopf Sie schrieben: der Backenzahn 26 (Anhang) oben links ist etwas gräulich und reagiert nicht auf Kälte. Die Zähne daneben sind aber O.K. Ich habe keine Schmerzen!!! Kein Eiter! Der Zahn wurde auch noch nicht Wurzelbehandelt,...
  • Chef's Avatar
    Hallo Antje74, Das Implantat ist in Bezug auf Ihre Neuropathie eher unkritisch. Nicht aber der Knochenaufbau. Zum einen gehen Sie immer ein erhöhtes Risiko ein, dass der Aufbau scheitert und infiziert (etwa 30% der Fälle), zum anderen sind...
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