Bicom Bioresonanz Geräteverkäufer nerven

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Bicom Apparat
Da flattert mir wieder einmal ungefragt ein großformatiger Prospekt der Firma Regumed Regulative Medizintechnik GmbH, Gräfelfing in den Briefkasten. . Aufmachung und die Größe in Zeitungsformat wenden sich ganz ungeniert an den "Bild-Zeitungs-Lesertyp" unter den Ärzten, Zahnärzten aber auch Heilpraktikern. Vermutlich hat man die Werbung deutschlandweit mehr als hunderttausendfach in die entsprechenden Briefkästen gedrückt. Und auch das ist klar: alleine die Werbemaßnahmen erfordern hierfür bereits Investitionen in der Größenordnung von Hunderttausenden.
Um so erfreulicher ist es daher, im Prospekt zu lesen: Die Leasingrate erwirtschafte ich an einem Tag
Die Leasingrate erwirtschafte ich an einem Tag. Der dazugehörende Artikel soll von einem "Henrik Selle, Heilpraktiker" geschrieben sein, der weiter ausführt: "Ich setze das Bicom Gerät bei 70% meiner Patienten ein, mit großem Erfolg. In diesen fünf Jahren habe ich sehr viele Therapien mit der Bioresonanztherapie durchgeführt , mit einer Erfolgsquote von 85 %. ..."
Und wie man jetzt mit so einem Apparat 70 % der durchlaufenden Kundschaft zu 85 % heilt, soll durch die folgende Grafik verdeutlicht werden, die angeblich von "Elke Gerhardt, Heilpraktikerin" beigetragen worden ist, was zumindest der dort herumgesetzte Text nahelegt. Soll bei 70% alle Patienten eine 85% ige Erfolgsquote haben
Merkwürdigerweise erfahren wir aber von keinem der aufgeführten "Artikelautoren" woher sie denn kommen, also einen Stadt- oder Gemeindenamen. Und wenn wir uns fragen, wie die Grafik des fett hervorgehobenen BICOM Gerätes in die "Behandlungsskizze" hinein gekommen ist, gibt es dafür recht sichere Vermutungen: per Photoshop-Software im Wert eines Monatsgewinns einer Heilpraktikerin, was den Hersteller der Grafik kaum im Heilpraktiker Gewerbe erwarten läßt. Nebenbei: wäre da nicht der offensichtlich Einsatz von Grafik Software zu erkennen, würde man glatt glauben, dass die Skizze von einem 3-jährigen entworfen sein muss. So "übersichtlich" ist der Plan. Dass das ein Erwachsener sich ausdenkt, kaum zu fassen ...

Und überhaupt
fällt auf, dass
  1. viel über 70 %, 80 % bis 99 % Erfolgsquoten berichtet wird, aber keine einzige nachprüfbare Zeile über das, was die Elektronik im Blechgehäuse des Apparates nun wirklich kann. Welche sensationelle Technik verbirgt sich da drin? Vermutlich keine, vermutlich ganz normale Microchip Elektronik Spielerei von einem technikbegeisterten Ingenieur mit medizinischer Halbbildung.
  2. viel über Erfolge bei "Allergiebehandlung" schwadroniert wird, wiederum aber keine Zeile darüber verschwendet wird, wie das konkret mit irgendeiner Elektronik darstellbar sein soll. Welches Wirkprinzip soll für die "Erfolge" verantwortlich sein? Strom? Spannung? Weißer Kittel? Placeboeffekt? ...
  3. viel vom Geldverdienen mit dem Kasten die Rede ist ("Die Leasingrate erwirtschafte ich an einem Tag"), aber nicht eine einzige Andeutung, was der Apparat konkret kostet. Dann schätze ich mal:  200 Euro Leasing im Monat, für ein Industrieprodukt mit einem Herstellungswert von unter 500 Euro. Das rechnet sich - für den Hersteller.
Fazit
Wissenschaftlicher Unsinn wird mit kaufmännischem Volleinsatz und halbseidenen Werbeversprechen an die Klasse der dünnbrettbohrenden Kollegen/innen veräußert und worum geht es wirklich? Dreimal dürfen Sie jetzt raten.
Nachtrag
Heute 31.03.2010 sehe ich eine Kleinanzeige "fast neues Bicom 2000, gekauft 04/2009, wegen Auslandsaufenthalt zu verkaufen ...  Neupreis 15.000 Euro ..." Ob das mit Auslandsaufenthalt alles so stimmt, lassen wir mal offen, aber der Neupreis. Mein lieber Scholli. Dafür bekommt man einen nagelneuen VW Golf. In Anbetracht des ernstgemeinten Herstellungspreises von 500 - nicht schlecht.

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