Dr. Apkarian: Chronische Schmerzen - der neueste Stand Teil 1

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Lesen Sie auch die Artikel  Trigeminus Neuropathien sind schlimmer  und  Neuropathische Forschung direkt am Trigeminus schon 2002

 

Apkarian  Apkar Vania Apkarian, Ph.D. , seit 2000 Professor der Northwestern University Medical School, Chicago, Illinois, dazu Associate professor of Physiology, Surgery, Cognitive Brain Mapping Group,& Neuroscience Institute, studierte ursprünglich in Californien von 1974 - 1979 Elektroingenieur, erweiterte sein Wissen zum biomedizinischen Ingenieur (Master of Science) bis  1988, und ging für 2 Jahre nach Würzburg an das physiologische Institut der Neurologie durch einen Ruf der Humboldt Stiftung. Er kehrte 1989 zurück an die Universität Syracuse, New York State als Director, Computational Neuroscience Program und stieg auf zum Chef der Hirnforschung des Instituts bis zum Ruf nach Chicago 2000.

Prof. Dr. Apkarian veröffentlich seit 1981 wissenschaftliche Papiere im engeren Bereich der Rückenmark / Hirnstamm / Großhirn Schmerzforschung, Medline listet auf Anhieb 92 Veröffentlichungen. Er spricht englisch, französisch, arabisch und armenisch.

 

Ein neueres Werk (veröffentlicht Oktober 2008) aus der Feder des weltweit wohl führenden Hirnexperten für chronische Schmerzen soll hier wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung in Auszügen vorgestellt werden. Es heißt demütig Towards a theory of chronic pain.  (= In die Richtung zu einer Theorie des chronischen Schmerzes) und ist im englischen Volltext direkt auf dem genannten Link abrufbar.

 

Part 1

Teil 1 soll damit beginnen, dass ich (J.W.) zunächst die mir zuerst aufgefallenen Sätze aus dem 22-seitigen Nurtext Dokument hier präsentiere. Danach plane ich, auf die für Trigeminus Neuropathien zutreffenden Absätze genauer einzugehen.

  1.  
    1. Mindestens bestätigen die Tierversuche dass chronische Schmerzen biologisch vorkommende Zustände und nicht nur die Einbildung von Patienten sind. Original: At minimum, these animal models confirm that chronic pain states are biological entities and not just the imagination of patients.
    2. Die gegenwärtige Behandlung für chronische Rückenschmerz bleibt unbefriedigend ... Viele Medikamente für chronische Rückenschmerzen sind nicht, oder nur wenig effektiver als Plazebos. Andere haben Nebenwirkungen, die den Nutzen übertreffen. Auf der Basis des jetzigen Wissens kann kein Medikament ernsthaft für chronische Rückenschmerzen empfohlen werden. Original: Current management of low back pain remains insufficient ... Many drugs used for back pain are no more, or only slightly more, effective than placebos. Others have side effects that outweigh their usefulness in relieving pain. On the basis of the evidence, no drug regimen can be legitimately recommended for back pain.
    3. Depression ist einer der stärksten Vorhersagewerte für chronische Rückenschmerzen. Original: Depression is ranked as one of the strongest predictors for low back pain.
    4. Chronische Rückenschmerzen
    5. Die klinischen Daten zeigen, dass je stärker die akuten Rückenschmerzen (zusammen mit vorangegangenen Episoden von Rückenschmerzen), je länger sie anhalten und wenn sie begleitet werden von einer Verletzung des Beinnerven, dann erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass sie chronisch werden, besonders wenn eine starke Depression dazukommt. Original: This clinical data (e.g. (Heneweer et al., 2007), and many others) does show, however, that the more severe the back pain (together with previous history of back pain), the longer it is sustained, and when it is accompanied with sciatic nerve damage there is increased likelihood that it will turn chronic, especially when coupled with high depression.
    6. Im Hirn ermittelte Werte laufen streng parallel zu klinischen Werten bei chronischem Schmerz  ...  Wir haben gefunden, dass die Konzentrationen von Chemikalien im Cingulate Cortex und Thalamus die Dauer von chronischen Schmerzen abbilden (in umgekehrter Richtung). Darüberhinaus fanden wir Chemikalien, deren Konzentrationen gleichmäßig mit dem Ort-, Gefühls- und Stärkeintensität von chronischen Schmerzen ansteigen. In dieser Studie kommen wir zum Schluss: "Hochsignifikante (= garantiert nicht zufällige) Beziehungen wurden vorgefunden zwischen dem klinischen Erscheinungsbild und Hirnchemikalien an den entsprechenden Stellen". Original: Brain derived markers strongly correlate with clinical parameters of chronic pain  ....  We found that the relative concentrations of chemicals in the cingulate cortex and thalamus reflected pain duration (in opposite directions). Moreover, chemical concentrations were found to positively correlate with sensory, affective, and intensity ratings of chronic back pain. In the study we reported: “Highly significant empirical relationships were seen between perceptual predictors and regional chemicals:
    7. Grachev hat in 2000 und 2004 die erste Hirn Vermessungs Studie durchgeführt, die den anatomischen Beweis führt, dass bei chronischem Rückenschmerz Hirnschwund eintritt. (Apkarian 2004). Dieses Ergebnis wurde jetzt wiederholt nachgewiesen für chronische Rückenschmerzen und anderen Typen von chronischen Schmerzen (Kuchinad, Schmidt-Wilke 2005,2006). Original: (Grachev et al., 2000), and in 2004 published the first brain morphometric study showing anatomical evidence for brain atrophy in chronic back pain patients (Apkarian et al., 2004b). This result has now been replicated in chronic back pain and other types of chronic pain conditions (Kuchinad et al., 2007; Schmidt-Wilcke et al., 2005; Schmidt-Wilcke et al., 2006).
    8. Es gibt eine enge Beziehung zwischen regionalem Hirnschwund und Abnormalitäten der Hirn Chemie. Beides deutet in die Richtung einer Beschädigung der Nervzellen im DLPFC (= Dorsolateraler Präfrontaler Cortex) von chronischen Rückenschmerz Patienten. Die wichtigste Chemie, deren Absinken im DLPFC festgestellt wird, ist N-acetyl-aspartate und wird hauptsächlich im Körper von Nervzellen gefunden ... Original: There is also a tight relationship between brain regional atrophy and brain chemistry abnormalities. They both indicate neuronal damage to the DLPFC in chronic back pain patients. As the primary chemical observed to decrease in DLPFC was N-acetyl-aspartate and as this chemical is mainly found within the soma of neurons, ..... 
    9. Die Beobachtung, dass spontaner Schmerz bei chronischem Schmerz sich innerhalb von Sekunden bis Minuten stark verändert, ist neu und bietet ein einfaches objektives Werkzeug, das Vorhandensein und die Stärke von chronischen Schmerzen abzuschätzen. Bedenkt man, dass gesunde Menschen nicht in der Lage sind, solche schnellen Veränderungen nachzumachen und die Veränderungen beim Aufbringen von schmerzhaften Kalt/Warmreizen so wiedergeben, dass das nicht einmal entfernt an die Angaben von chronischen Schmerzkranken erinnert, könnte diese Methode sinnvoll sein, chronische Schmerzpatienten zu erkennen. Original: The observation that spontaneous pain in chronic pain fluctuates over the scale of seconds to minutes is novel and potentially provides a simple objective tool for determining the presence and magnitude of chronic pain in the clinic. Considering that normal healthy subjects are unable to mimic these fluctuations, and report fluctuations in response to applied thermal painful stimuli that do not even remotely resemble those of chronic pain patients, this method would be particularly useful in identifying chronic pain patients. 

 

Der Artikel soll noch lesbar bleiben, deshalb stoppt hier der Auszug aus dem Artikel Towards a theory of chronic pain. an dieser Stelle, obwohl erst die Seite 11 von 23 erreicht ist.

Kommentar

Reines Gold liest derjenige hier, der sich näher mit der aktuellen Hirnforschung und da speziell mit chronischen Schmerzzuständen beschäftigt. Natürlich ist es kein Zufall, dass Dr. Apkarian mit dem chronischen Rückenschmerz beginnt. Für diejenigen, die das nicht wissen: chronische Rückenschmerzen überlebt der Patient mit hoher Sicherheit 50 Jahre, sie macht den Rücken eben nicht "kaputt", Operationen bleiben zu über 90% fruchtlos und alle Methoden (Schmerzmittel aller Art bis zum Morphium), physikalische Therapie, Übungen, Moorbäder oder Psychotherapie erweisen sich ALLE (!) als so gering hilfreich, dass die Frage einfach gestellt werden muss: stimmt die Diagnose? Ist es wirklich der Rücken? Dr. Apkarian sagt: Nein. Und Zahnarzt Joachim Wagner sagt zu TMD (oder CMD) auch: Ihr sucht bei Temporo Mandibulär ... schlicht an der falschen Stelle.

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