Neuropathische Schmerzen nach Wurzelbehandlung

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 J Endod. 2009 Jul;35(7):958-61.

Klinische Untersuchung von Patienten, die neuropathische Zahnschmerzen nach Wurzelbehandlungen entwickeln


Oshima K, Ishii T, Ogura Y, Aoyama Y, Katsuumi I.

Endodontic Team, Nippon Dental University Hospital, Tokyo, Japan. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zusammenfassung

Einführung: Diese Studie versucht die Charakteristika von Patienten mit neuropathischen Zahnschmerzen (NTP) zu ermitteln, die aus einer Gruppe von Patienten herausgesucht wurde, die anhaltende Schmerzen nach Wurzelbehandlungen entwickelten.

Methode: Von 271 Patienten, die anhaltende chronische Schmerzen hatten, die nicht auf vorangegangene Wurzelbehandlungen reagierten und zum Endodontischen Team der Nippon Dental University Tokio überwiesen wurden, wurden 16 Patienten (5,9%; Durchschnittalter 46,8 Jahre; 13 Frauen), die die Diagnose Kriterien für NTP erfüllten, ausgewählt. Das einschließende Kriterium für die Patienten war die Anwesenheit von anhaltenden chronischen Schmerzen und anderen Schmerz abhängigen Symptomen bei gleichzeitiger Abwesenheit einer größeren körperlichen Krankheit.

Ergebnis: Der Schmerz erschien hauptsächlich im Oberkiefer (14 Patienten). Bei 10 Patienten (62,5%) entwickelte sich der neuropathische Schmerz nach der Wiederholungsbehandlung. Die tägliche Verabreichung von tricyclischen Antidepressiva [z.B. Amitriptylin] machte eine Schmerz Verminderung bei 11 Patienten (68,8%).

Schlußfolgerung: Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass NTP ein seltener Typ von chronischen nichtauffindbaren Wurzelbehandlungs Schmerzen ist und dass die sorgfältige Diagnose von NTP wichtig ist.

PMID: 19567314 [PubMed - indexed for MEDLINE]

J Endod. 2009 Jul;35(7):958-61.

Clinical investigation of patients who develop neuropathic tooth pain after endodontic procedures.

Oshima K, Ishii T, Ogura Y, Aoyama Y, Katsuumi I.

Endodontic Team, Nippon Dental University Hospital, Tokyo, Japan. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Abstract

INTRODUCTION: This study aimed to determine the characteristics of patients with neuropathic tooth pain (NTP) who were selected from a group of patients who developed persistent pain after undergoing endodontic procedures.

METHODS: Of 271 patients who had chronic persistent pain that did not respond to previous endodontic procedures and were referred to the Endodontic Team of the Nippon Dental University Hospital, 16 patients (5.9%; mean age, 46.8 years; 13 women) who fulfilled the diagnostic criteria for NTP were recruited. The inclusion criteria for the patients were the presence of chronic persistent pain and other pain-related symptoms, despite the absence of major pathology.

RESULTS: Pain predominantly occurred in the maxilla (14 patients). In 10 patients (62.5%), NTP developed after retreatment. Daily application of tricyclic antidepressants produced pain relief in 11 patients (68.8%).

CONCLUSIONS: These results indicated that NTP is a rare type of chronic intractable endodontic pain and that careful diagnosis of NTP is important.

PMID: 19567314 [PubMed - indexed for MEDLINE]

 

 

Kommentar

Die Herren Oshima & Co. entdecken offenbar das Thema Neuropathie in der Zahnmedizin gerade neu. Das könnte eine Erklärung bieten, warum sie aus 271 Patienten mit chronischen Schmerzen nach der Wurzelbehandlung gerade mal 5,9% als neuropathisch anerkennen wollen. Über die 94,1% restlichen chronischen (!) Schmerzen macht sich die Forschertruppe wenig Gedanken.

Zweifellos gibt es eine hohe Dunkelziffer von gescheiterten Wurzelbehandlungen, die auf das Konto "nicht vollständig beseitigte Mikrobiota" geht. Aber liebe Leser, selbst wenn es gelingen sollte, objektiv den Anteil der zu 100% ausgerotteten Mikroben in allen toten Zahnwurzeln zu ermitteln - was ein keineswegs triviales Unterfangen darstellt - ist dadurch noch längst nicht geklärt,  ob und wie sich die Besiedelung rein schmerzmäßig auswirkt. Wir wissen zwar, dass eine akute bakterielle Entzündung eine dicke Backe und je nach Empfindlichkeit des Wirtes auch leichte *) bis erhebliche Schmerzen auslösen kann, genauso ist aber auch bekannt, dass eine langjährige chronische bakteriell verursachte Entzündung (= die sogenannte apikale Ostitis im Röntgenbild) nahezu immer unbemerkt also schmerzfrei verläuft.

Wir sollten also bei diesen Überlegungen hier immer die recht hohe Quote von falsch positiven (starke chronische Schmerzen und kein objektiver Befund) und falsch negativen (keine Schmerzen bei ganz eindeutigem krankhaftem Befund) Symptomträgern mit berücksichtigen. Dazu kommen die hier in Zahnfilm.DE sattsam bekannten Behandlungs Kettenreaktionen angefangen beim unklarem Schmerz über die (Kunststoff) Füllung mit Dauerschmerzen danach, anschließend die Wurzelbehandlung, und zum krönenden Abschluss die Wurzelspitzen Resektionen (=WSR).  Vermutlich hat die Oshima Truppe (siehe oben) alle Patienten mit WSRs aussortiert mit der Begründung: auf dem Röntgenbild mit WSR ist immer eine Knochenbeschädigung zu sehen, die sich von einer bakteriell verursachten Knochenbeschädigung schlecht oder gar nicht unterscheiden läßt. Und schon erklärt sich, warum Oshima so seltsam niedrige Neuropathie Werte bei Dauerschmerzen nach der Wurzelbehandlung errechnet hat.

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    Hallo liebe Elva, ich kann aus eigener Erfahrung sagen, das eine abwartende Haltung und den Schmerz als Gegeben zu akzeptieren das Beste ist. Ich habe damals auch immer mit der Angst gelebt, dass etwas ganz schlimmes mit den Zähnen geschieht....
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