Auch in Italien: TMD (CMD) Fall vor Gericht verloren wegen mangelnder Evidenz

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Minerva Stomatol. 2011 Jan-Feb;60(1-2):65-74.

manfrediniOcclusion and temporomandibular disorders: a malpractice case with medical legal considerations.

Bucci MB, Aversa M, Guarda-Nardini L, Manfredini D.

Private Pratictioner, La Spezia, Italy - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Zusammenfassung

Das Feld der TMD (CMD) Diagnose und Behandlung ist in den letzten Jahren in wachsendem Maße in das Interesse der Justiz gerückt. Die altbackenen Theorien, die sich auf der Bisstheorie gründen, wurden als fehlerhaft entlarvt und Kliniker, die immer noch irreversible [= nicht wieder rückgängig zu machende] Behandlungen bei TMD (CMD) durchführen sollten sich der möglichen legalen Konsequenzen ihres Verhaltens bewußt werden.

Das hier vorliegende Papier beschreibt einen eindrücklichen Fallbericht eines Patienten, bei dem ausgreifende und nicht rückgängig zu machende Behandlungen durchgeführt wurden mit dem Ziel, ihn von seinen TMD (CMD) Symptomen zu befreien. Die Behandlung war nicht erfolgreich und der zahnärztliche Praktiker wurde vor Gericht gerufen wegen einer Klage wegen Falschbehandlung. Der Kliniker wurde als schuldig verurteilt wegen einer fehlerhaften Behandlung auf Grundlage von fehlenden wissenschaftlichen Beweisen für die irreversible Herangehensweise an die TMD (CMD), die irrtümlich benutzt wurde und dem Patienten nicht nur keinen Vorteil gebracht hat, sondern überflüssige finanzielle und biologische Nachteile.

Der Nichteinhaltung des Vertrags mit dem Patienten, die in der Regel nicht durch Versicherungen abgedeckt wird, zwang den Behandler, das Geld an den Patienten zurück zu geben. Die moralischen und juristischen Folgerungen dieses Falls werden diskutiert, mit dem speziellen Blick darauf, dass die juristisch einwandfreie medizinische Beratung die höchsten Standards an Beweise erfüllen muss und ausschließlich auf dem aktuellen wissenschaftlichen Wissensstand zu erfolgen hat.

Abstract

Occlusion and temporomandibular The issue of temporomandibular disorders (TMD) diagnosis and treatment has become a matter of increasing interest in the medical legal field in recent years. The old-fashioned theories based on the occlusal paradigm was proven to be erroneous, and clinicians who still provide irreversible treatments to TMD patients have to be conscious of the potential legal consequences of their behavior. The present paper described an illustrative case report of a patient to whom extensive and irreversible occlusal therapies were performed with the unique aim to provide relief from TMD symptoms. The treatment was unsuccessful and the dental practitioner was called into cause for a professional liability claim. The clinician was judged guilty of malpractice on the basis of the lack of scientific evidence of the irreversible occlusal approaches to TMD, which were erroneously used and did not give the patient any benefit, thus forcing him to a non necessary financial and biological cost. The failure to satisfy the contract with the patient, which is usually not covered by any insurance company, forced the practitioner to give the money back to the patient. The ethical and legal implications of such case were discussed, with particular focus on the concept that medical legal advices need to satisfy the highest standards of evidence and have to be strictly based on scientific knowledge.

PMID: 21252850 [PubMed - in process]

 

Kommentar

In Deutschland und Österreich dauert es zwar noch bis 2020 - etwa - bis auch hier die Vernunft bezüglich TMD (CMD) einkehrt. Aber als großer Schleifzampano Zahnarzt in der CMD-Arena würde ich mir die Ansage hier gut durchlesen. Wer von Ihnen glaubt, dass die italienischen Richter hier irgendetwas nicht richtig verstanden haben, irrt sich gründlich.

Und hier 33-ste Wiederholung: Wer heute noch 20 gesunde Zähne runterschleift mit der Schwachsinnsbegründung, damit TMD (CMD) kurieren zu wollen, hat irgendwann den Kadi am Hals. Auch in Germanien. Achten Sie drauf.

Und so sieht das Antibeispiel der Woche aus: Hier hat der Spitta Verlag aus den "goldenen" Bissänderungszeiten (1980 bis 00-er Jahre) ein Exemplar im Netz, das noch den seligen Prof. Dr. Rudolf Slavicek und seine Cadiax Nummer zitiert. Was zum Professor und dem Cadiax zu sagen ist, steht hier unter Unternehmen Slavicek  und Unternehmen Slavicek Nachtrag


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