Was meine Knirscher alles können

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Bild 1 (Bild 1 und Bild 2 gehören zum Patientenfall B.G.)

Frau B.G. (45) fordert meine Erfahrungen als Knirschmanager heraus, und zwar soweit, dass ich allmählich passen muss. Selbstverständlich habe ich Frau B.G., seit sie sich vor etwa 14 Jahren in meine Behandlung begab, keinen einzigen Zahn mehr entfernt *). Meine meist polnischen Vorbehandler haben dafür im Seitenzahngebiet tabula rasa (= alles platt gemacht) veranstaltet.

*) stimmt nicht 100%, weil Zahn 13 wegen eines Längswurzelrisses nicht mehr zu retten war. Ich habe diesen Zahn durch ein Camlog Implantat erfolgreich ersetzen können.

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Bild 2 (Bild 1 und Bild 2 gehören zum Patientenfall B.G.)

Und darum wundern wir uns auch nicht, dass der aktuelle Biss (Juni 2011) genau so aussieht, wie hier abgebildet. Gegen die Oberkieferfront Keramikkronen haben die unteren Schneidezähne leider ganz schlechte Karten. Sie schubbern sich im beinahe sichtbaren Tempo immer kürzer. Erst vor 5 Monaten versuchte ich, die unteren Zähne durch eine auf alle Schneidezähne aufgeklebte Schicht Kunststoff mit dem Kleber Clearfil SE (4. Generation Kunststoffbonder) gegen den Abrieb zu schützen. Die Patientin berichtet anläßlich der Aufnahme der Bilder, dass der Kunststoff keine 2 Monate gehalten habe.

... Ich habe aufgehört, mich über Kunststoff zu ärgern, oder auch nur zu wundern.

Ideen dazu, außer den nicht gargekochten Schienen, sind mir willkommen.

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Bild (Bild 3 steht alleine für den Fall A.G. (77))

Wie er es geschafft hat, weiß ich nicht, aber Herr A.G. berichtet mir anläßlich dieses Bildes, dass er doch jetzt schon 20 Jahre den Rentner macht. Ich gratuliere ihm zu seinem Geschick und erforsche, was anliegen würde. Der Letzte rechts unten vor der Lücke würde zicken.

Um die Geschichte abzukürzen: Der 45, welcher der letzte Zahn rechts unten vor der Lücke ist, entpuppt sich als pulpitisch. Hey - immerhin fehlen dem Zahn 4 satte Millimeter an Höhe - oder? Ich kündige daraufhin Herrn G. an, dass a) eine Wurzelbehandlung an 45 notwendig wird und dazu b) 3 Kronen auf 43,44,45 und c) eine einseitige Bisserhöhung um locker 1 bis 2 Millimeter.

Der Mann nimmt es gelassen hin, schließlich ist er schon 22 Jahre in meiner Behandlung und kennt das mit der einseitigen Bisserhöhung schon aus eigener Erfahrung. Ende der Story.

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Bild 4 (Bild 4 und Bild 5 gehören zum Fall von Frau A.S. (69))

Die erste Geschichte der Frau A.S. können Sie hier nachlesen. 2006 brach das Teleskop am Zahn 43 ab und mußte durch eine Wurzelkappe auf dem Wurzelrest ersetzt werden.

Und nun bricht an der gleichen Stelle die Metallverbindung zwischen der ehemaligen Außenteleskopkrone 43 und dem Modellguss. Was ist daraus zu schließen?

a) Der Chip für das Lebensalter von Zahnersatz hat auf Rot geschaltet

b) Einfach Pech gehabt

c) Die Patientin knirscht wie Sau.

 

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(Bild 4 und Bild 5 gehören zum Fall von Frau A.S. (69))

Meine bescheidene Meinung zu diesem Fall lautet: b) und c) trifft zu und außerdem beweist der Fall A.S. , dass das Konzept der Wurzelkappe bei Knirschern richtig was taugt.

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Bild 6 (Bild 6 und Bild 7 gehören zum Patienten R.W. (79))

Sie sehen hier keinen Schnitt, sondern einen Riss. Achten Sie auf die Bruchkante auf der unteren Bruchhälfte links von der Mitte. In der Vergrößerung erkennt man dort eindeutig eine Bruchebene. Außerdem ist die nach oben befindliche äußere Hälfte der Teleskopkrone des Zahns 22 beweglich.

Unser Patient hat es also fertiggebracht, sein mindestens 12 Jahre altes Außenteleskop am Zahn 22 zu zerbrechen !

Das ist ein Ausrufezeichen wert, weil es meiner Erfahrung nach eine absolute Ausnahme darstellt. Alle Knirscher brechen ihre eigenen Zähne unter ihren Teleskopen ab, wenn die Kräfte zu heftig werden, nicht jedoch die Metallteile.

SANY0603-1Bild 7

(Bild 6 und Bild 7 gehören zum Patienten R.W. (79))

Der Patient pflegt etwa alle 5 Jahre - regelmäßig - bei mir vorbeizuschauen. Ich habe lange aufgehört, mich über derlei Unbotmäßigkeiten zu erregen. Der Mann ist 79. Wer bin ich, meinen Alten Benimmregeln zu predigen? Das würde ich mir selbst auch verbitten. Also ...

 

Kommentar

Ich liebe es, an dieser speziellen Stelle den Kommentar schreiben zu können. Sie - meine Leser - dürfen 1 mal raten, warum das so ist.

Ich sage es Ihnen

Wo bitte sind die Titanen unserer Profession bei der einfachen Erklärung der Fälle aus Bild 1, 3, 4 und 6. Damit meine ich, dass so ein Professor für Prothetik, der schließlich dafür bezahlt wird, auch die etwas heikleren Fälle von Zahnersatz im Griff zu haben, doch wenigstens sagen können sollte, was meinen 4 Spezialfällen der Kalenderwoche 21 und 22 fehlt. Wer aber glaubt, dass z.B. Prof. Dr. Kordaß, seines Zeichens der erste Mann der Uni-Zahnklinik Greifswald für TMD (in Deutschland noch hartnäckig CMD genannt) außer den abgekauten Schienen irgend etwas Substantielleres bei Hardcore Knirschern zu bieten hat, sieht sich leider getäuscht.

Die richtig harten Knirscher - und wer daran zweifelt, dass die vier Fälle welche sind, kann mich gerne anrufen Tel 0214 69191 - sind eben alles andere als erforscht. Leider geben das unsere "Kapazitäten" immer noch nicht zu. Speziell die deutsche Sorte von CMD-Spezialisten bevorzugt es, sich im Elfenbeinturm der Wissenschaft in ungeprüften Theorien über "Parafunktionen" zu ergehen. Ich bringe das gerne mit den Worten meines Freundes U.B. auf den Punkt: Sie onanieren in den luftleeren Raum.

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