Bakterienautobahn in den Kieferknochen

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Bild 1

Die Patientin klagt schon im Jahr 2010 über leichte Aufbissbeschwerden am Zahn 35, welcher im Bild 1 der rechte der beiden wurzelbehandelten Kronenbeisser ist. Die hier gezeigte Röntgenaufnahme stammt vom Februar 2011. Sie lässt keinerlei Probleme am 35 erkennen, wenn überhaupt, dann nur am 34 (der linke Zahn), der aber laut Patientin ganz sicher nicht verantwortlich ist.

roentgen022011

Bild 2

6 Monate (August 2011) und 5 (= fünf) Sitzungen mit mehreren Desinfektions Chemien später, muss der Zahn 35 wegen einer akuten dicken Backe geopfert werden. Schon aus der Entfernung läßt sich erahnen, dass an der Vorderseite (zur Backe hin gerichtet) der Wurzel etwas nicht stimmt. Da ist ein dunkler Fleck und das Weichgewebe (= der Zahnhalteapparat) fehlt auf der gesamten Wurzellänge rechts und links einer dünnen Linie auf einer Breite von ca. 2 mm.

IMG_1370-1

Bild 3

Die Linie erweist sich unter einer stärkeren Vergrößerung als offener Spalt, der sich auch um die ganze Wurzelspitze herum fortsetzt.

IMG_1375

Bild 4

Dreht man den Zahn 35 von der Vorderseite auf die Rückseite, zeigt sich eine Fortsetzung des Risses von der Wurzelspitze wiederum bis zum Zahnhals.

IMG_1367

Bild 5

Im Röntgenbild vom August 2011 zeigen sich deutliche Entzündungszeichen entlang der Wurzel. Auch ist ein merkwürdiger Spalt im letzten Fünftel der Wurzelfüllung zu sehen. Aus dem Röntgenbild lässt sich kein eindeutiger Grund für das Scheitern der Wurzelbehandlung ableiten.

roentgen082011

 

Erläuterung

Die Wurzelfüllung stammt aus meiner Hand und datiert aus dem Jahr 1995, welches die Schaffensperiode unmittelbar nach einer großen Serie von Fortbildungen in Wurzelbehandlung darstellte. Das Konzept damals sah die brutalstmögliche Volumenfüllung der Wurzelkanäle durch die sogenannte "laterale Kondensation" vor.

Das hat wahrscheinlich den Zahn hier das Leben gekostet. Nach 16 Jahren hat die zu große und zu stark kondensierte Guttapercha Wurzelfüllung die Wurzel in zwei Hälften längs zerlegt. Das beweisen die Fotos 2 bis 4. Und wieder hat es einen Zahn dahingerafft, der das Opfer einer ungeprüften Expertenmeinung wurde *) . Was  - wie  wir inzwischen sattsam wissen - ein absolut typischer Vorgang in der Zahnmedizin des 20 und 21. Jahrhunderts darstellt.

 

Die Autobahn

Hat die Wurzel erst einmal einen Riss mit einem Anfang oberhalb des Knochens, dann ist alles zu spät. Dann hilft - so leid es mir tut - nur noch die Zange. Bakterien aus dem Speichel, die dort mit einer Konzentration von 10 hoch 6 pro Milliliter von koloniebildenden Einheiten anzutreffen sind, brauchen nur 1 Mikrometer große Spalten zum Wandern durch das Gewebe. Der gerade eben sichtbare Spalt in der Wurzel ist dagegen locker 50 Mikrometer breit und 4000 Mikrometer (die ganze Wurzeldurch) tief.  Das langt in jedem Fall.

*) Die laterale Kondensation der Wurzelfüllung ist nie wirklich auf ihre klinische Überlegenheit gegenüber anderen Vorgehensweisen getestet worden, und schon gar nicht im langjährigen (= mehr als 10 Jahre) Verlauf.

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