Schmerzen rechts oben seit Kieferhöhlen OP schlimmer

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Ein aktueller Beitrag von "Louisiana" im Forum www.med1.de / Zahnmedizin zeigt die engenen Beziehungen zwischen Oberkiefer Backenzähnen und der Kieferhöhle. Besonders die schmerzmäßigen.

 

Zitat Anfang

 

Ich habe die Nase voll

21.11.11  17:55
Irgendwie muss ich mir gerade mal Luft machen. Und auch wenn vieles zusammenkommt, so ist das, was mir momentan zu schaffen macht, ein Zahnproblem.

2007 hatte ich massive Zahnprobleme, innerhalb von einem Jahr habe ich drei Backenzähne (1-8 bis 1-6) unzählige Male mit Heilzementfüllungen bishin zu Wurzelbehandlungen therapieren lassen wollen, am Ende blieb nur die Extraktion, weil die Schmerzen einfach nicht weggingen. Kaum war ein Zahn gezogen (es ging von hinten nach vorne), fing der nächste an. 1-8 und 1-7 hat mein früherer ZA in Frankfurt gezogen (unter Protest, aber nach monatelangen Zahnschmerzen langen meine Nerven buchstäblich blank), den dritten Zahn 1-5 zog mir ein ZA während einer Kur, danach fing 1-4 an zu schmerzen, der eine nicht allzu große Plombe hat. Noch während der Kur wurde eine Sinusitis festgestellt. Dann wurde ich transoral operiert (KH-OP), was eine absolute Viecherei und die bisher schlimmste OP meines Lebens war (und ich habe u.a. Bauchschnitt-OP und Augen-OP mit Lokalanästhesie hinter mir). Es wurden Zysten entfernt und rechts gefenstert, ein Rest Schleimhaut wurde leider eben mal nicht abgesaugt, sollte aber klein und nicht schmerzursächlich sein Seitdem habe ich chronische Beschwerden: Ständig zäher Schleim den Rachen herunter, ständig wechselnd zugehende Nasenlöcher und, wenn das rechte Nasenloch mal länger als "normal" zu ist bzw ich erkältet bin, dann fängt 1-4 an zu nerven. Drücke ich auf den Nerv, der unter dem Auge zu den Zähnen läuft, reagiert 1-4 und es tut – fast erleichternd – mal "anders" weh. Zahnweh habe ich also ca. 3 – 4 Mal pro Monat, aber nicht länger als 2 Stunden, dann ist wieder Ruhe. Aufbeissen geht problemlos, er ist aber kopfempfindlich, drücke ich von außen nach innen, tut es nichts, drücke ich von innen nach aussen, gibt es einen Stich.

Jetzt soll ich Zahnersatz bekommen, allerdings würde dafür 1-4 abgeschliffen und überkront werden, damit er ein Stück weit die Halterung übernimmt. Ich habe den Zahn röntgen lassen und der hiesige ZA hat festgestellt, der Zahn hat einen kleinen Schatten neben der Plombe, und deshalb würde er ihn aufbohren und schauen, wie das Ganze in Wirklichkeit aussieht. Danach sagte er, die Plombe wäre sehr nahe am Nerv, und dadurch, dass der Zahn in die KH reinragt, wäre die Plombe so dicht am Nerv auch ein Grund, warum der Zahn so sensibel reagiere. Und dass er eine Aufbaufüllung reinmachen würde, um den Zahn etwas zu desensibilisieren. Denn vorher wäre ein Überkronen nur ein weiteres Trauma für den Zahn, was eben nicht empfehlenswert wäre.

Das war am Donnerstag. Übers Wochenende hatte ich weitestgehend Ruhe, allerdings immer wieder zwischendurch etwas Zahnweh. Heute allerdings hatte ich stundenlang Zahnschmerzen, also ist das Ganze unterm Strich nur noch empfindlicher geworden. Jetzt habe ich eine Dolomo blau eingeworfen, die Notbremse. Ich habe die letzte halbe Stunde nur geflennt, weil ich das einfach nur zermürbt. Seit dem Aufbohren tut nicht nur 1-4 weh sondern – und DAS ist neu: auch 1-3 zickt jetzt herum, obwohl der keinerlei Plombe hat und auch auf dem Röntgen unauffällig war. Was soll ich jetzt machen? Klar, habe mich morgen noch mal zwischenschieben lassen beim ZA, aber was soll der schon machen? Je mehr aufgebohrt wird, desto schlimmer! Davon wird es nicht besser! Und wenn er ein Wundermittel hätte, dann hätte er es mir ja sicherlich beim ersten Mal gegeben! Wenn er mich zum HNO schickt, raste ich aus. Das vor 4 Jahren war der Zeitpunkt, wo ich mein Vertrauen in Ärzte verloren habe, und das ist kein abgedroschener Spruch. Ich habe nach der OP gesagt, der Tamponadestreifen rutscht mir den Hals runter – keiner hats geglaubt, das wäre gar nicht möglich, bis ich die Zunge rausgestreckt habe, da lang das Ende drauf. Den dann von der Nase aus durch die Fensterung (frisch operiert) wieder stramm zu ziehen, war geradezu Folter, ich habe nur noch geschrien. Wenige Stunden später wiederholte sich das…. Zur Entlassung habe ich gesagt: Irgendwas stimmt nicht. Sie meinten: Das sind nur Wundschmerzen (als ob ich die nicht von anderen unterscheiden könnte). Ich sollte erst mal ein paar Wochen warten. Der OP-Bericht war mustergültig, alles total toll. Auch die Anästhesie wäre ganz normal gelaufen….. Nach ein paar Wochen bei der Nachuntersuchung immer noch Beschwerden (siehe oben), normalerweise ist man nach ein paar Tagen wieder auf dem Damm. Da hiess es: Ja, das können wir nicht ändern. Lt. CT alles okay. Ich habe mit dem Operateur gesprochen – ja, es wäre alles normal gelaufen, nur die Anästhesie wäre nicht so toll gewesen, sie hatten Intubationsprobleme gehabt, den Tubus erst nicht reingekriegt (und ich hatte mich gewundert, warum ich irre Halsschmerzen (weit über das übliche Maß hinaus) hatte und aussen am Hals alle 10 Finger des panischen Anästhesisten gespürt hatte. Habe seitdem einen Anästheiseausweis mit dem Hinweis: Fiberoptisch intubieren. Was das bedeutet habe ich Anfang des Jahres erlebt: Schlauch mit Kamera bis runter in die Bronchen, dann das Beatmungsrohr hinterher – alles bei vollem Bewusstsein. Die Folge: Schmerzen und heftige Erstickungsanfälle, weil die Kamera noch im Rohr steckt und man über Sekunden (die sehr lange dauern könnenn) keine Luft mehr bekommt, bis sie endlich die Kamera herausziehen und das Rohr frei wird und man in Narkose absackt.

Aber zurück zur Sinusitis: Ist inzwischen chronisch, das operierende KH will nichts mehr davon wissen (die meinten, die Probleme mit der Nase könnten eine Allergie sein, oder von der HWS kommen oder oder oder….. bloß nichts mit der OP zu tun, auch wenn die Beschwerden genau ab da auftraten). Ich habe diverse HNO gesprochen, die einen wollten operieren (was eigentlich?), die anderen meinten, rechts wären die Nasengänge etwas schmal – aber das waren sie ja schon immer! Ich war beim Neurologen, der meinte, könnte der Trigeminus sein, aber da könnte man nichts machen. Wobei ich schon denke, dass die Schmerzen und die chronische Sinusitis zwei paar Schuhe sind, die aber durch die OP entstanden sind.

Ich schreibe das, weil ich nicht mehr weiß, was ich machen soll. Ich bin richtig fertig. Es sieht aus, als würde ich alle Zähne auf dem rechten Oberkiefer verlieren, egal ob sie gesund sind oder nicht, einen nach dem anderen, von hinten nach vorne. Derweil überlaste ich die linke Seite immer mehr, weil man unter diesen Umständen wirklich keinen Zahnersatz anpassen kann. Die chronische Sinusitis kriege ich auch nicht in den Griff, seit der OP, nach der ich noch Jahre später Alpträume habe - ungelogen. Die diversen niedergelassenen HNO haben Ping-Pong mit mir gespielt, irgendwann hieß es: Austherapiert. Am besten operieren. Operieren? Noch mal diese Tortur? Warum? Noch mehr Narben, die auf Nerven drücken? Wieder eine OP? Das fängt an, dass sie bei mir kaum einen Zugang finden und die Unterarme zerstechen, ich habe von der letzten OP zu Ostern noch einen dunklen Schatten an der Stelle, wo sie NICHT getroffen haben, aber alles eingeblutet war; wie das wehgetan hat muss ich sicherlich nicht extra erwähnen. Und dann wieder Wachintubation? Hände in die Schlingen (so ne Art sanfte Fesselung auf dem OP-Tisch), Schmerzen in der Nase, wo sie das zu dicke Rohr durchrammen, Schmerzen tief in den Bronchen, schlimme Erstickungsanfälle, Todesangst? 10 Sekunden können ewig dauern. Ich beneide alle, die einfach ne Kanüle in den Arm kriegen und von da an sanft ins Reich der Träume schweben.

Mich macht das alles so fertig, alles so kompliziert, dazwischen Hoffnung (dass es DIESMAL endlich wieder gut wird) und immer wieder die Enttäuschung, Heilzement, Aufbaufüllungen, endlos viele Spritzen, Schmerzen, Wurzelbehandlung, Extraktion, heftige Zahnfleischentzündungen. Und dann kommt der nächste Zahn….

Irgendwie tue ich mir momentan total selber leid, weil es einfach nur eine Quälerei ist, überhaupt noch Hoffnung zu haben, nachdem es immer wieder nicht besser wird und alles wieder auf das Unvermeidbare zusteuert. Ich komme mir verarscht vor, von wem auch immer.

Ich werde wohl alles Zähne rechts oben verlieren oder auf irgendeinem OP-Tisch krepieren, weil irgendwer mal irgendwann einen Fehler bei der Anästhesie oder was auch immer macht

Louisiana

Ende Zitat

 

Für den nicht vorgebildeten Leser

klingt diese Zustandsbeschreibung furchtbar bis hoffnungslos. Die Zahnärzte haben die Zähne der Patientin offenbar nicht im Griff und die Hals Nasen Ohren Ärzten sehen daran gemessen noch dümmer aus, denn außer furchtbaren Schmerzen bei der OP haben sie nur eine Verschlimmerung der Situation verursacht. Alles Deppen, könnte man meinen.

Dabei liegt die Erklärung des Ganzen auf der Hand. Sowohl die Zahnärzte als auch die HNO-ler rennen gegen eine dramatische Überempfindlichkeit des 2. rechten Trigeminusastes dieser Patientin mit den denkbar schlechtesten Mitteln an: mit Bohrer, Zange, Hebel, Skalpell und ähnlichem Brachialwerkzeug. Es ist eben kein Zufall, dass beide Disziplinen, die Zahnis und die HNOs, genau an dem gleichen hochempfindlichen Stück Nerv scheitern, an dem sie beide zu werkeln versuchen. Der anatomische Verlauf des 2. Trigeminusastes mit seinen feinen Verästelungen in die Zähne und in die Kieferhöhlenwand erklärt den Zusammenhang dieser Fallgeschichte von ganz alleine.

 

"Austherapiert"

Das Unwort der Medizin schlechthin. Es besagt, dass die Fachleute am Ende ihres Lateins angekommen sind. Im Originalzitat der Patientin steht: "Die chronische Sinusitis kriege ich auch nicht in den Griff, seit der OP, nach der ich noch Jahre später Alpträume habe - ungelogen. Die diversen niedergelassenen HNO haben Ping-Pong mit mir gespielt, irgendwann hieß es: Austherapiert. Am besten operieren. Operieren? Noch mal diese Tortur? Warum? Noch mehr Narben, die auf Nerven drücken? Wieder eine OP?" Ping-Pong spielen, dürfte in diesem Zusammenhang heißen, dass jeder HNO-ler die Beitragsschreiberin mit Hinhaltetaktik und Placebobehandlung so lange in der Praxis hinhielt, bis sie mißmutig zum nächsten Doktor weiterzog, der dann das gleiche tat.

Allemann wußten, dass der Fall so unglücklich enden würde, haben aber nicht den Mut aufgebracht, der Betroffenen das vorher zu sagen. Und das aus 2 Gründen. Zum einen ist es peinlich, als Fachmensch zuzugestehen, nicht wirklich zu wissen, was da vor sich geht, ob das denn tatsächlich eine "chronische Sinusitis" ist, z.B.. Und zum Zweiten tun alle Kollegen ja auch so, als wüßten sie Bescheid, besonders die in Krankenhäusern und Unikliniken. Und wenn dann eine Operation genau den entgegengesetzten Erfolg, also einen Mißerfolg hat, dann bekommt die Behandlungsmethode im günstigsten Fall einen Negativstrich in der Statistik, meistens wird unehrlicherweise ein Teilerfolg eingetragen.  Was mit dem Patienten passiert ...

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