Der Stern: Vorsicht Zahnarzt - Reaktion der Standespolitik unsachlich wie immer

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Zur Vorgeschichte dieses Artikels verweise ich auf den Artikel "Der Stern: Vorsicht Zahnarzt" vom 10.12.2011. Am 14.12.2011 titelt die "DZW" Ausgabe 50/11 auf der Frontseite "Ergebnisse und Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar" und zitiert damit eine gemeinsame Pressemitteilung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), die den BZÄK Präsidenten Dr. Peter Engel mit den Worten losschickt:

Die Ergebnisse dieser nicht repräsentativen Studie sind nicht nachvollziehbar. Sie verunglimpft den ganzen Berufsstand und verunsichert die Patienten. Wir werden diese Studie genau prüfen.

Noch plakativer der KZBV Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Fedderwitz

"Diese einseitig angelegte Studie hilft erst einmal niemandem. Untersuchungsziel und Untersuchungsvorgehen passen fachlich nicht zusammen. Dennoch nehmen wir diesen Rundumschlag gegen den gesamten Berufsstand ernst - und natürlich kann jeder von uns noch immer etwas besser machen." "Der Patient steht immer an erster Stelle. Umfang und Aufwand einer zahnmedizinischen Leistung hängen ganz wesentlich vom Einzelfall und der Patientenerwartung ab", so Engel.

 

Kommentar

Der Bundeszahnpräsident Engel sagt sein Sprüchlein auf  "Der Patient steht immer an erster Stelle" und entlarvt damit sich und seine Bundesparolenschmiede in Berlin*) als bezahlte Ablenkungstruppe von sachlichen Themen. Dieses Spielchen läuft seit Gründung der Republik genau so ab: Die Standespolitik bekommt Wind von vorne, bekommt nachgewiesen, dass die "weltbeste Zahnmedizin" eben genau das nicht ist, dass in Deutschland viel zu viel Geld im Mund für relativ wenig extra Gesundheit verbraten wird im Vergleich zu wirklich jedem anderen Land. Und die Standespolitiker üben sich in solchen Situationen immer im Ablenken, Abstreiten und Leugnen. Ein - wie auch immer gearteter - Sachbeitrag zur wirklichen Problemerkennung wird grundsätzlich nicht geleistet.

Ganz typisch ist der Präsidentenspruch vom Patienten, der an erster Stelle stünde. In der Studie, tatsächlich heißt sie:  "Die Qualität des zahnärztlichen Erstbefundes" -  Eine Studie zur Befund- und Beratungssorgfalt des niedergelassenen Zahnarztes - geht es exakt um diese Frage: Wird die Untersuchung der durchschnittlichen zahnärztlichen Praxis dem Bedarf des Patienten gerecht?  Die 3 Autoren Grummt, Melchers und Riedel kommen nach 47 Seiten zur begründeten Ansicht, dass das für mindestens 30% der Untersuchungen nicht gilt. Was also meint der BZÄK Präsident Engel mit dem Patienten, der immer an erster Stelle stehen täte? Die Rechnung zu bezahlen? Sich dreiste Sprüche anzuhören?

Wir warten also immer noch auf sachliche Antworten. Z.B. auf die Frage, warum die BZÄK bis heute nicht in der Lage ist, Mindestanforderungen an zahnärztliche Untersuchungen aufzuschreiben.

 

*) Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in Berlin beschäftigt in erster Linie einige wichtige Herren im beschlipsten Anzug, die a) für Ansprachen an das Zahnarztvolk, b)  für ihre so genannten "Pressemitteilungen" siehe oben und eigenen Angaben zufolge c) für die Lobby-Arbeit im Regierungsviertel da sind. Aus sicherer Quelle sickert durch, dass die "neue GOZ 2012" von Zahnärztehand vorbereitet, berechnet und maßgeblich beeinflusst worden ist. Die BZÄK Spitze hat im Sommer / Herbst 2011 den erstaunlichen Spagat hingelegt, auf der einen Seite gegenüber ihrem Zahnarztvolk wie ein Rohrspatz gegen die GOZ 2012 zu wettern, andererseits in Geheimmission im BMG (Bundesministerium für Gesundheit) dabei mitzumischen. Natürlich werden Engel & Co. letzteres vehementestens abstreiten. Sie werden dann aber erklären müssen, wieso das BMG die neue GOZ 2012 so fachgerecht auf-, um- und auch abgewertet hat und sie als hochbezahlte Lobbyisten mitten in Berlin das nicht gewußt haben wollen.

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