Betrifft Patienten
Zahnärzte Nahkampf in Stuttgart
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- Kategorie: Betrifft Patienten
- Erstellt am Dienstag, 08. November 2011 16:27
- Geschrieben von Joachim Wagner
- Zugriffe: 669
Sie schrecken vor nichts zurück: die Kollegoiden (= Kollegenähnliche), die sich Konkurrenzvorteile um jeden Preis erkaufen wollen. Der neueste Schauplatz für diese Art der Bekämpfung von Mitbewerbern liegt - ist klar - im Internet, genauer gesagt bei den Rabattvermarktern wie Groupon und ähnlichen.
Bild 1 gibt eine vor 25 Tagen gelaufene Rabattaktion in Stuttgart wieder, und in Bild 2 eine ähnliche mit noch dramatischeren Konditionen vor ca. 14 Tagen (von heute 08.11.11).
Darin versprechen die verantwortlichen Kollegen/in, sich selbst (!) für 40 Minuten an den Patienten zu setzen und die Zähne mit dem üblichen Schrubbzeugs zu bearbeiten. Und das für die ausgelobten Preise von 22,-- bzw.
19,-- Euro , von denen noch einmal 40% an den Internet Anbieter Groupon abzuführen sind. Letztlich erhält der Zahnarzt oder die Zahnärztin nur noch etwa 12 Euro ausgezahlt für jeden verkauften Rabattschein.
Solche Kleinbeträge passen zum Wunschumsatz der Zahnärzte in Höhe von 250 Euro pro Stunde *) irgendwie überhaupt nicht. Was also veranlasst unsere Rabatteure, von denen es neuerdings immer mehr gibt, derart tief in den Preiskeller herabzusteigen?
Ein mitgelesener Beitrag im Zahnärzteforum gibt Hinweise:
Zitat AnfangLG VG"
Zitat Ende
Damit man das als Nichtzahnarzt versteht
In der Innenstadt von Hannover dient eine Zahnarztpraxis offenbar auch per Groupon die Professionelle Zahnreinigung für Euro 29,95 für 50 Minuten an neue Patienten an. Dabei liest aber die Praxis die Krankenversicherungskarte (KVK) ein, was prinzipiell nicht korrekt ist. Die Praxis verlangt zwar keine 10 Euro Praxisgebühr, rechnet aber vermutlich die 01 (Untersuchung), die PSI (Taschenbefund) und den Zahnstein über die KVK ab, was etwa 40 Euro einbringt **). Der Knackpunkt ist jedoch der, dass der Billigzahnreiniger plötzlich 5 Zähne als defekt gesehen haben will, obwohl der gleiche Patient vom hier berichtenden Kollegen V.G. erst im September 2011 eine Untersuchung mit einem Nullbefund hatte. Der Neupatient wird misstrauisch, sucht seinen "Exzahnarzt" wieder auf, der bei einer erneuten Überprüfung wieder feststellt: nichts zu tun.
So funktionierts
*) Der Wunschumsatz von 250 Euro pro Betriebsstunde ist keineswegs völlig aus der Luft gegriffen. Die reinen Praxiskosten liegen eher über als unter 100 Euro pro Stunde. Das geht schon alleine aus den 3 wichtigsten Kostenfaktoren hervor a) Personal (Arzt plus mindestens 2 Vollzeitler extra), b) Labor, c) Einrichtung (Anschaffung/Abschreibung), Wartung etc.
**) Das Problem mit diesen 40 Euro Kassenhonorar ist, dass es a) indirekt die Kassenbeiträge treibt, b) überflüssig wie ein Kropf ist, weil die Leistung bereits beim "Heimzahnarzt" schon erbracht und ebenfalls mit der Krankenkasse abgerechnet worden ist und c) zum Gegenteil dessen führt, was der Patient annimmt: ihm würde geholfen, und schließlich d) krass asozial ist
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Kommentare
Hallo Herr Hermann,
sind Sie sicher, daß Sie irgendwas begriffen haben ??? Kennen Sie DIMDI und Studie über KFO? Kennen Sie den Wissenschaftsrat der Bundesregierung und Drohungen, "zahnmedizinische Lehranstalten" zu schließen, weil die praktizierte zahnmedizinische Versorgung die Bevölkerung "flächendeckend gefährdet"?
Good luck.
H. P.
Somit ist nunr fix vorprogrammiert: Patienten schauen nur mehr auf die Kosten - keine Rede mehr von Qualifikation! Der veursachte Schaden kommt nicht nur beim Zahnarzt an, sondern früher oder später auch beim Patienten!
Welcher Patient weiss schon, dass die unnötige Bestandsaufnahme zu Lasten der Krankenkasse und im Endeffekt zur Belastung der Beiträge führt.
Und welcher Patient kann schon abschätzen, was notwendig an den Zähnen gemacht werden muss und was nicht. Da streiten ja auch die Fachleute drüber.
Dass es sich um eine geschickte Werbestrategie handelt, um Leute erstmal in die Praxis zu bekommen und als künftige Kunden zu gewinnen, darauf könnte man ja noch kommen. Aber, dass dann mal gleich mehr gemacht und abgerechnet wird als die vereinbarte PZR ist auf den ersten Blick für den Patienten nicht erkennbar. Ich schätze mal, darüber wird er auch nicht vorher informiert. Nur dann wenn man es weiss, kann man es nicht mehr nicht mehr sehen.
Deshalb, vielen Dank für die Aufklärung!
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