In USA konkrete Verbesserungen für Diagnosekriterien RDC/TMD vorgelegt
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- Kategorie: Biss, Knirschen und 'Funktion'
- Erstellt am Donnerstag, 05. Januar 2012 14:20
- Geschrieben von Joachim Wagner
- Zugriffe: 784
Während in Deutschland die letzten Schlafmützen noch über die angebliche Notwendigkeit der "instrumentellen Funktionsanalyse" bei der Diagnose von TMD (in Deutschland noch CMD) schwafeln, wie hier noch im Bayerischen Zahnärzteblatt nachzulesen ist, geht die US-amerikanische RDC/TMD Diagnoseliste bereits in die Revision 2.0 . Dazu muss man wissen, dass die erste Ausgabe der RDC/TMD Kriterien bereits 1992 von den Wissenschaftlern Samuel Dworkin und Linda LeResche in Seattle, US Bundesstaat Washington, veröffentlicht wurden und seitdem einen - nach meinem (Joachim Wagner, Zahnarzt) Kenntnisstand - unangefochtenen Siegeszug weltweit als DIE Kriterien für die Einordnung von Schmerzen im Bermuda Dreieck Schläfe, Hals und Gesicht angetreten haben.
Wir besitzen jetzt schon hunderte von epidemiologischen Studien (= Nachzählstudien, wie der Schmerz nach RDC/TMD einzustufen ist) an vielen zigtausenden Menschen aus allen Teilen der Welt. Und alle sagen ähnliches: Die Verteilung der Schmerzen um das Ohr verteilt sich weltweit in ganz bestimmten Verhältnissen auf die Gruppen römisch I (muskuläre TMD) die Gruppe II (Gelenksfälle) und dem kleineren Rest.
Die deutsche Zahnmedizin hat bis etwa 2005 geglaubt, diese Diagnosekriterien von jenseits des großen Teiches völlig ignorieren zu können und weiter die eigene altbackene "CMD" Zahnklempner-Folklore durch allerlei Marketingtricks wie "CMD-Clinic", "CMD Tage", "CMD-Fortbildung" am Leben zu halten. Gottseidank sind aber endlich auch einige Universitätsprofessoren aufgewacht und haben gemerkt, dass das auf Dauer in einer üblen wissenschaftlichen Sackgasse enden wird. So z.B. Leute aus der Leipziger Uniklinik, Abteilung Prothetik, die darum 2006 die Eindeutschung der RDC/TMD vorgenommen haben.
Die USA RDC/TMD Forschergemeinde hat nun ihrerseits im Laufe der 20 Jahre gesehen, dass die ursprünglichen Formulierungen der Kriterien nicht mehr den neuesten Erkenntnissen entsprechen. Die nachfolgenden Verbesserungsvorschläge wurden Ende 2010 von einer Arbeitsgruppe um Dr. Gary C. Anderson, Universität Minnesota veröffentlicht. Mit dabei war auch ein enger Mitarbeiter des Ur-Teams um Dr. S. Dworkin aus Seattle, nämlich Dr. Edmont L. Truelove. Wir können also beruhigt davon ausgehen, dass die hier vorgeschlagenen Änderungen in wenigen Jahren zum Kanon des revidierten RDC/TMD Katalogs gehören.
Wer heute also wissen will, wie im Jahr 2020 international die Schmerzen im Bereich um die Ohren eingeteilt und bezeichnet werden, der kann das hier bereits lesen.
Die folgenden beiden Tabellen ("Table") 1 und 2 beziehen sich auf die Diagnose Achsen 1 und 2 der RDC/TMD. Ganz grob bedeutet das, dass die rein biologisch/anatomische Betrachtung des Patienten in der Achse 1 erscheint und die psychisch/soziale in der Achse 2. Darum werden in der Tabelle 2 viele aus der Allgemeinmedizin kommende Untersuchungs Fragebögen, z.B. der SCL-90, aufgeführt. Das sind planmäßige Erfassungsinstrumente zur Feststellung der gegenwärtigen Lebensqualität, Sorgen, Nöte etc.
Ich, Joachim Wagner, Zahnarzt, lege großen Wert darauf, dass hier besonders meine Kollegen/innen nachlesen können, dass eine korrekte Beurteilung von TMD Patienten ohne die Achse 2 Fragenkataloge keinen richtigen Sinn ergibt. Es reicht eben nicht aus, sich nur ein Bild von den Schmerzen oder womöglich nur vom "stomatognathen System" (= hochtrabende Bezeichnung für den Mund mit allem drum und dran) zu machen. Für die betroffenen Frauen spielt die aktuelle Lebensqualität eine viel wichtigere Rolle und da wirken ganz andere Faktoren hinein, wie z.B. eine Depression, die sich beispielsweise mit dem SCL-90 zuverlässig erkennen läßt.
Group I: Muscle Disorders
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Group II: Disc Displacements
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Group III: Arthralgia/Arthritis/Arthrosis
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Group IV: Temporomandibular Joint Hypermobility
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Group V: Tension-type Headache with Temporalis Muscle Tenderness
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| 2.1 General Screeners |
| 2.2 Pain |
| 2.3 Physical Functioning |
2.4 Emotional Functioning
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2.5 Global Status Rating
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