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Grundlagenwissen ZNS, Forschungsberichte, Experimentelles Wissenschaftliche Arbeiten, Die folgenden Beiträge können in diesem Artikelbereich gefunden werden.
Name des Artikelbereichs: Grundlagenwissen ZNS, Forschungsberichte, Experimentelles
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Gesendet von : Chef Mittwoch, 14. November 2007 - 07:15 |
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Auch wir Nicht-Sinologen erkennen etwas: P2X. In dieser Zeile steht von links nach rechts das chinesische Äquivalent dieses englischen Titels: Characteristics of P2X purinoceptors in the membrane of rat trigeminal ganglion neurons. Womit wir a) wissen, dass Chinesen zuviele Worte machen (18 statt 11 in englisch), b) bei westlichen Eigennamen auch die entsprechenden Codezeichen aus dem Latein-/Arabischen verwenden, und c) ein sehr gutes Zeichengedächtnis haben müssen, weil sie innerhalb dieser 18 chinesischen Wörter keine einzige Figur wiederholen. Jetzt kommt aber die Hauptbotschaft: diese Zeile kommt aus einem Artikel der chinesischen Fachzeitschrift "Acta Physiologica Sinica", die seit 1978 (!) wissenschaftliche Artikel aus dem Gebiet der Physiologie auf chinesisch und englisch veröffentlicht. Die Mitglieder der Redaktion sind offensichtlich mehrheitlich in den USA ausgebildet worden, was sich auch in der Wahl des Journalnamens zeigt, dessen Ursprung mit China so gar nichts zu tun hat.
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Gesendet von : Chef Montag, 12. November 2007 - 15:56 |
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Die Universitäts Zahnklinik Frankfurt Main hat sich dankenswerterweise genauer mit den so genannten "Abutments" zu deutsch Aufbauten der zahnmedizinischen Implantate befaßt. Es handelt sich also um das Teil, dass den "Dübel" im Knochen mit der zahntechnischen Krone als 3. und letztem Bauteil verbindet. Gewöhnlich wird der Aufbau mit Hilfe einer Schraube im Implantat befestigt.
Die Untersucher haben bei dieser Studie hier nun Videobilder vom Belastungsversuch der Aufbauten hergestellt und die entscheidenden Stellen ins Netz gestellt. Hier könnnen die 1 bis 2 Sekunden lange Filme abgerufen werden. Es zeigt sich, dass die Verbindung zwischen Aufbauten und Implantat eben nicht bei allen Systemen gleich belastbar ist. Positiv im Sinne einer kaum sichtbaren Verformung heraus schauen die Produkte der Firmen Astra und Ankylos, während die der Marktführer erstaunlich schwach aussehen.
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Gesendet von : Chef Montag, 05. November 2007 - 23:11 |
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Originaltitel: " P2X3 receptor mediates heat hyperalgesia in a rat model of trigeminal neuropathic pain." Auf deutsch: Der P2X3 Rezeptor vermittelt die Wärme Überempfindlichkeit in einem Tiermodell von trigeminalen neuropathischen Schmerzen"
Autoren: Shinoda M, Kawashima K, Ozaki N, Asai H, Nagamine K, Sugiura Y.
Institut: Department of Functional Anatomy and Neuroscience, Nagoya University Graduate School of Medicine, Nagoya, Japan.
Die vorliegende Studie wurde unternommen, um die Rolle des P2X3 Rezeptors (P2X3R) bei Wärme Überempfindlichkeit in einem neu entwickelten Tiermodell von neuropathischen Schmerzen des Trigeminus an der Ratte zu klären. Der infraorbitale Nerv (2. Ast des Trigeminus) wird auf einer Seite mit 6-0 Nähseide eingeengt. Zum Erfassen der Wärmeempfindlichkeit werden Vibrissae-(Schnurrhaare) Hautbereiche auf eine heiße Platte gelegt und die Zeit gemessen, bis die Ratte ihren Kopf wegbewegt. Die Tastempfindlichkeit der Vibrissae wird mit von Frey Filamenten (Fasern mit definierter Biegekraft) bestimmt. Beide Sinne werden auf der gleichen Seite wie die Einschnürung des infraorbitalen Nervs erfasst.
Ergebnis: Die Verzögerung beim Wärmeversuch ist verlängert nach einer subkutanen (unter die Haut gespritzten) Gabe von pyridoxal-phosphate-6-azophenyl-2',4'-disulfonic acid (PPADS, ein P2X1,2,3,5,7,1/5,2/3R Antagonist) and 2',3'-O-(2,4,6-trinitrophenyl) adenosine 5'-triphosphate (TNP-ATP, ein P2X1,3,2/3,1/5R Antagonist). Sie ist verkürzt bei der Gabe von alpha,beta-methylene ATP (alpha,beta-me ATP, ein P2X1,3,2/3R Agonist), wohingegen keine Veränderung zu verzeichnen ist bei der Gabe von beta,gamma-methylene-L-ATP (beta,gamma-me-L-ATP, ein P2X1R Agonist). Im Ganglion Trigeminale auf der eingeschnürten Nervus infraorbitalis Seite nimmt die Zahl der P2X3 tragenden Nervzellen dünnen Durchmessers signifikant zu
Diskussion: Mit dieser Studie haben wir ein neues Tiermodell für trigeminale neuropathische Schmerzen entwickelt, das durch Einengung des Nervus infraorbitalis funktioniert und dabei eine Wärme- und Tast -Überempfindlichkeit der Schnurrbart-Haut der Ratte verursacht. Pharmakologische und immunohistochemische Nachweise zeigen, dass der Rezeptor P2X3R eine wesentliche Rolle bei der Wärme Überempfindlichkeit spielt. Diese kann durch P2X3 Antagonisten (Ausschalter) unterdrückt werden. Die Ergebnisse legen nahe, dass P2X3R ein möglicher Zielkandidat für die Entwicklung neuer Medikamente gegen neuropathische Schmerzen des Trigeminus sein könnte. PMID: 17481957 [PubMed - indexed for MEDLINE]
Frage des Praktikers: Beim Menschen gibt es auch P2X3 Rezeptoren an Trigeminus Nervenzellen, sind diese schuld bei ungeklärten Temperatur Überempfindlichkeiten der Zähne?
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Gesendet von : Chef Mittwoch, 25. Juli 2007 - 14:48 |
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Unbemerkt von der Öffentlichkeit häufen die Grundlagenforscher ein nicht mehr überschaubares Wissen über des Menschen ureigentliche Lebengrundlage an: dem Erbgut. Für einen ganz kleinen Einblick hinein klicken Sie hier:
- HERG = Human ether-a-gogo related gene = Es handelt sich um den Genbereich auf menschlichen Chromosomen, der die Codes für einen bestimmten Kaliumkanal KCNH2 enthält. Dieser Kaliumkanal kommt hauptsächlich im Herzen vor und führt bei Fehlern im Erbgut zum so genannten "langen QT" (LQT) Syndrom, das schlimmstenfalls in vorzeitigem Herzstillstand endet.
- LQT = langes QT Syndrom = das EEG (Elektrokardiogramm) ist auffällig. Hier hat es eine Riesenbibliothek über alle bisher bekannten erblichen Krankheiten mit diesem Symptom und alle dazu bekannten Querverweise. Auf dieser Medline Seite finden sich direkte Links auf das Humane Genom = unser vollständig entziffertes Erbgut.
- Humanes Genom = Seit dem Jahr 2000 etwa ist die Übersetzung aller menschlichen Erbinformationen in (computer) lesbarer Form komplett. Das heißt, wir wissen heute genau
- wie die Abfolge von Desoxynukleinsäurepaaren (DNS) auf den einzelnen Chromosomen aussieht
- an welchen Stellen die Baumuster einzelner Eiweißstoffe (Enzyme, Strukturproteine) liegen
- wo die fehlerhaften Stücke DNS liegen, die dann auch Fehler in allen nachgeordneten Stellen nach sich ziehen: Erbkrankheiten.
Gerade der letzte Link zeigt die überwältigende Fülle an Information, die bereits vorliegt. Wir werden auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren ganz gewaltige Umbrüche in der traditionellen Medizin erleben: bevor beim Kranken irgendwelche Symptome betrachtet werden, schaut Kollege Computer sich zuerst die DNS an - und kann danach schon genau sagen, welche Schwachpunkte die Erbinformationen aufweisen. Damit werden sich möglicherweise etliche bisher wenig verstandene Krankheiten wie: Angst/Panikstörung, Fibromyalgie, chronische Rückenschmerzen etc. aufklären lassen.
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Gesendet von : Chef Donnerstag, 15. März 2007 - 08:08 |
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Gray`s Anatomy ist ein uraltes Werk. Henry Gray (1825–1861). Anatomy of the Human Body. 1918. Aber es ist nach wie vor von unbestrittener Qualität und hat den Vorteil wegen seines Alters keinem Copyright mehr zu unterliegen, weshalb es auch im Internet öffentlich zugänglich ist. In der Unterabteilung Zentral Nerven System zeigt H. Gray alle schon im 19. Jahrhundert bekannten Teile. Und es ist erstaunlich, was man schon alles wußte. Der gewählte Überblick zeigt 42 kleine Abbildungen, die beim Klicken vergrößern. Eine gute Übersicht erhält man, wenn man auf das Wort "ILLUSTRATIONS" drückt.
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Gesendet von : Chef Samstag, 03. Februar 2007 - 22:14 |
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Englische Forscher haben Jahre hart gearbeitet und 2006 ihre Ergebnisse vorgestellt. In einer langen Reihe von methodisch sehr verschiedenen Versuchen an Ratten konnte geklärt werden, warum - eine milde Kühlung der Haut auf 16 bis 18 Grad Celsius
- das Aufbringen von Menthol auf der Haut
- die Anwendung des synthetischen Kaltfühl-Mittels Icilin
Schmerzen in dem betroffenen Gebiet für eine knappe Stunde fast unterdrücken kann.
Seit wenigen Jahren ist die Existenz von sogenannten TRP (Transient Receptor Potential) Kationen Kanälen bekannt. Das sind Kanäle durch die Zellhaut von Nervenzellen, die das Fließen von Kationen (z.B. Kalium oder Natrium Ionen) steuern. Der Kanaltyp TRPM8 hat die Eigenschaft bei 18 bis 19 Grad Celsius die Schleuße zu öffnen. Außerdem hat er Andockstellen für Menthol und Icilin. Wird die Andockstelle besetzt, öffnet sich ebenfalls der Kanal. Das Öffnen des Kanals führt zur Wanderung der elektrisch geladenen Atome, das wiederum verursacht eine plötzliche Spannungsänderung an der Zelloberfläche der Nervenzelle und diese wird von einem langsamen Fasertyp (C und A-Delta) Richtung Zentralnervensystem (ZNS) weitergeleitet. Und dort hemmt diese Botschaft das Verarbeiten von Schmerzsignalen aus anderen Fasern.
Ein sehr eindrucksvoller Versuch dazu sieht so aus: Ratten bekommen in einer ersten Operation den Nervus Sciaticus (Hinterpfote) teilabgebunden. Nach 12 Tagen bildet sich dadurch eine Überempfindlichkeit der Hinterpfote gegen Wärme und gegen die Berührung mit dünnen Fasern aus. Beides kann gemessen und in Zahlen erfasst werden. Bekommen die Tiere 2 Minuten vor der Messung eine bestimmte Sorte Menthol oder Icilin, verschwindet die Empfindlichkeit auf Wärme und Berührung fast komplett für ca. 45 Minuten.
Um nun zu beweisen, wie genau der Mechanismus funktioniert, mußten natürlich viele andere Untersuchungen und Experimente durchgeführt werden. Hier eine kleine Auswahl der Erkenntnisse:- TRPM8 hat immer eine schmerzhemmende Funktion, TRPA1, der unter 10 Grad aktiv wird, verstärkt dagegen Schmerzen
- die Wirkung auf TRPM8 ist unabhängig von Morphium-Rezeptoren
- Menthol und Icilin wirken sowohl auf der Haut, als auch direkt ins Rückenmark gespritzt
- bei kompletter Nervdurchtrennung funktioniert der Menthol Effekt nicht mehr auf der Haut, aber im Rückenmark
Bedeutung für die Zahnmedizin: Endlich wird wissenschaftlich bestätigt, warum Mentholaufbereitungen (Melissengeist, japanisches ....) wirken, und hierdurch bietet sich auch die Chance, neuropathische Schmerzen im Gesichtsbereich mit der körpereigenen Schmerzhemmung mindestens anbehandeln zu können.
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Gesendet von : Chef Montag, 18. Dezember 2006 - 12:06 |
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Britische Forscher haben sich überlegt, dass die bisherigen Neuropathie-Schmerzmodelle nicht wirklich auf menschliche Neuropathie-Schmerzen passen. Das bekannteste Tiermodell für Neuropathie Schmerzen sind teilabgebundene Beinnerven in Ratten. Die Tiere entwickeln zwischen 45% und 80% der Fälle Hyperästhesien (= Überempfindlichkeit auf Reize mit einem Häärchen) und Allodynien (= Schmerzreaktionen auf an sich nicht schmerzende Reize). Das Problem an diesen verletzten Ratten ist aber, dass man nicht genau unterscheiden kann, ob die Schmerzen durch Störungen von noch lebenden Beinnervzellen kommen, oder von abgestorbenen Beinnervzellen, oder von der Entzündungsreaktionen durch das zum Abbinden eingesetzte Nahtmaterial.  Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf die Grafik klicken, bekommen Sie den Befehl "Grafik speichern oder Grafik speichern unter" angeboten. Speichern Sie einfach auf Ihrem Desktop ab und klicken dann doppelt auf die Grafik auf Ihrem Desktop. Dann wird die Originalgröße (lesbar) aufgerufen.Also entwickelten sie ein neues Neuropathie -Tiermodell. Dabei erhalten die Tiere in einen Fuss eine Injektion mit infektiösen Varizellen-Zoster Viren und in den anderen Fuss eine Injektion mit den gleichen aber abgetöteten Viren. Das Ergebnis ist, dass die infizierte Seite eine über 33 Tage zunehmende Hyperästhesie (= in der Grafik "Hyperalgesia") und Allodynie zeigt. Allodynia heißt in diesem Fall: streicht man mit sogenannten "von Frey" Fasern (= sehr feine Nylonhaare mit definierter Knickstärke) über die Pfote, weichen die meisten Tiere den dünnen Fasern auf der kranken Seite viel früher aus. Schaut man sich dann die Nervenzellen des Rückenmarks in der Lendengegend der Tiere direkt an, dann sieht man im Elektronenmikroskop, dass die Vireneiweiße sich in bestimmten Zellbereichen häufen, die Zellen selber aber nicht absterben. Und weil es die posterherpetische Neuropathie (= teilweise sehr schmerzhafte Nervenentzündung nach einem Zosterausbruch vor in älteren Patienten) beim Menschen genauso gibt, halten die Forscher die Zosterinfektion in Ratten für das realistischere Tiermodell.
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Gesendet von : Chef Montag, 11. Dezember 2006 - 17:15 |
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Laboratoires Pierre Fabre, Toulouse, France hat vermutlich einen ganz besonderen Pfeil im Köcher. Die Substanz F-13640 kann Schmerzen beseitigen, die sonst nur noch durch große Mengen von Hochleistungs-Opioiden (Typ: Fentanyl) ähnlich wirksam ausgeschaltet werden können.
Der 5-hydroxytryptamine (5HT)1A Rezeptor (Andockstelle für chemische Substanzen) im zentralen Nervensystem ist der Angriffspunkt für F-13640. Das neue Mittel besetzt diesen Rezeptor so effektiv, dass eine anschließende Schmerzreizung sich genau gegensinnig auswirkt. Statt einer Verschlimmerung der Schmerzen schlägt die Verarbeitung des Signals dann um in eine Verstärkung der Unempfindlichkeit. Der Gewöhnungseffekt an die Droge ist hier also nicht vorhanden, im Gegensatz zu Opioiden. Eines der großen Probleme beim Opioid-Einsatz ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Gewebe an die Schmerzmittelgabe anpaßt. Innerhalb weniger Tag muß die Dosis mehrfach erhöht werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
Aus einer hausinternen Mitteilung des Herstellers Pierre Fabre ging 2005 hervor, dass die klinische Erprobung des Materials am Menschen unmittelbar bevorsteht. Die neuerliche Besprechung des Moleküls durch den Hauptentwickler FC Colpaert in einer diesjährigen Veröffentlichung läßt hoffen, dass die meisten Hürden genommen sind.
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Gesendet von : Submit_News Montag, 11. Dezember 2006 - 14:26 |
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Die Studie heißt: "The Canadian National Breast Screening Study-1: Breast Cancer Mortality after 11 to 16 Years of Follow-up" und beobachtete die Schicksale von 50.430 (Fünfzig-Tausend Vierhundert Dreißig) Frauen über eine lange Zeit. Die Studie begann 1980, die letzten Mammografien wurden 1988 geröngt und die Auswertung des Langzeitverlaufs wurde im Jahr 2002 veröffentlicht. Im Prinzip wurde die große Menge der Frauen in 2 Lager aufgeteilt: - eine Hälfte erhielt über 5 Jahre jedes Jahr eine Mammografie, eine körperliche Untersuchung und eine Schulung in der Selbstuntersuchung der Brust vom einem speziellen Brustkrebs-Früherkennungsdienst.
- die andere Hälfte erhielt eine einzige Mammografie und körperliche Untersuchung und wurde danach nur noch einmal pro Jahr mit einem Fragebogen per Post kontaktiert. Die weiteren Untersuchungen und Behandlungen fanden in dieser Hälfte bei den normalen Trägern (Ärzten, Kliniken vor Ort) statt.
Das Ergebnis: Am 31.12.1993 hatten aus der Gruppe 1 insgesamt 592 einen invasiven Brustkrebs entwickelt, in Gruppe 2 waren es 552. Davon endeten 105 in Gruppe 1 tödlich und 108 in Gruppe 2. Fazit: Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass das systematische Suchen nach Brustkrebs in der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre keine wirkliche Verbesserung des Todesfallrisikos bei Brustkrebs bewirkt. Allerdings muß davor gewarnt werden, diese Ergebnisse auf alle Brustkrebsfälle hochzurechnen. Möglicherweise würde eine gleiche Studie mit älteren Frauen zu einem anderen Ergebnis kommen. Schade eigentlich. Dabei war es so gut gedacht: man müßte nur früh genug und richtig suchen, dann würde alles gut ....
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Gesendet von : Submit_News Montag, 04. Dezember 2006 - 12:40 |
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Aus einem neurologischen Lehrbuch: Unser Hirn verbraucht pro Tag ca. 120 Gramm reine Glukose und ist auch so gut wie nicht auf eine Fetternährung umstellbar (im Gegensatz zur Muskulatur). Diese Menge Zucker stellt der Körper normalerweise aus den Kohlehydraten der Nahrung, also Kartoffeln, Nudeln, Reis, Mais usw., selbst her. Natürlich geht es noch einfacher über die enzymatische Spaltung von Rohrzucker (Haushaltszucker) in Fructose und Glukose. Alternativ ist der Körper in der Lage diesen Zucker auch aus Eiweißen herzustellen. Dagegen gibt es keinen Weg von Fett zu Glukose.
Was passiert dann aber bei der "Ernährungsumstellung" auf niedrige Kohlenhydratanteile ("Atkins Diät")? Ganz einfach: das Fett wird weiter im Fettgewebe gespeichert, weil die Zufuhr höher als der Bedarf ist und das Gehirn will trotzdem weiter Glukose haben. Zwar wird bei diesen merkwürdigen "Diäten" auch relativ viel Eiweiß zugeführt. Das reicht aber nicht aus, denn die biochemische Umwandlung von Eiweiß in Glukose und Abfall verursacht Wandlungsverluste. Für 120 Gramm reine Glukose sind etwa 160 Gramm reines getrocknetes Eiweiß notwendig. Das entspricht einem Frischgewicht an Rinderfleischmasse von mindestens 600 Gramm (25% Eiweißgehalt in der Feuchtmasse).
Soviel isst kein Mensch. Wie schafft nun der Körper die fehlenden Glukosemengen heran? Ganz einfach: er baut körpereigenes Eiweiß ab und wandelt es in Glukose. Das bedeutet, dass Muskeln schwinden, um das Gehirn am Laufen zu halten. Auf diese Weise nimmt der Atkins-Diätler ab, dummerweise aber an den falschen Stellen.
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Gesendet von : Chef Donnerstag, 29. Juni 2006 - 16:13 |
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Gabapentin (Neurontin, Pfizer) wurde vom Hersteller als Antiepileptikum vor 10 Jahren auf den Markt gebracht. Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass Gabapentin auch als atypisches Schmerzmittel bei Nervverletzungen/erkrankungen erfolgreich ist. Der umtriebige Hersteller hat seine Verkaufstruppen nun auch darauf angesetzt. Die Pfizer "Pharmareferenten" bringen jetzt dem ärztliche Fußvolk an der Front die frohe Botschaft bei, dass Gabapentin bei bestimmten Schmerzen wirksamer ist als Morphium.  Woran liegt das? An der automatischen Hochregulierung einer extrazellulären (auf der Zell"haut") Andockstelle für die Impulserzeugung von schmerzleitenden Nervenzellen. Diese Andockstelle heißt "alpha2delta-1 Rezeptor". Macht man bei Ratten eine Verletzung eines Spinalnervs (Rückenmarksnerv) durch Abbinden mit Nadel und Faden, dann kann man die Kurve hier oben messen. Da sprießen die Andockstellen auf den Nervzellen wie Pilse im Wald nach warmfeuchter Witterung. Die Vermehrung beträgt bis 2000 (Zweitausend) Prozent. Und je mehr Andockstellen da sind, desto häufiger funkt die Schmerznervzelle Impulse in Richtung Hirn. Das ergibt auch Sinn: wenn der Spinalnerv eingeklemmt wird, funktioniert die gequetschte 1. schmerzleitende Zelle von den Organen oder Hautabschnitten zum Rückenmark ja nicht mehr. Also regelt eine automatische Rückkopplung die Empfindlichkeit der 2. Nervzelle (das ist die die Empfängerzelle von der 1. Nervzelle ) rigoros hoch. Dann werden die noch gerade so einlaufenden Signale hochverstärkt. Und der Patient merkt in dem betroffenen Gebiet eine Hyperästhesie: kleine Reize, die völlig harmlos sind, machen Schmerzen. Und er bemerkt auch eine Allodynie: der Reiz hat eine andere Qualität als der Schmerz. Streicheln wird beispielsweise als Wärmeschmerz gefühlt. Und das ist die Stelle, an der Gabapentin zum Einsatz kommt. Gabapentin dockt hochspezifisch am alpha2delta-1 Rezeptor an und neutralisiert dessen Wirkung. Daraus wird verständlich, warum Gabapentin bei "normalen" Schmerzen (Zahnschmerzen z.B.) nicht wirkt, dafür aber bei Schmerzen nach mechanischer Nervletzung und teilweise bei Neuropathie durch Diabetes und andere Nervgifte.Fazit: Wenn ein hartnäckiges Schmerzproblem stattfindet, das durch Behandlung des Gewebes vor Ort (Zähne, Knochen ...) eher verschlimmert als verbessert wird, kann durch die Verordnung von Gabapentin ein Verdacht auf neuropathische Schmerzen überprüft werden. Das Mittel ist vergleichsweise problemlos auch bei gleichzeitiger Gabe von anderen Substanzen und hat eine große therapeutische Breite: Tagesdosen bis 3,6 Gramm (nicht Milligram) am Tag sind machbar. Zur Abwechslung haben also die Verkaufsanstrengungen des Produzenten mal Sinn. Die Studie dazu ist hier.
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Gesendet von : Chef Freitag, 31. März 2006 - 15:48 |
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Das branchenweit angewandte Verfahren zum Versiegeln bleibender Molaren verläuft im Prinzip folgendermaßen:
(das Bild zeigt auf dem vorderen Zahn eine Kunststoff-Versiegelung, und auf dem hinteren Zahn eine GIZ = GlasIonomerZement Versiegelung, die wir in der Praxis bevorzugen)-
Reinigung der Fissuren mit Hilfsmitteln (Scaler, Ultraschall, Bürste, Sandstrahler ..)
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Ätzen der Schmelzoberfläche mit 35% Phosphorsäure
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Abspülen mit Wassser und Trocknen
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Auftragen des Kunststoff-Versieglers
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Lichthärtung
Die Haftung des Versieglers auf dem Schmelz beruht auf der durch das
Anätzen mit Säure gewaltigen Aufrauhung der Oberfläche, in deren
Struktur das Kunstharz eindringt und dadurch mit dem Schmelz dicht
verzahnt. Die Methode kommt aus der Füllungstechnik mit Kunststoff, die
seit über 40 Jahre mit der Schmelz-Ätztechnik arbeitet. Und dort ist
aus experimentellen Studien schon lange bekannt, dass selbst geringste
Wassermengen auf der angeätzten Schmelzoberfläche die Haftung völlig
zunichte macht, und selbst eine kurze Benetzung mit Speichel, der
anschließend mit Luft entfernt wird, den Schmelz/Kunststoff Verbund
erheblich beeinträchtigt.
Eine brasilianische Studie ist der Frage nachgegangen, wie dicht
Versiegelungen werden, die nach dem Ätzen noch kurz mit Speichel in
Kontakt kommen, dann getrocknet und danach wie immer verarbeitet
werden. Das Ergebnis ist sehr ernüchternd: 94% dieser Versiegelungen
sind undicht. Verwendet man aber vor dem Versiegelungskunststoff ein
Detin-Bond System, dann sinkt die Rate auf unter 7%. Wenn man sich
jetzt noch vergegenwärtigt, dass im wirklichen Leben geschätzte 95%
aller Versiegelungen ohne Kofferdam im
sabbernden 6-jährigen Kindermund irgendwie auf den Zahn getan werden,
dann wundert man sich eher darüber, dass trotzdem nicht allzuviel
schiefgeht. In unserer Praxis verwenden wir vorzugsweise GIZ zum Versiegeln.
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Gesendet von : Chef Mittwoch, 15. März 2006 - 16:45 |
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Dieses Röntgenbild zeigt einen 90 Grad gekippten Weisheitszahn, der fast noch komplett vom Kieferknochen umgeben ist. Das bedeutet: die Entfernung wäre schwierig und würde mit einer deutlich erhöhten Komplikationsrate einhergehen.
KFOten (Kieferorthopäden = Spangenmacher) neigen mehrheitlich dazu, die Weisheitszähne ihrer Patienten im Alter von 14 - 18 Jahren entfernen zu lassen. Die Begründung für dieses Vorgehen ist die Behauptung, dass die 8er (=Weisheitszähne) sonst die aufwändig gerade gestellten Zähne wieder schief drücken würden. Der Beweis für diese These steht immer noch aus. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass auch bei Entfernung der 8er sich die Unterkieferfront trotzdem zusammenschiebt.
Dazu kommen die Empfehlungen von sehr gründlichen Hauszahnärzten, die ihrer Kundschaft die Extraktion der Weisheitszähne nahelegen, um z.B. mundhygienische Dreckecken zu beseitigen.
Es gibt dabei aber leider einen Zielkonflikt, der von den Fachleuten nicht ausreichend beachtet wird. Die Rede ist von den typischen Komplikationen bei der operativen Entfernung vor allem der unteren Weisheitszähne. Eine Untersuchung aus einer niederländischen Zahnklinik von 1998 geht eindeutig hervor, dass die Komplikationsrate erheblich höher ist, als bisher bekannt. Die Mehrheit hatte deutliche Schmerzen bis zu 4 Wochen nach der OP und 12% der operierten Patienten hatten langfristige Schmerzen im Bereich der OP. Sie mußten mehr und länger Schmerzmittel nehmen, um die ihrer normalen Tagesarbeit nachgehen zu können. Die Lebensqualität dieser stark betroffenen Patienten wurde dadurch deutlich eingeschränkt.
Ein neuere amerikanische Studie findet ähnliches: das Risiko länger als 11 Tage lang Schmerzmittel nach einer Entfernung unterer Weisheitszähne einnehmen zu müssen liegt bei 20% der operierten Fälle, und ist bei Frauen signifikant höher, als bei Männern.
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Gesendet von : Chef Mittwoch, 08. März 2006 - 17:55 |
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Der Respekt vor der Opferung unserer nahen Verwandten für die Austestung von Füllungsmaterialien gebietet es, die Ergebnisse dieser Studien ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen: Murray PE, Hafez AA, Smith AJ, Cox CF.Department of Oral Biology, The University of Birmingham, School of Dentistry, St Chad's Queensway, UK. p.e.murray@bham.ac.uk Zielsetzung: viele Zahnreparaturmaterialien sollen laut Hersteller die Abdichtung der Löcher gegen Bakterien möglich machen. Allerdings sind Vergleichstest im lebenden Organismus selten zu finden. Hier sollen 9 verschiedene Materialien getestet werden. Methoden: 279 standardisierte Zahnhalslöcher wurden in die Aussenwand von Affenzähnen gebohrt. Diese wurden anschließend mit diesen Materialien gefüllt: - Zinc oxide eugenol(ZnOE),
- Calcium hydroxide [Ca(OH)(2)],
- zinc phosphate (ZP),
- Resin-modified glass ionomer (RMGI),
- Composite resin (CR),
- Bonded amalgam (BA),
- Gutta-percha (GP),
- Compomer and
- Silicate.
 Je ein Drittel der Tiere wurde nach einer kurzen, einer mittleren und einer langen Beobachtungszeit getötet, und die Zähne für eine mikroskopische Untersuchung aufbereitet. Der Zustand der Pulpa (Zahnnerv) wurde entsprechend der ADA (American Dental Association) Standards beurteilt. Bakterien wurden durch McKay Anfärbung sichtbar gemacht. Ergebnis: Die Entzündung der Pulpa ist sehr eng mit der bakteriellen Undichtigkeit der Materialien verknüpft(p < or =0.0001). Die Materialien haben signifikant unterschiedliche Fähigkeit, eine Bakterieninvasion zu stoppen (p < or =0.0001). Hier ist die Rangordnung vom besten bis zum schlechtesten Material:RMGI(100%), BA (88%), ZnOE (86%), CR (80%), GP (64%), Ca(OH)(2) (58%), compomer (42%), silicate (36%) and ZP (0%). Schlussfolgerung: In Hinblick auf den Entzündungszustand des Zahnnerv ist das beste Material RMGI = Kunststoff modifizierter Glasionomer Zement und als zweitbestes Amalgam, Silikat- und Phosphatzement das schlechteste.PMID: 12098576 [PubMed - indexed for MEDLINE] Kommentar: wir haben als Zahnärzte die Pflicht, diese Reihenfolge der Materialien in die praktische Arbeit und vor allem in die Beratung unserer Patienten einfliessen zu lassen. Weitere wichtige Erkenntnis: Komposite liegt auf Platz 4, Amalgam auf 2.
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Gesendet von : Chef Mittwoch, 23. November 2005 - 12:04 |
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Eine Studie aus 2004 aus dem sonnigen Los Angeles findet neue Erklärungen für die therapieresistenten Entzündungen (reagieren nicht auf Behandlung) an Wurzelspitzen: Dort hat man 25 schmerzhafte und 19 asymptomatische (schmerzfreie) Fälle von Wurzelspitzenentzündungen bei entsprechend vielen Patienten verglichen. Gemessen wurde das Auftreten von Human cytomegalovirus (HCMV) und Epstein-Barr virus (EBV) durch eine hochempfindliche DNA-Analyse. Das Ergebnis sieht so aus, dass 100% der schmerzhaften Entzündungen und nur 37% der schmerzfreien den Befall mit HCMV hatten. Darüberhinaus trat der EBV Virus nur im Zusammenhang mit HCMV auf. Die statistische Analyse zeigt einen Signifikanzgrad von p<0.0001. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich hier um Zufall handelt nur 0,01 Promille beträgt.Bisher haben Viren in den Überlegungen aller führenden Endodonten (Wurzelbehandlungsspezialisten) keine Rolle gespielt. Das wird sich wohl in den nächsten Jahren ändern.Über das wie schweigt sich die Studie leider aus.
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Gesendet von : Chef Montag, 17. Oktober 2005 - 16:05 |
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Es ist nicht zu fassen: es gibt immer noch Zahnärzte, die behaupten, dass Karies keine Infektionskrankheit sei. Da wird über "schlechtes Zahnmaterial", "Vererbung" und "falsche Ernährung" schwadroniert nach dem Motto "nix genaues weiß man nicht", und die mehr als 50 Jahre alten Studien, die klipp und klar beweisen, dass es einer Infektion bedarf um Karies zu bekommen, nicht zur Kenntnis genommen. Die Herren Orland, F. J., J. R. Blayney, R. W. Harrison, J. A. Reyniers, P. C. Trexler, M. Wagner, H. A. Gordan, und T. D. Luckey haben im Jahr 1954 den Karies-Klassiker schlechthin abgeliefert: "Use of the germfree animal technique in the study of experimental dental caries. I. Basic observation on rats reared free of all microorganisms." nachzulesen im Journal of Dental Research 33 auf den Seiten 147-174. Im Grunde haben sie gezeigt, dass Ratten, die absolut keimfrei aufgezogen werden, in keinem Fall Karies bekommen, auch dann nicht, wenn ihre Ernährung aus 60% Sacharose (weißer Haushaltszucker) besteht. Gibt man den Tiere aber auch nur eine Bakterienart z.B. Enterokokkus faecalis auf die Zähne, bekommen die gleichen Ratten umgehend Karies. Das Experiment beweist, dass die Ursache einer Karies immer eine Infektion mit den einschlägigen Keimen ist. **) Das gilt nicht nur für Ratten, sondern auch für Menschen. Das Neugeborene hat bei der Geburt einen keimfreien Mund. Die Besiedelung des Mundes mit den ca. 250 Arten, die der typische Erwachsene in sich trägt, findet erst nach und nach durch direkte Ansteckung hauptsächlich von der Mutter auf das Kind statt. Es gibt dazu viele Studien, die zeigen können, dass der genetische Fingerabdruck der kindlichen Bakterien häufig mit denen der Mutter und eher selten mit dem des Vaters übereinstimmt. So gesehen wird tatsächlich etwas vererbt: die Keime. **) Wer sich für die Untersuchung mehr interessiert, kann hier eine Folgestudie im Originaltext herunterladen.
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Gesendet von : Chef Montag, 25. Juli 2005 - 17:13 |
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Vor 20 Jahren gab es die "Parodontose" Behandlung hauptsächlich in der chirurgischen Form und nannte sich "offene LappenOP". Mit Messer und Raspatorium wurde das Zahnfleisch vom Knochen gelöst, die Zahnwurzeln unter Sicht gesäubert und dann wieder alles vernäht. Das war anstrengend und schmerzhaft und vielfach umsonst, weil die Nachsorge in Form einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung nicht angeboten wurde. Seit den 90er Jahren wissen wir es besser: auf die Dauer hilft nur eine engmaschige professionelle Betreuung der Betroffenen. Sind die Taschen trotzdem zu tief, muß hier und da doch eine Parodontitis Behandlung auf Kasse durchgeführt werden. Das passiert aber inzwischen hauptsächlich als "geschlossene Kürettage", also ohne Messer, nur mit dem Ultraschall. So oder so ähnlich sieht heute die Strategie aus, mit der die meisten Fälle ganz gut versorgt werden können. Leider nicht alle: es bleibt eine kleine Gruppe von Patienten übrig, die eine sogenannte therapierefraktäre (Behandlung nutzt nichts) Form der PA hat. Zu beobachten sind vergleichsweise wenig Zahnbelag, eine mittelprächtige Mundhygiene, und einzelne Zahnfleischtaschen bis zur Wurzelspitze. Die betroffenen Pat. sind in der Regel Raucher und erleben im Alter von 30/40 die ersten Wackelzähne durch PA. Bis heute ist nicht geklärt, ob eine aggressive Bakterienflora oder vererbte Merkmale in der Immunkompetenz die Ursache dieser Erkrankung sind. Aber sicher ist, dass die unmittelbare Ursache von Kieferknochenschwund nach wie vor anaerobe Bakterien sind. Diese Pat. könnten demnächst von einer neuen Form der Behandlung profitieren: die photodyamische Therapie. Lesen Sie hier weiter ....
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