Wurzelspitzen müssen bakterienfrei sein, Operationen sind unnütz

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Lesen Sie auch die Artikel CHKM, Jodoform und Dr. Walkhoff  und 98% der Kollegen/innen hätten hier operiert  aus der Rubrik Wurzelbehandlung

 

Auch wenn es in den Ohren einiger Kollegen/innen langweilig erscheint: ich, Joachim Wagner, Zahnarzt, sehe es als meine Pflicht an, unbedarfte Patienten vor dem Einsatz von "Zystenoperationen" und  "WSR" (= Wurzelspitzenresektionen) an nervtoten Zähnen zu warnen. Die Mehrzahl dieser Eingriffe ergibt bei genauerer Prüfung keinen wirklichen Sinn, die Ergebnisse nach 5 Jahren unterscheiden sich praktisch nicht vom Nichteingriff und der Mehrheit der Patienten wäre entweder mit einer Entfernung des schuldigen Zahnes oder einer fachgerechten Wiederholung der Wurzelbehandlung (= Revision) besser gedient gewesen.

 Der folgende Fall soll das illustrieren:

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 Bild 1

Im August 2008 merke ich als Behandler, dass der Zahn 43 im Vergleich zu den Nachbarzähnen etwas zu dunkel aussieht und veranlasse dieses Röntgenbild. "Ach ja" fällt dazu Frau D. (45) ein, "das ist der Eckzahn, an dem ich schon als Jugendliche eine Operation hatte, und dann auch noch mal so vor 10/15 Jahren". Tatsächlich lassen sich Schneidespuren im Zahnfleisch finden und eine deutliche Auftreibung des Knochens in Höhe der Wurzelspitze von 43. Schmerzens hätte sie aber nie daran gehabt. Das Röntgenbild zeigt einen mehr oder weniger leeren Wurzelkanal, in dem ein viel zu dünner (hellfarbener) Wurzelkanalstift hin und herfällt. Am abgeschnittenen Ende der Wurzel hat der Vorbehandler nach gleichem Muster eine deutlich zu kleine Kugel aus Amalgam (?) in den geöffneten Trichter rollen lassen. Darunter ist es finster und garantiert bakteriell infiziert.

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Bild 2

Über die Dauer von 6 Wochen erhielt Frau D. drei Anwendungen des flüssigen Bakterienkillers CHKM (Chlorphenol Kampher Menthol) nach Dr. Walkhoff  (erforderliche Menge etwa jeweils 2 Tropfen) mit einer Einmalspritze mitten in den Kanal, wobei das Auslaufen des Mittels in das offene Wurzelspitzengebiet auch Absicht der Bemühungen war. Nach der Desinfektion erfolgte die Wurzelfüllung mit Endomethasone und Guttapercha Spitzen. Das Bild 2 entstand am 24. Sept. 2008.

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 Bild 3

Heute, am 17.07.2009 zeigt die Kontrollaufnahme und der klinische Befund, dass

  1. a) der Heilungsprozess an der Wurzelspitze zum ersten Mal seit 30 Jahren wirklich (!) voranschreitet 
  2. b) die Überfüllung der Wurzelspitze mit Endomethasone und Guttapercha den Heilungsprozess nicht entscheidend stört
  3. c) alle klinischen Zeichen (Schwellung, Klopfschall) sich normalisiert haben.

 

  Wer angesichts dieser Evidenz – und das hier ist nun wahrlich kein Ausnahmefall oder eine Ausnahmebehandlung oder ich ein Ausnahmebehandler – immer noch meint, dass ein effektiver Bakterienkiller nicht wichtig wäre in der Behandlung von bakteriell verursachten Entzündungen an der Wurzelspitze von Zähnen, 

der sollte sich gute Argumente zurecht legen, um meine Beweisführung zu widerlegen.

 

 

11 Replies to “Wurzelspitzen müssen bakterienfrei sein, Operationen sind unnütz”

  1. Therapie wurzelbehandelter Zäh
    Hallo Herr Wagner,
    da ich selbst 3 wurzelgefüllte und einen weiteren toten Zahn habe, recherchiere ich seit geraumer Zeit nach einer Therapie-Möglichkeit. Das oben genannte schwebte mir selbst vor, jedoch hat es bisher kein Zahnarzt, bei dem ich war empfohlen. Der letzte Zahnarzt meinte, das Ziehen der Zähne wäre die einzig saubere Lösung. Kennen Sie Kollegen in Berlin, welche ähnlich wie sie behandeln? Bin echt auf der Suche nach einem guten Zahnarzt und war schon bei 4, alle mit anderen Ideen…..
    bin für Tips dankbar.

  2. RE: Wurzelspitzen müssen bakterienfrei sein, Operationen sind unnütz
    Hallo Heike,

    das ist einfach: drucken Sie ein paar Exemplare meines Werks hier oben mit den Bildern (ganz wichtig !) aus und fragen die nächsten 10 Kollegen unverbindlich – vielleicht schriftlich? – ob das eine Möglichkeit für sie wäre. Nein, von den Berlinern habe ich keine Ahnung. Viel Erfolg. Joachim Wagner

  3. Schmerzen nach WSR
    Kann man das auch bei WSR Behandlung machen, die ich gerade 4 monate hinter mir habe? Röntgenbild zeigte wieder dunkle Flecken – seit ich das weiß, habe ich leichte Schmerzen!
    Bin in der Nähe von Heidelberg und Karlsruhe. Wäre sehr dankbar für eine Empfehlung!
    Zum bisherigen Chirurg will ich nicht mehr gehen. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe
    LG Gabriele

  4. RE: Wurzelspitzen müssen bakterienfrei sein, Operationen sind unnütz
    Hallo Gabriele,
    den oben gezeigten Fall habe ich genauso behandelt: woanders wurde WSR 2 mal vergeblich durchgeführt und ich habe Jahre später die Revision der WF gemacht, dann aber mit röntgensichtbarem Erfolg. Suchen Sie einfach Behandler nach dem „Timbuktu“ Protokoll, z.B. bei Kollegen http://www.tarzahn.de

    Viele Grüße Joachim Wagner

  5. Schmerzen nach Wurzelbehandlung
    Hallo!Schon seit mehreren Wochen läuft bei mir eine Wurzelbehandlung.Vor ungefähr3-4 Wo.wurde ein 4.Kanal gefunden.Hinterher hatte ich extreme Beschwerden,etwas mit Ibuprofen behandelt und dann war Ruhe.Nach der Wurzelfüllung vor einer Woche fingen die Beschwerden wieder an.Ibuprofen hat jetzt schon nicht mehr richtig gewirkt.Seit gestern wurde mir Antibiotika verordnet und eine WSR vorgeschlagen.Wie schnell müsste das Antibiotika wirken um die Schmerzen los zu kriegen?Ist da auch eine Revision vieeleicht sinnvoller?(Schmerzen im gesamten linkenUK;Zahn stark aufbißempfindlich und wie ein kleines Knötchen oder Schwellung an der Zahnstelle im Kinnbereich)Müsste vielleicht auch noch erwähnen das vor zwei Jahren ein verlagerter Zahn entfernt wurde und auf der Seite der Nerv mit verletzt wurde.Danke für Ihre Hilfe

  6. Hallo Andrea, ich sehe das richtig, dass Ihre Wurzelfüllung noch keine 2 Wochen her ist? Dann sollte – außer medikamentöser Schmerzbehandlung – nichts veranlaßt werden, besonders keine WSR. Zu den Medikamenten: Wenn Ibu nichts verändert, dann ein Versuch mit Novalgin, wenn Novalgin nichts verbessert, dann ist damit der sichere Nachweis erbracht, dass keine bakterielle Entzündung die Ursache für die Schmerzen sind, sondern neurologische Vorgänge. Dann benötigen Sie Diclofenac 75 mg ca. 3 bis 4 Stück am Tag, alternativ auch Gabapentin 100 mg 3 Stück.

    Viele Grüße
    Joachim Wagner

  7. RE: Wurzelspitzen müssen bakterienfrei sein, Operationen sind unnütz
    Amalgam in der Wurzel, gehts noch schlimmer, das ist doch schwerste Körperverletzung, es ist einfach nur abartig.

  8. RE: Wurzelspitzen müssen bakterienfrei sein, Operationen sind unnütz
    Herr McMurphy – oder auch bbxnm im Symptome.ch : sparen Sie sich Ihre künstliche Aufregung. Mit dem Zahn wird meine Patientin 100 Jahre alt. VG Joachim Wagner

  9. RE: Wurzelspitzen müssen bakterienfrei sein, Operationen sind unnütz
    Hallo Herr Kollege Wagner,
    Bei einem praktischen guten Vorgehen mit gutem Konzept und ausreichender Desinfektion des Endodontes verstehe ich nicht warum sie als Sealer auf ein kortokoides Präparat wie Endomethasone zurückgreifen. Präparate auf Epoxidharz-Basis sind hier viel verträglicher. Die DGZMK lehnt dieses Produkt als inadäquat ab. Was spricht in Ihren Augen dafür?
    VG, Markus

    http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/Wurzelkanalfuellpasten_und_-fuellstifte.pdf

  10. Horst P.
    [quote name=“Markus“]Hallo Herr Kollege Wagner,
    Bei einem praktischen guten Vorgehen mit gutem Konzept und ausreichender Desinfektion des Endodontes verstehe ich nicht warum sie als Sealer auf ein kortokoides Präparat wie Endomethasone zurückgreifen. Präparate auf Epoxidharz-Basis sind hier viel verträglicher. Die DGZMK lehnt dieses Produkt als inadäquat ab. Was spricht in Ihren Augen dafür?
    VG, Markus

    http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/Wurzelkanalfuellpasten_und_-fuellstifte.pdf%5B/quote%5D

    Ich denke, daß der entscheidende Unterschied Prof. Dr. Walkhoffs CHKM ist.

    Ich befürchte, daß nur noch wenige seine Beiträge und Erkenntnisse kennen. Wird ja nicht mehr gelehrt.

    Gute Besserung.

    H. P.

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