Kniegelenk Spülung ist nutzlos

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Im Spiegel 29/2009 vom 13.07.2009 wird ein Interview zwischen Redakteuren des Spiegels und dem Präsident der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe (68), Pathologe, und dazu dem Internist Peter Sawicki (52), Leiter des Instistuts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitsweisen, Köln, abgedruckt. Ich zitiere den Original Spiegel Vorspann "Ärzte würden zu Polizisten. Soll ein ungesunder Lebensstil bestraft werden? Ärzte-Präsident Jörg Dietrich Hoppe schlägt vor, selbstverschuldete Krankheiten nicht mehr vorrangig zu behandeln. Medizinprüfer Sawicki widerspricht: Die Schuld an Krankheiten sei kaum belegbar". Zitat Ende Spiegel

Und wieder einmal geht es um die sattsam bekannte Frage, wie die ausufernden Kosten der medizinischen Versorgung in Deutschland begrenzt werden können. Der Vorschlag der Ärzte, ungesunde Lebensweisen zu bestrafen, kann nicht der Weisheit letzter Schluss, meint Dr. Sawicki und untermauert das mit Beispielen von Knieschäden durch Sport, oder Kopfverletzung durch Fahrradfahren.  Auch beim Herzinfarkt ist nicht zwangsläufig eine fettige Ernährung schuld,  abgesehen davon würde eine solche Regelung jeden Arzt zum Blockwart der Krankenkasse machen "Herr Doktor, hat der Patient etwa geraucht? …". Solche Zeiten liegen zum Glück hinter uns.

Der Medizinkritiker Sawicki spricht sich dagegen dafür aus, generell in der Medizin zu prüfen, wo das Geld verschleudert wird. Beispiele:

 

  • In Deutschland werden mehr Herzkatheter zum Prüfen der Herzleistung eingesetzt, wie in jedem anderen Land. Ist das intelligent? Wahrscheinlich nicht. Gleiches gilt für Röntgenleistungen.
  • Die höchsten Pharmapreise in Europa zahlen Deutsche. Wie es die Pharmaindustrie seit Jahren versteht, die  GKV (Gesetzlische Krankenversicherung) Pharma Preise Jahr für Jahr anzuheben, ohne jemals auch in einem SPD geführten Bundesministerium für Gesundheit unangenehm aufzufallen, habe ich nie verstanden.
  • Wer "informiert" die Ärzte über die angeblich besten Medikamente? Die Pharmaindustrie. Alle Pharmavertreter und viele Fortbildungsangebote werden komplett oder mindestens teilweise durch die Pharma finanziert. Den Bock zum Gärtner machen, nennt man das in der deutschen Sprache.

 

Und dann kommt eine auch für die  Zahnmediziner interessante Information zur Sprache. Zitat Spiegel "Nehmen Sie zum Beispiel die sogenannte Gelenktoilette, bei der das Knie gespült wird. Wird hunderttausendmal in Deutschland gemacht, aber Studien haben gezeigt: Sie ist, abgesehen von einem Placebo-Effekt, komplett nutzlos. Oder dass Patienten bei Kopfschmerzen sofort ein CT bekommen, teilweise ohne vorher neurologisch untersucht worden zu sein. …" Ende Zitat Spiegel.

  

Nicht nur in der Medizin werden jeden Tag sinnlose Eingriffe vorgenommen, auch die Zahnmediziner können das. 

  •  Wurzel Spitzen Resektionen,
  • die Mehrzahl der "Zysten-OPs",
  • Kariesbehandlung an nahezu intakten Zähnen statt Beobachtung und Unterbindung der Ursachen (Saft, Schorlen, Zuckergetränke)
  • Schienen bei Myoarthropathien
  • Entfernung von Amalgam aus ideologischen, (amalgamfreie Praxis) Gründen
  • Spülung des Kiefergelenks (Arthrocentese)

Dazu kommen aufwändige Diagnosemittel wie OPG, CT (Computertomogramm) und MRT (Magnetresonanz Tomogram) in Fällen, die mit einfachem Handwerkzeug (Hakensonde und Weichholz) schneller und sicherer zu entscheiden sind. Und ob die vielen tausend Antibiotika Rezepte pro Tag für simple Pulpitiden oder Ostitiden irgend etwas bewirken außer Durchfall und Gewinne in der Pharmaindustrie, ist keineswegs geklärt. Auch das Produkt "APH200", verschrieben bei CMD Schmerzen, kommt in seiner Wirksamkeit nicht über ein Placebo hinaus.

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