Typischer Kronenfehler

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Bild 1

Die Kronen aus Bild 2 passen auf die abgeschliffenen Pfeilerzähne 23 und 24. Auf den ersten Blick fällt am Eckzahn auf, dass der Schliff reichlich pyramidenförmig ausgefallen ist, im Gegensatz zur erwünschten Form eines Kegelabschnitts mit einem Kegelwinkel von 6 Grad.

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 Bild 2

Die innen schwarz aussehende Krone saß auf dem 23. Im Gegensatz zum 24 links fehlt in der Krone 23 der Zement komplett, stattdessen sind gelbliche Beläge an der Innenwandung auszumachen. Die Krone 23 fiel nur deshalb nicht einfach vom Zahn herunter, weil sie – entgegen aktuellen Erkenntnissen – an die Krone des 24 festgelötet ist. 

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 Bild 3

Hier läßt sich sehr gut der fehlerhaft gewählte Präparationswinkel beim Schleifen des 23 ermessen. Vermutlich hat der Vorbehandler eher die 30 Grad Marke gerissen, als die 6 Grad eingehalten. Ein solcher Schleifwinkel Fehler hat unmittelbare Auswirkungen auf die Haltbarkeit von Kronen. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Schleifwinkel deutlich höher als 6 Grad zu einer hohen Ablöserate der Kronen von den Stümpfen führen. 

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 Bild 4

Wie lang die Krone 23 auf dem Stumpf 23  nur noch "schwebte", also nur noch durch den Nachbarzahn gehalten wurde, läßt sich nicht mehr ermitteln. Aufgrund der Tatsache, dass der schlecht wasserlösliche Zement aber komplett verschwunden ist, ist damit zu rechen, dass es sicher mehr als nur ein paar Monate sind. 

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 Bild 5

So sieht eine fertige und durchorganisierte Kolonie von Bakterien aus der Nähe aus. Die Rauhigkeit der Oberfläche des Zahnbeins an dieser Stelle ist u.a. auf die Existenz dieser Kolonien seit Monaten zurückzuführen. Die "lieben Kleinen" können hier ungestört tun, was sie am liebsten machen: sich vermehren und dabei Zuckerlösungen verstoffwechseln.

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 Bild 6

Natürlich hat es die Gegenstücke zu den Kolonien aus Bild 5 auch in der  "freischwebenden" Krone. Würde man ein Tröpfchen Material aus dieser Krone entnehmen, mit Wasser verrühren und die entstehende Sauce unter ein Lichtmikroskop mit 100 bis 400 facher Vergrößerung legen, dann kommt viel Bewegung ins Bild.

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