Abzocker-Zahnarzt schädigt den Ruf der ganzen Branche

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Zahnärzte sind notorische Individualisten. Jeder bohrt sein eigenes Ding; es gibt die 120%igen, die LupenBebrillten, die NurPrivatBehandler, die Gnatholegen, die Knochendübelsetzer, die „Ganzheitlichen“, die Amalgamsanierer usw. usw.

Dazu kommt, dass es mehr oder weniger keine verbindlichen Leitlinien zur Behandlung konkreter Zahnkrankheiten gibt. Ob der akut pulpitische Zahn mit Ledermix, mit Vitalexstirpation, mit ganzheitlichen Kräutern, oder mit einer Michigan-Schiene angegangen wird, bleibt letzten Endes dem Bohrmeister überlassen. Die Zähne sind einfach nicht lebensgefährlich genug, als dass es gerichtsfeste Richtlinien für die Behandlung konkreter Zustände geben müßte. Drum gehen die meisten Gerichtsurteile in Deutschland nur für den Zahnmediziner verloren, der die Aufklärung über typische Komplikationen nicht beweisen kann. Wird also eine Aufbißschiene als Therapie für eine akute Pulpitis verordnet, ist das zwar übel für den Patienten, der unfähige Zahnarzt bekommt dafür aber noch nicht einmal eine gelbe Karte. Zweifelhafte Diagnoseverfahren und noch wackligere Therapien sind ein Problem in der Zahnmedizin, Betrug ist aber eine andere Kategorie.

Hier ist der konkrete Fall:


Die Geschichte und das ENDE meiner Kieferschmerzen

Hallo an alle!

Hatte genau bis gestern unbeschreibliche Kieferschmerzen im rechten Unterkiefer, sowie Schmerzen im 3. Zahn von hinten. Angefangen hat alles letztes Jahr im Oktober. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon länger eine Schiene, da ich nachts richtig ordentlich knirsche, besonders bei Stress. Bin dann zum Zahnarzt gegangen, in der Hoffnung er könne mir helfen. Er sagte mir, ich bräuchte keine neue Schiene und ich hätte nur ein kleines Bläschen im Mund. Also schmierte er ein Medikament drauf und schickte mich nach Hause. Allerdings wurde es nicht besser, sondern nur immer schlimmer.

Die Schmerzattacken wurden immer heftiger und länger, zogen sich über Tage hinweg, vorwiegend nachts, wo man schlafen sollte. Sie zogen auch ins Ohr und ins Auge, was mich auf die Idee brachte, einen HNO- Spezialisten aufzusuchen. Der sagte, ich hätte eine kleine Entzündung im Kiefergelenk, gab mir ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel und schickte mich nach Hause. Nach einer Woche, in der die Schmerzen immer schlimmer wurden, ging ich erneut zu ihm, er schickte mich daraufhin zu einem Kieferchirurgen und einem Schmerztherapeut. Die Behandlung beim Schmerztherapeut bestand aus Infusionen, die aus Schmerzmittel und Vitaminen bestanden. Ich erfuhr von meiner Krankenkasse, dass sie diese Therapie nicht bezahlen würden, da sie nicht anerkannt bei meinem Krankheitsbild ist. Geholfen hat es mir auch nicht. Der Kieferchirurg machte unglaublich viele dubiose Untersuchungen mit mir und stellte fest, dass ich einen Geburtsfehler habe und dass deshalb mein Kiefer schief stehe und er diesen richten wolle. Die Diagnose bzw. Untersuchung kostete 700€, die kieferorthopädischen Maßnahmen sollten 2000€ ungefähr kosten. Ich reichte also alles bei der Beihilfe ein und die schrieben zurück, sie würden es nicht einsehen dafür Geld zu bezahlen, da auch diese Methoden bei ihnen nicht anerkannt seien, er wollte mir zwei neue Knirscherschienen machen. Zudem hatte er wohl nach zwei verschiedenen Abrechnungsschlüsseln abgerechnet, also auch noch zu viel berechnet.

Jedenfalls konnte ich keine 2000€ aufbringen und war am Rande des Wahnsinns, da ich absolut nicht mehr weiter wusste. Die Schmerzen wurden schlimmer und als Studentin hat man nicht mal eben so viel Geld. Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass das Land NRW gegen diesen dubiosen Arzt ermittelt. Meine Schmerzen blieben trotzdem unerträglich und seit drei Monaten war es so, dass ich keine Nacht mehr als 4 Std. schlafen konnte. Vorgestern war es so schlimm, dass mein Freund mich dazu brachte, einen sofortigen Termin mit einem AMDEREN Zahnarzt zu machen.

Ich bekam dann gestern den Termin und erzählte dem Arzt, dass ich mir gegen die Schmerzen immer mit einer wärmenden Salbe geholfen hatte und er meinte, dass das auf eine größere Sachen hinweisen müsste. Ich sagte ihm, dass mir nicht nur der Kiefer, sondern auch der 3. Zahn von hinten schmerzte und er machte Röntgenaufnahmen, sowie auch alle anderen Ärzte vor ihm und sah darauf, dass von meinem besagten Zahn nur noch der Zahnschmelz lebte, der Rest war komplett tot. Sogar die Nerven waren abgestorben und total vereitert. Daher auch die höllischen Schmerzen. Auch versicherte er mir, dass jeder seiner Kollegen dieses riesige Loch hätte sehen müssen auf den Röntgenaufnahmen und es fiel auch mir selber beim Hinsehen auf. Gestern zog er mir dann die Nerven heraus und führte Desinfektionsmittel in die Wurzeln ein. Von dem Eingriff habe ich nichts gemerkt, da er sehr vorsichtig war und da ich zudem die Elefantenmenge an Betäubungsmittel bekommen habe. Jetzt muss ich jede Woche hin, damit das Desinfektionsmittel gewechselt werden kann und in frühestens 3 Wochen kann ich dann endlich die Wurzelfüllung bekommen.
Ich hoffe ich habe euch nicht mit meiner Geschichte genervt und ich rate euch ganz einfach mal den Zahnarzt zu wechseln und hoffe, dass ich einigen von euch vielleicht ein bisschen helfen kann. Ich hoffe auch, dass ihr euch nicht so naiv in die falschen Hände begebt.


Kommentar: dieser Kollegoide (Kollegenähnliche) von Kieferchirurg ist der Zahnärztekammer ganz sicher schon seit Jahren mit seinem Diagnosen-Humbug und frechen Rechnungen für frei erfundene „Therapieleistungen“ bekannt. Und die läßt ihn frei gewähren. Das ist der eigentliche Skandal. Jetzt zieht anscheinend die Beihilfe des Landes NRW die Reißleine. Das hätte viel früher vom Berufsstand aus passieren müssen. Und wieder ist eine Gelegenheit zur Verbesserung der eigenen Glaubwürdigkeit aus der Hand gegeben worden.

P.S.: der Schmerztherapeut hat auch tief und fest geschlafen

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