Drückerkolonnen verkaufen Werbung für Zahnärzte angeblich im „Focus“

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Der Kaltanrufer (ist verboten) fragt in der Praxis die Mitarbeiterin am Telefon als erstes, ob ihr Chef Interesse an einer Veröffentlichung über ihn im "Focus" oder der "Bunte" hat. Nach Rückfrage der ZFA beim bohrenden Kollegen/in im Behandlungszimmer hat der Zahnarzt natürlich Interesse, sich mal in großen Blättern zu sehen. Also läßt sich jetzt der Zahnheilkundler das Telefon reichen. Der Anrufer stellt ihm in Aussicht, dass der "Focus"  einen Artikel über Gesundheit/Wellness plane, und dabei mittendrin eine Anzeige mit Bild einbetten könne und darüberhinaus auch noch die Praxis im Artikeltext vorstellen würde. Details gebe es aber erst im Beratungsgespräch.

Läßt man sich darauf ein, kommt der "Berater" in die Praxis und biegt dem verdutzten Praxisinhaber bei, dass für ein Inserat unter der Rubrik Gesundheit mehr als 3.000,– Euro fällig werden, wobei sich das merkwürdigerweise nur auf ein Einzugsgebiet von 50 km um die Praxis beziehen soll. Ob der "Focus" oder die "Bunte" eine Regionalausgabe maßgeschneidert für einen Zahnarzt herausgibt, bleibt im Beratungsgespräch unklar und die versprochene redaktionelle Berücksichtigung der Praxis im Artikel ist ebenfalls sehr zweifelhaft.

Aufgrund der Vielzahl der bisher aufgetauchten Hinweise auf diese Drückermasche scheint es vielmehr so zu sein, dass weder der Focus noch irgendein anderes Blatt auch nur entfernt daran denkt, Schleichwerbung für beliebige Zahnarztpraxen in Artikeln der eigenen Redaktion unterzubringen und zu verkaufen. Hier handelt es sich um eine ganz einfache Abzocke durch Drückerkolonnen. Wahrscheinlich kommt die Werbung in den "Focus" als billige DIN-A 4 Flyer-Einlage in die 250 Stück, die im jeweiligen Landkreis abonniert sind. Vorne 10 Praxen mit Bild und hinten die 20 "billigen" für 2.000,– Euro ohne Foto. Das nennt man dann erfolgreiches Geschäftsmodell.

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