Zyste light

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Bild 1

Röntgenbild vom 01.07.2008 des Zahns 35 (Prämolar links unten). Um die Wurzel herum sieht man dunkle Gebiete, ganz deutlich um die Wurzelspitze herum, aber auch ein weiteres Gebiet etwa 6 mm von Wurzelspitze nach oben zum Nachbarzahn 36 hin. Der Kieferknochen erweicht hier um die Wurzel herum in einer Zylinder Größe von etwa 10 mm Länge und 7 mm Durchmesser, was die Bezeichnung Zyste rechtfertigt.

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 Bild 2

Dieses Bild entstand am 18.11.2009. Die darauf abgebildete Wurzelfüllung legte ich am 14.10.2008, also vor etwa einem Jahr. Gut zu erkennen sind 2 Puffs (herausgedrücktes Wurzelfüllmaterial), a) an der Wurzelspitze und b) seitlich an der Wurzel Richtung 46, ca. 6 mm von der Wurzelspitze entfernt.

Beide Puffs stimmen mit den Zentren der im Juli 2008 (Bild 1) beobachteten Zysten überein, was den Verdacht nahelegt, dass der bakterielle Nachschub für den Erhalt und die Vergrößerung der Zysten vorzugsweise durch a) Öffnungen an der Wurzelspitze und b) einen seitlichen Nebenkanal erfolgte. Der Nebenkanal b) wird auch belegt durch die trichterförmige Ausbeulung der Wurzelfüllung im Hauptkanal in Höhe des Puffs b). Der Nebenkanal hat aber einen so kleinen Durchmesser, dass er durch das Röntgenbild nicht mehr erfasst wird, was einen Durchmesser unter dem einer 15-er Feile = 0,15 mm bedeutet. 

 

Überstopfung

Gegenwärtig erlebe ich hier in meiner Zahnarztpraxis eine Welle von Besserwisserei faktisch aller Gutachterkollegen hinsichtlich der  Frage, wie ein röntgenmäßiges Zuviel an Wurzelkanalfüllung zu beurteilen ist. Ganz offensichtlich wurde den Gutachtern bei ihren regelmäßigen Gutachtertagungen von oben herunter eine „Qualitätsrichtlinie“ diktiert, die da lautet: im Röntgenbild sichtbare Überfüllungen stellen den Erhalt des Zahns grundsätzlich in Frage. Deshalb sollen solche Zähne nicht überkront werden. Als offizielle Begründung ist vom Gutachter anzugeben: „nicht richtlinienkonforme Wurzelfüllung“.

Damit hat sich eine extreme Fraktion von Kieferchirurgen  auf kaltem Weg in unerträglicher Weise in die tägliche Arbeit aller deutschen Zahnarztpraxen eingemischt, die 

  • wollen, dass alle Wurzelbehandlungen nur nach dem Raster ihrer eigenen Meinung zu erbringen sind
  • Erkenntnisse der internationalen Forschung nicht ausreichend zur Kenntnis nehmen
  • damit den Untergang vieler gut zu beherrschender WB-Zähne in Kauf nehmen.

 

Heilung

 Die Veränderungen im Knochen zwischen den Bildern 1 und 2 beweisen, dass die beiden Zysten ganz gewaltig geschrumpft sind. Die Patientin berichtet dazu, dass es anfangs der Behandlung des Zahns mit einem stark wirkenden Desinfektionsmittel CHKM zu einem enormen Schmerzausbruch (= flare up) gekommen war, dass aber seit etwa September (4 Wochen vor der endgültigen Wurzelfüllung mit Endomethasone und Guttapercha) aus diesem Bereich kein Muckser mehr zu verspüren war. Natürlich wird der Profi einwänden, dass im Bild 2 keine vollständige Wiederherstellung des Parodontalspaltes zu sehen ist, insbesondere nicht in der Nähe der Überstopfung mit Endomethasone. Wir wissen aus histopathologischen Untersuchungen an Labortieren, dass eingebrachtes Wurzelfüllmaterial im Knochen eine Fremdkörperreaktion mit leichten Entzündungszeichen hervorruft. Genau das passiert hier auch und ist auch in der Röntgenaufnahme am Menschen gut sichtbar. Wir wissen aber auch, dass der Körper in der Lage ist, den Überschuss an Material alleine abzubauen und dass bei einer Verlängerung der Beobachtungszeit die so behandelten Zähne mit hoher Wahrscheinlichkeit ausheilen. Das exakte Gegenteil passiert bei chirurgischer Entfernung der Wurzelspitze. Dort beobachten wir nach 10 Jahren gehäuft Mißerfolge in Form von großen Knochenauflösungen an der Stelle des Eingriffs durch bakteriell verursachte chronische Entzündung.

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