Dafür ist Kunststoff gut

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sany0116.jpgGegeben sei die Lücke zwischen den Zähnen 32 und 31 wie im Bild 1 bei einem 59- jährigen Patienten. Warum zwischen zwei benachbarten Zähnen eine Lücke entsteht in der Breite eines weiteren Unterkiefer Frontzahns, wissen wir nicht. Sie ist einfach da und der Patient wünscht sich eine Verbesserung.

sany0117.jpgUnd genau dafür  gibt es Kunststoff (= Komposite) Füllwerkstoffe und passende Kleber.

Ohne irgendein Geschleife (!) und ohne vorheriges Anätzen des Schmelzes trage ich vom Hersteller „Kuraray“ den Grundierer des Kunststoff Klebers „Clearfill SE“ (SE steht für self etching = selbstätzend) auf die zu beklebenden Stellen beider Zähne auf. Der Hersteller gibt vor, dass der sehr dünnfließende gelbliche Grundierer möglichst 20 Sekunden lang einmassiert werden soll. Dann wird die Oberfläche mit dem Luftpüster getrocknet und der eigentliche Kleber (= „Bond“) aufgetragen. Dickflüssig und farblos tropft der Bonder aus der Dosierflasche. Er läßt sich mit dem Pinsel laut Vorschrift 10 Sekunden überall hin verteilen schließlich mit Blaulicht polymerisieren (= härten). Auf den gehärteten Kleber erfolgt der Auftrag in dem hier (Bild 2 und 3) gezeigten Fall der Füllungsmasse „Charisma“ von „Kulzer“, die Härtung derselben und daran anschließend die Ausarbeitung und Politur. 

sany0118.jpgInsgesamt vergehen vom ersten Handschlag bis zum Bild 3 etwa 20 Minuten und fertig sind 2 Ecken aus Kunststoff. Das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag bleibt günstig, selbst wenn noch unklar ist, wieviel Belastung (sprich Monate Lebensdauer) diese Kunststoff Ecken im wirklichen Knirschermund aushalten werden.

Bricht eine der Ecken vorzeitig ab, lohnt sich sicherlich ein 2. und ein 3. Versuch, ehe in einem solchen Fall die Indikation zu Kronen gestellt wird. Schließlich müssen für die Kronen die Zähne doch erheblich beschliffen werden, was angesichts ihrer bisherigen Unversehrtheit jedem Zahnarzt schwer fallen müßte.

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