Fachmann macht Zähne kaputt

Bewerte diesen Beitrag

Lesen Sie auch die Artikel  Rausfallende Brücken und die Ursachen und Und wieder ein Brückenpfeiler hingerichtet  aus der Rubrik  Karies praktisch und theoretisch

 

Der folgende Fall ist ein unrühmliches Beispiel für das Zusammenkommen von sehr problematischen zahnmedizinischen Richtlinien (welche gemeint sind, kommt noch), anzunehmenden Behandlungsmängeln und etwas Pech. Diese Mischung ergibt im konkreten Fall eine Zerstörung von Zahnhartsubstanz, die ohne Eingreifen des Zahnarztes so nicht passiert wäre. Hier ist der Text:


Brückenprobleme??

Hallo! Es ist ein Elend, fängt man einmal an, Probleme mit den Zähnen zu haben… 2001 war ich zur Prophylaxe beim ZA, der erneuerte eine Füllung, bohrte nach meinem Gefühl jedoch zu tief und sehr lang. Damals habe ich sowas noch ohne Betäubung gemacht. Später zu Hause, ging der Mega-Schmerz los.. Wurzelbehandlung, Antibiotika.. 2004 ging es erneut los, WSR, Antibiotika. 2005 hatte sich neben dem Backenzahn (oben rechts) ein Stück Knochen verkeilt, ein Stück Zahn mußte weggebohrt werden, sonst kein Drankommen. Auf diesen Zahn mußte eine Krone, schon sehr schlimm für mich, weil Zahnpflege ein Muß bei mir, sogar mittags im Büro bin ich mit Putzen dabei. Tja, vier Monate später bekam ich neben dem Backenzahn nen Knubbel am Gaumen, keine Schmerzen, wie auch ohne Wurzelspitzen.. Fette Entzündung, es sollte erneute eine WSR erfolgen.. habe ich nicht ganz verstanden, habe aber gleich ziehen lassen, war auch ok, Wurzeln waren schon durch Entzündung aufgeweicht. Dann 9 Mon. mit Lücke, ohne Probleme, jedoch meinte jeder der Zahnärzte und Kieferchirurgen, dass man unbedingt was machen muss, da Lücke zu gross, der von unten kommt hoch, Zähne kippen… bis dato hatte sich jedoch nichts gerührt. Implantat kam für mich nicht in Frage, hätte erst Kieferaufbau sein müssen, bei den Erklärungen ist mir alles vergangen.. Beste Lösung war die Brücke. Was mich auch völlig fertig machte, denn 2 unbeschädigte ungefüllte Zähne abzuschleifen, geht eigentlich gar nicht. So und nu habe ich den Salat.. Erst war alles ok, provisorisch eingesetzt, wunderte mich, wie schnell ich mich dran gewöhnt hatte… Dann löste sie sich, erst unbemerkt, bekam nur Zahnfleischentzündungen. Knapp 2 Mon. später wieder eingesetzt, bißchen Kanten abgeschliffen. Es löste sich jedoch wieder und wurde noch 4 x provisorisch eingesetzt. Das letzte Mal dann fest. Schon davor begann es, dass ich kälteempfindlich wurde in dieser Region, es drückt hin und wieder, was ich einfach mal die Anpassung zurückführe. Nun habe ich einen roten Fleck auf der rechten Wange und bin langsam am Verzweifeln. Ist jetzt dort schon wieder eine Entzündung?? Ignorieren kann ich es leider nicht, ab und an schaut man doch in den Spiegel.. Kann es vielleicht einfach ne nervliche Überreaktion sein, die von selbst wieder verschwindet?? Und ich doofe Kuh habe 2 gesunde Zähne schleifen lassen..


Welche sind die problematischen zahnmedizinischen Richtlinien, die sich hier so negativ ausgewirkt haben?

 

  • 1. Bohren bis jede Karies weg ist. So läßt sich kurz eine Vorschrift zusammenfassen, die jeder studierte Zahnmediziner verinnerlicht hat. Die Probleme damit sind bekannt: verringert sich die Restdentinstärke bis zur Pulpa (Zahnnerv) auf weniger als 0,5mm, sinken die Chancen der Pulpa auf eine Heilung ganz erheblich. Umgekehrt ist bekannt, dass zur Mundhöhle hermetisch versiegelte Restkaries selten schädliche Auswirkungen auf die Pulpa hat. (mehrere holländische Studien). Letzteres wissen aber viele Zahnärzte nicht.
  • 2. WSR als Fortsetzung der Wurzelbehandlung (WB) mit anderen Mitteln. Die Tatsache, dass die WSR eine – relativ gut bezahlte – abrechenbare Kassenleistung ist, die Revision der WB (Wiederholung WB) aber nicht, verführt offenbar viele Behandler zur gewohnheitsmäßigen Anwendung der WSR. Dass die WSR eigentlich eine Kapitulationserklärung darstellt in dem Sinne, dass die Wurzelbehandlung nicht gut genug war, ist vielen offenbar nicht bewußt. Nochmal zur Klarstellung: die Revision der WB ist einer WSR immer vorzuziehen.
  • 3. Auf jede Lücke eine Brücke. Dieser – historisch in der frühen Sozialpolitik der BRD begründeten – Manie fallen immer noch reihenweise absolut jungfräuliche Zähne zum Opfer und das wird bis heute nicht kritisch hinterfragt. Da liegt ein schweres Versäumnis der amtierenden Zahnersatz-Lehrstuhl-Inhabern.
  • 4. Die herrschende Lehrmeinung, dass eine Präparation der Pfeiler ausschließlich mit Stufe/Hohlkehle und unbedingt ohne jeden Unterschnitt zu erfolgen habe, verursacht ebenfalls jedes Jahr weitere ungezählte Zahnopfer. Das führt im Ergebnis dazu, dass die ängstlichen Kollegen lieber zu konisch schleifen als zu parallel und außerdem zuviel Material abtragen. Dadurch ist die Haftung der zementierten Kronen soweit geschwächt, dass die Kronen sich zu leicht lösen. Das kostet erfahrungsgemäß ganz schnell den ganzen Zahn, weil er unter der lockeren Krone/Brückenanker schlichtweg wegfault.

Dass der Behandler endodontisch nicht ganz auf dem Laufenden ist, macht die Sache nicht besser.

One Reply to “Fachmann macht Zähne kaputt”

  1. Hallo bei mir knackt mein kiefer immer und schmerzt meine oberen zähne stehen über die anderen zähne das man richtig eine lücke sieht und ich habe so ein gefühl als ob irgendwas auf meine luft drückt .

Kommentar verfassen