Medizin für trigeminale neuropathische Schmerzen

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Medikamentöse Therapie von trigeminalen neuropathischen Schmerzen

Zakrzewska JM.

Eastman Dental Hospital, Oral Medicine Department, UCLH NHS Foundation Hospital, 256 Gray’s Inn Road, London, UK. j.zakrzewska@ucl.ac.uk

Zusammenfassung [der Originalarbeit]

Die Wichtigkeit dieses Bereiches: Obwohl die Trigeminus Neuralgie traditionell als die erste neuralgische Erkrankung im Gesicht betrachtet wird, werden heute andere Formen von neuropathischem Schmerz häufiger erkannt und brauchen Fachwissen und eine anderen Behandlungszugang.
Die in dieser Zusammenfassung enthaltenen Gebiete: Der Bericht beschäftigt sich in erster Linie mit der medikamentösen Behandlung der Trigeminus Neuralgie; aber dazu kommen die Glossopharyngea Neuralgie, trigeminale neuropathische Schmerze (Atypische Odontalgie) und Brennender Mund Syndrom. Die systematischen Berichte und Leitlinien werden diskutiert.
Was der Leser gewinnt: Ein Aktualisierung seines Wissens über die Arzneimittel Therapie für diese relativ seltenen Gesichtsschmerzen
Die Botschaft zum Mit-Nach-Hause-Nehmen: Die Trigeminus Neuralgie wird nach wie vor am besten mit antikonvolsiven Mitteln [= Antiepilepsie Mittel]; die ersten darunter sind Carbamazepin und Oxcarbazepin; Baclofen kann helfen, und von den neueren Mitteln hat Pregabalin Potenzial. Die Behandlung der Neuralgie des Nervus Glossopharyngeus verläuft wie die der Trigeminus Neuralgie. Die Neuropathie des Trigeminus wird wahrscheinlich am besten bewältigt nach den [allgemeinen] Leitlinien für die Behandlung für neuropathische Schmerzen, die bestehen in Trizyklischen Antidepressiva [= Amitriptylin u.ä.], Gabapentin, Pregabalin, Duloxetin, Venlafaxin und Lidocain auf die Haut. Das „Brennender Mund Syndrom“ ist ein neuropathischer Schmerz, der anfänglich mit örtlich aufgebrachtem Clonazepam und anderen neuropathischen Medikamenten behandelt werden sollte. Die Patienten müssen in ihre Behandlung eingebracht werden.

 

 

Expert Opin Pharmacother. 2010 Jun;11(8):1239-54.

Medical management of trigeminal neuropathic pains.

Zakrzewska JM.

Eastman Dental Hospital, Oral Medicine Department, UCLH NHS Foundation Hospital, 256 Gray’s Inn Road, London, UK. j.zakrzewska@ucl.ac.uk

Abstract

IMPORTANCE OF THE FIELD: Although trigeminal neuralgia has traditionally been considered the prime neuralgic condition in the face region, other forms of neuropathic pain are now being more frequently recognized and require recognition and a different management approach. AREAS COVERED IN THIS REVIEW: This review principally covers medical management of trigeminal neuralgia; but also included is glossopharyngeal neuralgia, trigeminal neuropathic pain (atypical odontalgia) and burning mouth syndrome. Systematic reviews and guidelines will be discussed. WHAT THE READER WILL GAIN: An update will be provided of drug therapy for these relatively rare facial pains. TAKE HOME MESSAGE: Trigeminal neuralgia continues to be best managed using anticonvulsant drugs, the primary ones being carbamazepine and oxcarbazepine; baclofen may be helpful and, of the newly emerging drugs, pregabalin has potential. Glossopharyngeal neuralgia remains managed in the same way as trigeminal neuralgia. Trigeminal neuropathic pain is probably best managed according to guidelines used for the management of neuropathic pain, which include the use of tricyclic antidepressants, gabapentin, pregabalin, duloxetine, venalafaxine and topical lidocaine. Burning mouth syndrome is a neuropathic pain managed initially with topical clonazepam and then with other neuropathic drugs. Patients need to be involved in their management.

 

 


 

Frau Prof. Dr. Joanna Maria Zakrzewska, publiziert seit 1983 kontinuierlich wissenschaftliche Papiere über ihre Schwerpunkte „Trigeminus Neuralgie“ und „Mund/Gesichtsschmerzen“ in anerkannten – peer-reviewed – Journalen. Hier ein Ausschnitt aus ihrer Selbstbeschreibung im Internet Angebot ihres zakrzewskiArbeitgebers, des NHS (= National Health Service, Great Britain)

Zitat:

3) Entscheidungsfindung bei Trigeminus Neuralgie
Viele unserer Patienten, bei denen die sich medikamentöse Behandlung schlecht entwickelt, befinden sich irgendwann vor der Entscheidung zur chirurgischen Behandlung ihrer Trigeminus Neuralgie (TN). Um diese zu erleichtern, führten wir eine Studie mit 156 Patienten durch (in Zusammenarbeit mit Prof. Kay von der Zahnklinik in Manchester und weiteren Zentren in Liverpool, Bristol und Southampton), um den Patienten bei ihren Entscheidungen für zukünftige Behandlungen zu helfen.
4) Chirurgische Behandlung der Trigeminus Neuralgie
Mein Training als Cochrane [= größtes, unabhängiges, von kommerziellen Interessen freies Bewertungsinstitut von wissenschaftlichen Arbeiten weltweit, Hauptsitz in England] Berichterstatter hat mich in die Lage versetzt, einen systematischen Überblick über die chirurgische Behandlung von Trigeminus Neuralgien (TN) anzufertigen und Richtlinien für künftige Studien aufzustellen. Wir folgten diesen Richtlinien bei der Dokumentation der größten Serie von unabhängig bewerteten „microvascular decompression“ Operationen [= typische Trigeminus Neuralgie OP] in Zusammenarbeit mit einem Neurochirurg in Bristol. Wir benutzten einen Patienten orientierten Zugang, beschrieben unsere Methode in einer separaten Studie und stellten ein Formular für die zukünftige Datenerfassung zur Verfügung.
Unsere Langzeit Kohorten Studie [= Langzeit Beobachtung der Operierten über Jahre bis Jahrzehnte] von TN Patienten ist die einzige in diesem Feld und hat Beweise erbracht, dass die chirurgische Behandlung dieser Krankheit besser  ist als die medikamentöse Therapie. Dieses Expertenwissen hat zu meiner Beteiligung in einer gemeinsamen Amerikanisch/Europäischen neurologischen Einsatzgruppe geführt, die jetzt die Leitlinien für die Behandlung von Trigeminus Neuralgien veröffentlicht hat – die ersten Leitlinien zwischen beiden Organisationen. Ich bin dazu die fachmännische Beraterin von NICE für den Gebrauch des Gamma-Schwerts [=radioaktive Strahlung zur Gewebszerstörung] bei TN. Jetzt bereiten wir einen Cochrane Bericht über die neurochirurgische Behandlung von TN vor.
5) Die Herkunft und der Krankheitsverlauf von trigeminalen neuropathischen Schmerzen
Jetzt gerade versuche ich, mein Engagement mit Neurologie Wissenschaftler und Genetikern zu erhöhen, nach einer hoch bewerteten obwohl nicht finanziell unterstützten NIH Anstrengung, die genetische Komponente von Mund/Gesichtsschmerzen zu ermitteln, was mich überzeugte, dass dies ein großer Schritt nach vorne sein könnte.

Zitat Ende

Original

 …  Decision analysis in trigeminal neuralgia Many of our patients whose medical management becomes difficult then face the decision about surgical treatments for their TN. To facilitate this process we conducted a study on 156 patients ( in conjunction with Prof Kay from the dental school in Manchester and also involving centres in Liverpool, Bristol and Southampton) to help patients make a decision about future treatments. iv. Surgical management of trigeminal neuralgia My training as a Cochrane reviewer has enabled me to undertake a systematic review of surgical management of TN and to put forward guidelines for future studies. We followed these guidelines in reporting the largest UK series of independently assessed microvascular decompression procedures, working in conjunction with a neurosurgeon from Bristol. We used a patient centred approach, described our methodology in a separate study and provided a template for future collection of data. Our long term cohort study on TN patients is the only one of its kind in this field and provides evidence that surgical management of this condition is superior to medical therapy. This expertise has resulted in my participation in a joint American and European neurological taskforce which has now published guidelines on the management of TN – the first between the two organisations.I am an expert advisory to NICE on the use of the Gamma Knife in TN. We are now undertaking a Cochrane review on neurosurgical treatment of trigeminal neuralgia . v. Aetiology and pathophysiology of trigeminal neuropathic pain. I am now looking to increase my involvement with neuroscientists and geneticist after a highly rated although not funded NIH application to determine the genetic epidemiology of orofacial pain convinced me that this could be a major way forward …

Kommentar

Der Zug rollt und ist nicht mehr aufzuhalten. Neuropathische Schmerzen des Trigeminus geraten immer stärker in das Fadenkreuz wichtiger Wissenschaftler, die sich ernsthaft mit den Grundlagen dieser unglaublich starken Schmerzen auseinandersetzen. Prof. Zakrzewska nähert sich der Neuropathie auf der Grundlage ihrer jahrzehntelangen Beschäftigung mit der Trigeminus Neuralgie. Sie formuliert: „Obwohl die Trigeminus Neuralgie traditionell als die erste neuralgische Erkrankung im Gesicht betrachtet wird, werden heute andere Formen von neuropathischem Schmerz häufiger erkannt …“ Für jemand, der seit 1983 seine Lebensinhalt in der wissenschaftlichen Berichterstattung über die aktuellsten Behandlungsmethoden in der Trigeminus Neuralgie gefunden hat, klingt ein solcher Schwenk geradezu revolutionär.

Die Beschäftigung der Autorin in der wissenschaftlichen Forschungsspitze des britischen National Health Service spricht – entgegen spontanen Vermutungen über die Qualität des NHS – für ein überdurchschnittlich hohes Niveau ihrer Arbeiten. Ihre Ausbildung als Cochrane Berichterstatterin passt dazu gut ins Bild.

 

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