Depressions Index

Der nachfolgende Test geht auf einen 1975 von L.R. Derogatis im amerikanischen Original veröffentlichten Test „Brief Symptom Inventory (BSI)“ = Kurze Symptom Erfassung zurück. Dieser wiederum beruht auf einer Auswahl von Teilen aus der SCL 90 (= Symptom Check List 90) ebenfalls von Derogatis 1975, 1977.

breifDer Test soll selbst-berichtete Symptome von Jugendlichen und Erwachsenen herausfinden, die wichtige psychiatrische Eigenschaften zeigen. Der Brief Symptom Inventory (BSI) besteht aus 53 Fragen, die neun Symptom Bereiche abdecken:

SOM Somatisation (= körperliche Symptome, aber keine Krankheit),

O-C Zwangsstörung,

I-S Angst vor Anderen,

DEP Depression,

ANX Ängstlichkeit,

HOS Feindseligkeit,

PHOB Angststörung,

PAR paranoide Vorstellungen und

PSY Psychosen.

Sowohl der SCL 90 als auch der BSI werden seit Jahrzehnten von Wissenschaftlern in aller Welt benutzt, um vergleichende Untersuchungen anzustellen. Auch sind beide Tests durch weitere ähnliche Verfahren in ihrer Aussagekraft mehrfach überprüft worden. Sie stellen heute praktisch einen Standard dar, mit dessen Hilfe innerhalb von 10 Minuten eine recht verläßliche (test – retest) Aussage über den aktuellen Symptomstand möglich wird. Aus lizenzrechtlichen Gründen habe ich, Joachim Wagner, Zahnarzt, die einzelnen Zeilen des BSI selber aus dem Amerikanischen übersetzt. Beachten Sie als Leser also bitte, dass es sich beim hier abgedruckten Test NICHT um den offiziellen BSI für Deutschland handelt.  Wer wissen möchte, welche Fragen zu welchen Bereichen (z.B. Depression) gehören, oder wie der Test technisch ausgewertet wird, sei auf das amerikanische Original verwiesen.

 


Einleitender Text des Psychiaters :  „Hier habe ich eine Liste von Problemen, die die Leute manchmal haben. Während ich jedes Problem vorlese, möchte ich, dass Sie mir sagen, wie stark dieses Problem Sie in den letzten 7 Tagen inclusiv heute in Anspruch genommen hat. Die Antworten, die Sie benutzen sollen, sind folgende:

0 = gar nicht

1 = ein wenig

2 = mittelmäßig

3 = schon ordentlich

4 = extrem stark

Z = zurückgewiesen

 


Während der letzten Woche, wie stark fühlten Sie sich genervt durch

1. Nervosität oder innere Unsicherheit
2. Schwäche oder Schwindelgefühl
3. Die Idee, dass ein Anderer Ihre Gedanken kontrollieren kann
4. Das Gefühl, andere sind verantwortlich für den Großteil Ihrer Probleme
5. Schwierigkeiten, sich an Sachen zu erinnern
6. Schnell genervt oder irritiert zu sein
7. Schmerzen im Herz oder der Brust
8. Angst vor offenem Raum
9. Gedanken, Ihr Leben zu beenden

Während der letzten Woche, wie stark fühlten Sie sich genervt durch

10. Das Gefühl, dass den meisten Menschen nicht zu trauen ist
11. Kein Appetit
12. Plötzlich geängstigt ohne Grund
13. Gefühlsausbrüche, die Sie nicht kontrollieren können
14. Einsamkeitsgefühl auch wenn Sie in Gesellschaft von Leuten sind
15. Gefühl, Dinge nicht tun zu können
16. Einsamkeitsgefühl
17. Sich schlecht fühlen
18. Das Gefühl, kein Interesse an Sachen zu haben

Während der letzten Woche, wie stark fühlten Sie sich genervt durch

19. Angstgefühl
20. Leicht verletzbar zu sein
21. Das Gefühl, das Menschen unfreundlich zu Ihnen sind oder Sie nicht mögen
22. Anderen sich unterlegen fühlen
23. Brechreiz oder gereizten Magen
24. Das Gefühl beobachtet zu werden oder dass Andere über mich reden
25. Schwierigkeiten einzuschlafen
26. Nachprüfen und doppelt nachprüfen müssen, was ich mache
27. Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen

Während der letzten Woche, wie stark fühlten Sie sich genervt durch

28. Angst davor, mit dem Buss, der U-Bahn oder Bahn zu fahren
29. Schwierigkeit, Luft zu bekommen
30. Heiße oder kalte Wallungen
31. Bestimmte Dinge, Plätze oder Tätigkeiten meiden müssen, weil sie Sie ängstigen
32. Ihr Kopf leer wird
33. Taubheit oder Kribbeln in Körperteilen
34. Die Idee, dass Sie für Ihre Sünden bestraft werden sollten
35. Hoffnungslosigkeit für die Zukunft
36. Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren

Während der letzten Woche, wie stark fühlten Sie sich genervt durch

37. Sich in Teilen des Körpers schwach fühlen
38. Sich angespannt fühlen
39. Gedanken an den Tod oder das Sterben
40. Drang haben, jemanden zu schlagen, verletzen oder Schaden zuzufügen
41. Drang haben, Dinge zu zerbrechen oder an die Wand zu werfen
42. Sich sehr selbstbewußt fühlen mit Anderen
43. Sich unwohl fühlen in Massen
44. Sich niemals eng mit jemand anderem verbunden fühlen
45. Terror- oder Panikattacken

Während der letzten Woche, wie stark fühlten Sie sich genervt durch

46. Häufig in Streiterei geraten
47. Nervös werden, wenn Sie allein gelassen werden
48. Andere erkennen Ihre Verdienste für Ihre Leistungen nicht an
49. So unruhiges Gefühl, dass Sie nicht still sitzen können
50. Gefühl von Wertlosigkeit
51. Gefühl, dass Menschen Sie über den Tisch ziehen werden, sobald Sie das zulassen
52. Schuldgefühle
53. Die Idee, dass mit Ihrem Kopf etwas nicht stimmt

 

 


 

Entmystifizierung

Das Hauptwort Depression als Bezeichnung für eine der übelsten Krankheiten der Menschheit benutzt ja schon die Bild Zeitung auf der Titelseite. Und das ist auch gut so. Erheblich seltener im Sprachgebrauch finden sich die Worte „Psychiater“, „Angststörung“ oder „psychiatrischer Test“, obwohl doch nach den spektakulären Selbstmorden von R. Enke (Fußball) und Adolf Merckle (Unternehmer) unübersehbar auch im Fernsehen jedem klar gemacht wurde, dass ein Umdenken auch in Deutschland zu dem Thema erforderlich ist.

Dieser Beitrag hier soll eigentlich nur eines tun: den immer noch zu großen Abstand der vermeintlich Gesunden zu den so genannten „psychisch Kranken“ verkleinern. Beim Lesen der Zeilen des Tests wird dem ein oder anderen Leser möglicherweise auffallen, dass bestimmte Aussagen zutreffen. Und treffen zu viele zu, dann braucht es die professionelle Hilfe und Medikamente. So ist der Stand im Jahr 2010.

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