Psychiatrie Kongress Berlin 2010, Fallbericht Posttraumatische Belastungsstörung

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P1010614 Der diesjährige Kongress der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) fand vom 24. – 27. November 2010 im ICC (Internationalen Congress Centrum) in Berlin statt. Für die Nichteingeweihten nur ein paar Zahlen: fast 9.000 Teilnehmer (vorwiegend Psychiater, Nervenärzte, Psychotherapeuten und Mediziner), das gedruckte Programmheft für alle Veranstaltungen umfasste 412 Seiten, zur Verfügung standen mehr als 50 (Fünfzig !) Vortragssäle mit allem erforderlichem Equipment (Beamer, Mischpult, Funkmikro, 2 technischen Assistenten, 2 wissenschaftlichen Vorsitzenden pro 90 Minuten Sitzung …) , dazu einer beeindruckenden Menge an Quadratmeter Ruhezonen für den gestressten Besucher und und und.

Bild 1 zeigt übrigens den Funkturm von 1925/1926 auf dem Messegelände von Berlin, das dem ICC nicht nur direkt benachbart liegt, sondern auch als Ergänzungsquartier für besonders große Kongresse dient.

Am Donnerstag 25. November 2010  in der Sitzung von 15:30 bis 17:00 im Saal Riga hatte Frau Dr. V. Tumani, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Pschiatrie III, die Aufgabe den ersten von 6 (!) Vorträgen zum Thema „Essstörungen, Schlafstörungen und andere der Kategorie, F5“ zu halten. P1010618

Konkret geht es um eine Patientin – nennen wir sie Frau Ö. –  mit Migrationshintergrund aus der Türkei im Alter von geschätzten 18 bis 20 Jahren, die sich selbst in einen Verkehrsunfall verwickelt und zwar dergestalt, dass sie einen LKW im absolut unpassenden Moment überholt, in dem ein anderer LKW entgegen kommt. Körperlich geschieht ihr nichts, am PKW werden lediglich die Außenspiegel „abgeschoren“, aber seit diesem Tag leidet Frau Ö. unter 10 bis 20 Ohnmachtsanfällen *) pro Tag, die weder durch Gaben von Escitalopram (Serotonin Wiederaufnahmehemmer gegen die vermutete Postraumatische Belastungsstörung)  eines Neurologen noch durch das Aufsuchen eines türkischen Hodschas in den Griff zu bekommen sind.

Dr. V. Tumani verfügt über eine besondere psychotherapeutische Methode EMDR, die offenbar exakt auf das Krankheitsbild von Frau Ö. passt. In der Fallvorstellung zeigt Frau Tumani durch eindrucksvolle Videoaufnahmen in der Krankenstation der Universitätsklinik Ulm, wie a) die Ohnmachtsanfälle der Patientin Ö. aussehen, b) sie als Behandlerin in der Lage ist, solche Anfälle durch das Erwähnen bestimmter Worte auszulösen und c) auf dem hier abgebildeten Bild 2 sie durch wenige gezielte psychotherapeutische Eingriffe sie in der Lage ist, dieser jungen Frau wieder ein normales Leben zurück zu geben.

*) Die junge Frau fällt im Video im Bett aus der sitzenden Position regelmäßig nach vorne um und bleibt für 1 bis 3 Minuten nicht ansprechbar. Nach dem Aufwachen kann sie Fragen nach ihrem Namen und dem Tagesdatum sofort ohne Nachdenken beantworten. Eine gleichzeitig mitgeführte EEG Aufzeichnung zeigt zudem, dass die Vigilanz  (= die Wachheit) während der „Ohnmacht“ keinen Moment im Vergleich zum Wachzustand vorher und nachher heruntergeht.

4 Replies to “Psychiatrie Kongress Berlin 2010, Fallbericht Posttraumatische Belastungsstörung”

  1. RE: Psychiatrie Kongress Berlin 2010, Fallbericht Posttraumatische Belastungsstörung
    Toll, das mit Drogen nicht wirklich was zu machen ist, hätte ich ihr gleich sagen können. Aber einen Ohnmachtsanfall auszulösen, das wünsche ich mir öfters bei meinem Hund. Bei meiner Frau scheint es diesen Effekt auch zu geben, aber leider nur, wenn ich was von ihr will.
    Das Ganze schaut mir eher nach stümperhaften Herumprobieren denn nach einer Wissenschaft aus. Leider wird hier mit Menschen gespielt.

  2. Ferdinand
    Dass das Problem von Ö. kann von jedem Teilnehmer eines Dianetik Wochenendseminars oder Leser des Dianetik Buches gelöst werden.

  3. RE: Psychiatrie Kongress Berlin 2010, Fallbericht Posttraumatische Belastungsstörung
    Pauschal ist doof, Hallo Herr „Drogensinddoof“. Schönen Gruß an Ihren Hund und Ihre Frau, deren Intelligenzquotient offenbar im erfreulich gutem Bereich liegen. Viele Grüße Joachim Wagner

  4. RE: Psychiatrie Kongress Berlin 2010, Fallbericht Posttraumatische Belastungsstörung
    [quote name=“Ferdinand“]Dass das Problem von Ö. kann von jedem Teilnehmer eines [/quote] Ihr Beitrag weist 2 Fehler auf: a) Ihrem Satzanfang fehlt das Ende und b) die schamlose Werbung für das verquaste Hauptwerk des trinkenden und psychoaktive Medikamente einnehmenden Scientology „Gründers“ Ron Hubbard. Viele Grüße Joachim Wagner

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