Essstörungen passen zu Symptomen von TMD (CMD)

eatingdisorderEssstörung und Zeichen und Symptome von Temporo Mandibular Disorder: Eine zugeordnete (Serien)Fallstudie

Johansson AK, Johansson A, Unell L, Norring C, Carlsson GE.

Department of Clinical Dentistry–Cariology, Faculty of Medicine and Dentistry, University of Bergen, Bergen, Norway. Ann-Katrin.Johansson@iko.uib.no

Zusammenfassung

Das Ziel der Studie war, die Zeichen und Symptome, die vorkommen bei Temporo Mandibular Disorder (TMD) in Patienten mit Essstörungen (ES) zu studieren und zu vergleichen mit deren  Vorkommen in geschlechts- und alters- entsprechenden Kontrollmenschen. Während einer 12 Monats Periode wurden alle Patienten (n = 65), die eine psychiatrische/medikamentöse Außerhaus Behandlung an der Essstörungs Klinik Erikbergsgården, Orebro, Sweden akzeptiert und angefangen haben, eingelanden, an dieser Studie teilzunehmen. Von den 65 Patienten akzeptierten 54 (83%) die Teilnahme. ES Patienten und den Kontrollen wurde ein umfangreicher TMD Fragebogen vorgelegt und sie wurden klinisch untersucht. Die ermittelten Symptome wie: Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Kiefermüdigkeite, Zungen-Über- Aktivität, Klosgefühl im Hals, Benommenheit, Konzentrations- und Schlaf- Schwierigkeiten waren alle signifikant (= überzufällig) häufiger unter den ES Patienten verglichen mit den Kontrollen.

Es gibt dazu ein signifikant höheres Vorkommen von klinischen TMD Zeichen in ES Patienten. Analysen innerhalb der ES Gruppe zeigen, dass diejenigen, die über selbst hervorgerufenes Erbrechen berichten auch unter  signifikant mehr schweres Gefühl im Kopf [„toter Kopf“], Schwindel und Schnarchen leiden. Diejenigen mit Fressattacken leiden unter schwerem Gefühl im Kopf, Gesichtsschmerz, Benommenheit und Konzentrationsschwäche. Kein Unterschied konnte verzeichnet werden bei den wahrgenommenen Symptomen und Zeichen der TMD in der ES Gruppe in Bezug auf die Dauer der ES.
Zusammengefasst: Mund/Gesichtsschmerzen und Zeichen und Symptome, die mit TMD zu tun haben, kommen bei ES Patienten signifikant häufiger vor als bei altersentsprechenden Kontrollsubjekten. Spezielle Aufmerksamkeit sollte jenen zukommen, die von Erbrechen und/oder Fressattacken Verhaltensweisen berichten.

 

Swed Dent J. 2010;34(3):139-47.

Eating disorders and signs and symptoms of temporomandibular disorders: a matched case-control study.

Johansson AK, Johansson A, Unell L, Norring C, Carlsson GE.

Department of Clinical Dentistry–Cariology, Faculty of Medicine and Dentistry, University of Bergen, Bergen, Norway. Ann-Katrin.Johansson@iko.uib.no

Abstract

The aim of the study was to examine signs and symptoms related to temporomandibular disorders (TMD) in patients with eating disorders (ED) and to compare the prevalence with that in sex- and age-matched controls. During a 12-month period, all patients (n = 65) who accepted and initiated psychiatric/medical outpatient treatment in an Eating Disorder Clinic/Erikbergsgården, Orebro, Sweden were invited to participate in the study. Of the ED patients, 54 (83%) accepted participation. ED patients and controls underwent a comprehensive TMD questionnaire and clinical examination. Reported symptoms such as headache, facial pain,jaw tiredness, tongue thrusting, and lump feeling in the throat as well as dizziness, concentration difficulties and sleep disturbances were all significantly more prevalent among ED patients compared to controls. There was also a significantly higher prevalence of clinical TMD signs in the ED patients. Analyses within the ED group showed that those who reported self-induced vomiting reported significantly more heavy feeling in the head, nausea and snoring. Those with binge eating reported significantly more heavy feeling in the head, facial pain, dizzy feeling and concentration difficulties. No significant differences regarding subjective symptoms and clinical signs of TMD were found within the ED group with respect to duration of ED. In conclusion, orofacial pain and TMD related signs and symptoms are significantly more common in ED patients than in matched control subjects. Special emphasis should be made to those who reports vomiting and/or binge eating behaviors.

PMID: 21121413 [PubMed – indexed for MEDLINE]

 

Für den Laien

Essstörungen klingen für das ungeübte Ohr nach jungen Frauen, die mit Gewalt abnehmen wollen, nach dem selbstgesetzten Wunsch, ein Modeltyp mit den Kleidermaßen von Kindern werden zu wollen. Dem ist aber nicht so. Essstörungen in welcher Form auch immer, z.B. als Bulimie mit Essattacken und anschließendem Erbrechen oder tatsächlichem zu Tode hungern, liegen so gut wie immer schwere psychiatrische Störungen zu Grunde. Diese Frauen (es betrifft tatsächlich fast nur Frauen) leiden in der Regel unter falschen Überzeugungen, welche auch der Grund sind, dass die schweren Fälle nicht einmal mit Klinikaufenthalten zur Raison zu bekommen sind. Die Todesrate bei dieser Erkrankung liegt erschreckend hoch.

Aus der Erkenntnis heraus, dass die TMD auch eine psychiatrische Komponente beeinhaltet, die so genannte Achse 2 der Diagnose Richtlinien RDC/TMD nach Dworkin und LeResche, haben norwegische Zahnmediziner nun Frauen mit Essstörungen auf Zeichen für TMD untersucht und einen gleich großen Pool an gesunden Kontrollfrauen daneben gestellt und diese beiden Gruppen miteinander verglichen. Dabei kommt heraus, dass Essgestörte signifikant (= nicht mehr mit Zufall erklärbarer) häufiger unter den Zeichen von TMD leiden als die Gesunden.

 

Kommentar

Ins Klo spülen kann man jede Menge Forschung um die TMD beim genauen Hinsehen. Diese Untersuchung hier ganz sicher nicht. Die Zahnmediziner sind sehr mutig gewesen, denn sie haben den ungeliebten Teil „Achse 2 der RDC/TMD“ Diagnose Kriterien durchgelesen und in ein Experiment gepackt, das elegant ist und schwer zu widerlegen sein dürfte. Zitat „Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Kiefermüdigkeite, Zungen-Über- Aktivität, Klosgefühl im Hals, Benommenheit, Konzentrations- und Schlaf- Schwierigkeiten“ waren die gemeinsamen Symptome von Essgestörten und TMDlern. Und jetzt erklären bitte die Funktionszahnärzte, wie man die Kurve kriegt von einem falschen Biss zur Benommenheit z.B.

Liebe Funktionologen: lasst es besser gleich bleiben. Solche Erklärungen waren und bleiben hanebüchen. Benommenheit, Schwindel, Klosgefühl … haben jede Menge mit bestimmten Hirnaktivitäten zu tun und wenig bis gar nichts mit 20 Mikrometer zuviel oder zuwenig – ist ja auch egal – auf den Zähnen.

One Reply to “Essstörungen passen zu Symptomen von TMD (CMD)”

  1. RE: Essstörungen passen zu Symptomen von TMD (CMD)
    Hallo Herr Wagner, wieder mal eine der typischen „Studien“ die man nur ins Klo spülen kann. Der Studie fehlen wesentli-che Grundlagen. Die Untersuchungen stellen ohne konkrete Voruntersuchungen den Bezug zu Tmd her, ohne dass hier beachtet wird, dass die benannten und untersuchten Störungen auch ihre Ursache in einem ausgeprägtem Nährstoffmangel haben können: Elektrolytst., Vitamin- und Eiweiß-mangel.Bei Bulimie müsste auch die Frage gestellt werden, ob Zahnschmelzdef. möglicherw. zu okklusalen Störungen geführt haben. Hier fehlen relevante Untersuchungen. Die Aussagen sind nicht nachvollziehbar da genannte Befragungen hinsichtlich Müdigkeit, Kopfschmerzen, Zungenbrennen, Schwindel, Konzenentrationsstörun-gen,Kloßgefühl wohl eher in Richtung Vitaminmangelsyndrom etc,. untersucht werden müssten.
    Können Sie mir eigentlich die Frage beantworten, warum es Cmd bei Ihnen nicht geben darf?

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