Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer

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Das Forum Symptome.ch hält folgenden Fall bereit, der nach meinem Überblick zu den schlimmsten dieser Klasse gezählt werden muss.

 

Zitat

Verfasst von castaneder am 25.02.2011 Oberkieferschmerzen ohne Ende
Hallo zusammen,
Stellvertretend für meine Frau, die mit Schmerzen im Bett liegt, hätte ich ein paar Fragen. 2008 fingen harmlose zahnschmerzen an die nicht zu erklären waren, besser gesagt die Zähne waren gesund. Es folgten Wurzelbehandlungen, Wurzelspitzenresektionen, bis hin zur Extraktion. Das ging von einem Zahn zum anderen, kaum war einer draußen, fing der nächste an. 2009 hatte meine Frau (41J) keine Zähne mehr. Man sollte meinen das Desaster hätte nun ein Ende, eben nicht. Nun geht es mit dem Oberkieferknochen weiter. Zysten wurden entfernt, hat aber nichts gebracht, im gegenteil nach jeder Op wurden die Schmerzen stärker. Am CT ist nichts zu sehen. Vor einem Jahr wurde ein Szintigramm gemacht, auch nichts zu sehen. Festgestellt wurde lediglich eine knöchernde MAV. Das macht angeblich keine Schmerzen. Probleme mit den Kiefer und Nasennebenhölen hatte meine Frau schon immer. Vielleicht ein Zusammenhang? Warum wird keine Gewebeprobe gemacht, um Osteomelitis auszuschließen? Warum haben die Ärzte in München nie nachgeforscht, warum sich ein Nerv nach dem anderen entzündet? Den die Ursache scheint ja noch da zu sein, sonst würden die Schmerzen doch aufhören. Könnte vielleicht ein Tupfer vergessen worden sei? Kann uns jemand einen Rat geben?

Viele Grüße aus Bayern

Zitat Ende

 

Interpretation

Der nicht direkt betroffene Ehemann skizziert den katastrophalen Verlauf einer Schmerzkrankheit und die fassungslos machende Unfähigkeit der zahnmedizinischen Behandlung in möglichst kurzen neutralen Sätzen. Wir erfahren nur indirekt, welche ungeheuren Schmerzen die Patientin nun über 2 bis 3 Jahre zu ertragen hat und hatte. Freiwillig läßt sich kein Mensch immer wieder und nacheinander (!) alle (!) Oberkieferzähne wurzelbehandeln, wurzelresizieren und schließlich ziehen. Grausam.

Aber die Behandler hören nicht auf. Sie nehmen nicht einmal Vernunft an,  wenn alle Zähne weg sind. Die Behandler tun so, als gäbe es im Mund ausschließlich Schmerzen durch die angetroffene Hardware (Zähne, Knochen, Muskeln …) . Da liegt doch der offensichtliche Denkfehler, den jeder bemerken muss, der die wenigen Sätze des Ehemanns liest.

Wie ignorant (= blind, nicht wissen wollend) muss man eigentlich sein, im Jahr 2011 noch alle brutalen Schmerzen im Mund auf die Zähne oder den Knochen einengen zu wollen. Zur Ehrenrettung der Bayern wollen wir annehmen, dass das im Dorf passiert ist und nicht in München.

Die gute Nachricht

Mit einer oder der Kombination der folgenden 4 Strategien kann dem beklagenswerten Opfer des Falls hier aus der furchtbaren Situation herausgeholfen werden:

1. Die klassische Antineuropathika Mittel Methode als systemische Gabe per os (= Pille in den Mund): Das Aufdosieren aller bekannten Mittel, also a) Amitriptylin, b) Gabapentin, c) Carbamazepin, d) Milnacipran, e) Duloxetin, f) Opiate …

meditraeger2. Die (noch) nicht bekannte Gabe aller Antineuropathika als topische (= örtliche) Mittel mit Hilfe eines Medikamententrägers im Mund, vorzugsweise in einer Kombination aus Gabapentin, Lidocain, Ketamin in der abgebildeten Form

3. Neuro-Reflexotherapie wirksam bei CMD / TMD .  Ich (Joachim Wagner, Zahnarzt) gebe zu, diese Methode noch nicht am neuropathischen Patienten eingesetzt zu haben, möchte aber festhalten, trotzdem Einblick durch einen 12-wöchigen Selbstversuch gewonnen zu haben. Der „Erfinder“ der Neuro-Reflexotherapie, Dr. F. Kovacs, Mallorca, Spanien, erzielt damit seit vielen Jahren beachtliche Erfolge gegen die bekannt schwer behandelbaren unspezifischen Rückenschmerzen.

4. Im Sinne einer multimodalen (= viele Seiten des Menschen ansprechende) Schmerztherapie empfiehlt sich bei der hier vorzufindenden langjährigen Schmerz Chronifizierung (= Verselbstständigung des Dauerschmerzes) auch die Begleitung durch eine Schmerzpsychologen. Der soll der Patientin in erster Linie den Rücken stärken, wenn es Rückschläge gibt.

 

Nachwort

Heute sehe ich, dass eíne „Kerstin9“ noch folgenden Beitrag angefügt hat:

Zitat

Hallo castaneder,

hat oder hatte deine Frau Amalgamfüllungen? Das Amalgam kann auch den Trigeminusnerv reizen und den Knochen entzünden.

Viele Grüße,
Kerstin

Zitat Ende

Mein Kommentar zur Amalgamnummer: Eine tumbe Torin erwählt für sich selbst im Amalgam die Mutter aller Schmerzen.  Soll sie, von mir aus für ihr Seelenheil. Was sie nicht tun soll ist, mit ihrer erkennbaren Sachunkenntnis *) der Trigeminus Neuropathie die Wahrheit so heillos auf den Kopf zu stellen.

*) z.B. hier: Trigeminusneuropathie & Kunststofffüllungen = Katastrophe

6 Replies to “Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer”

  1. RE: Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer
    Herr Wagner, warum wieder so spöttisch!! Auch hier fragt wieder keiner danach, wie viele Wurzelbehandlungen, Amalgamfüllungen und andere krankmachende Zahnbehandungen stattgefunden hatten. Hier sollte man vom Kieferknochenmaterial eine Probe auf Quecksilber und andere Gifte untersuchen, da würde wohl so manchem Zahnarzt die Kinnlade herunterfallen. Wenn durch Zahntoxine erst mal neurophatische Schmerzen chronisch entstanden sind, gehen die auch meist nicht mehr durch das Zähne ziehen weg.

  2. RE: Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer
    Das kann man hier nicht auf die Bayern schieben.
    Ich frage mich ob vielleicht hier Herr Wagner etwas wegen seiner Amalgamphopie übersehen hat.

  3. RE: Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer
    Herr Wagner spricht mir mit seiner – eben nicht vorhandenen „Amalgamphobie“ – sondern seiner Befürwortung dieses bewährten Materials, aus der Seele. Wenn man hier manche Kommentare über die negativen Einflüsse von Amalgam liest, müssten eigentlich alle Zahnärzte und Zahnarzthelferinnen – die in den letzten 40 Jahren Amalgamfüllungen gelegt haben – schon lange tot umgefallen sein. Die Behandler haben schlussendlich bei dem täglichen Legen vieler Amalgamfüllungen die weitaus größte Gesundheitsgefährdung durch Quecksilberdämpfe erfahren.

    Würde gerne selber eine Frage im Forum einstellen. Beim Registrieren funktioniert irgendwas nicht und ich bekomme immer eine Fehlermeldung.

    Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

    Herzliche Grüße
    Susanne Hefer

  4. RE: Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer
    [quote name=“Susanne“]Herr Wagner spricht mir mit seiner – eben nicht vorhandenen „Amalgamphobie“ – sondern seiner Befürwortung dieses bewährten Materials, aus der Seele. Wenn man hier manche Kommentare über die negativen Einflüsse von Amalgam liest, müssten eigentlich alle Zahnärzte und Zahnarzthelferinnen – die in den letzten 40 Jahren Amalgamfüllungen gelegt haben – schon lange tot umgefallen sein. Die Behandler haben schlussendlich bei dem täglichen Legen vieler Amalgamfüllungen die weitaus größte Gesundheitsgefährdung durch Quecksilberdämpfe erfahren.

    Würde gerne selber eine Frage im Forum einstellen. Beim Registrieren funktioniert irgendwas nicht und ich bekomme immer eine Fehlermeldung.

    /quote]

    Susanne die Empfehlung und Resulutiopn des Europarates über ein Verbot von Amalgamfüllungen, sowie über Schwermetalle ist Ihnen sicher nicht bekannt, sonst hätten Sie hier sich den Kommentar sparen können

  5. RE: Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer
    [quote name=“melanie“]Susanne die Empfehlung und Resulutiopn des Europarates über ein Verbot von Amalgamfüllungen, sowie über Schwermetalle ist Ihnen sicher nicht bekannt, sonst hätten Sie hier sich den Kommentar sparen können[/quote]
    sparen können, …, na das ist mal ein Totschlag-Argument! 😡 Könnte man auf jede Meinung anwenden und dann hätte man die freie Meinungsäußerung gleich mitgespart. :-*

  6. RE: Härtefall 4 Neuropathie Oberkiefer
    Der Europarat fordert die Einschränkung oder das Verbot von Amalgamfüllungen.
    Der Beschluss ist noch nicht gefasst.
    Beschrieben wird insbesondere die Umweltbelastung durch Amalgamfüllungen. Bei Wikipedia finden Sie interessante Informationen zu Amalgamfüllungen. Hier werden die „vorsorglichen“ Einschränkungen für Amalgamfüllungen bei z. B. Schwangeren beschrieben, da wissenschaftliche Grundlagen für evtl. Schädigungen fehlen.

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