Die Wurzelspitzenresektion (WSR) sollte als Kassenleistung gestrichen werden

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Dazu passt der Artikel 98% der Kollegen/innen hätten hier operiert. und Revision statt WSR und WSR Unfug – so läuft das wirklich aus der Rubrik Wurzel-Behandlung

 

Laut BundesEinheilichem BewertungsMAssstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA, betrifft 90% der wsrgesetzlich Versicherten) bringt eine WSR an einem Frontzahn 96 Punkte, eine solche am 3 wurzligen Backenzahn 240 Punkte. Ohne notwendige Zusatzleistungen (Spritze, Beratung, Untersuchung, Röntgen) sind das umgerechnet Euro 79,14 für den Frontzahn und Euro und (Punktwert in NRW zur Zeit 0,8244 Euro) 197,86. Dazu kommen grob geschätzte Euro 30,– für notwendige Zusatzleistungen.

Der Zahnarzt mit höheren Abrechnungskenntnissen – und dazu zählen die meisten Kieferchirurgen – findet auch an nahezu jedem WSR-Zahn eine Zyste. Dann kommt die Zysteostomie in Verbindung mit einer WSR (Abrechnungsposition „Zy4“) als weiterer Abrechnungspunkt dazu. Das sind zunächst nochmal Euro 39,72 extra. Und selbstverständlich wird ja auch eine retrograde Wurzelfüllung fällig, für die auch aufbereitet werden muss. Das wären die Positionen 1 mal „WK“ und 1 mal „WF“ beim Frontzahn, das Ganze mal 3 beim Backenzahn. In Euro gerechnet : beim Frontzahn Euro 37,92 und beim Backenzahn Euro 113,77.

Zusammen macht das am Frontzahn Euro 186,78 und Euro 381,35 am 3-kanaligen Backenzahn. Es gibt übrigens auch Backenzähne mit 4 Kanälen – die oh Wunder – in letzter Zeit auch häufiger gefunden werden.

Wir reden hier von Kassengeldern. Diese Beträge werden ganz einfach per Computereingabe und Abrechnungsdiskette über die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) von den Krankenkassen eingefordert und nahezu 100% sicher bezahlt. Auch darum ist in Deutschland die WSR so „beliebt“.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist sie überholt und als letzte Verzweiflungstat kurz vor dem Zahnziehen zu betrachten. Es ist lange geklärt, dass die Chancen des Zahns, langfristig im Mund zu bleiben, durch eine WSR im Durchschnitt nur bei 50% liegt, bei der Revision (= Erneuerung) der Wurzelbehandlung dagegen bei mindestens 70%. Die Revision wird seit 2004 auf Betreiben der Zahnärzte nicht mehr von der Krankenkasse übernommen.

Eigentlich hätte die WSR aus dem Katalog geschmissen gehört.

Einige Kollegen haben das auch gemerkt und nutzen noch ihre Zeit. Dieser Fall hat sich mit ähnlich unschönem Beigeschmack kürzlich hier vor meiner Tür wiederholt. Der Lichtblick: Aus sicherer Quelle höre ich aber, dass die KZV Nordrhein einige Regressverfahren gegen Kieferchirurgen laufen hat.

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