DZW will Esoterik Käse hoffähig machen

In der Ausgabe 28/11 der DZW vom 13.07.2011 ist auf Seite 16 ein Artikel zu bestaunen mit dem Titel:

Zitat  Anfang:

Patientenwunsch: Individuelle Verträglichkeiten testen

Dr. Bodo Wettingfeld über die Physioenergetik, ein manuell energetisches Testverfahren

Zahnärztliche Werkstoff auf individuelle Verträglichkeit zu prüfen, ist Patienten zunehmend wichtig. Die Physioenergetik, ein manuell energetisches Testverfahren, basiert auf dem Armlängenreflex (AR) nach Raphael van Assche und kann genutzt werden, um Materialien auszutesten.

Der Zahnarzt fasst die Hände des Patienten und führt sie unter leichtem Zug nach hinten. Der Test zeigt ein energetisches Ungleichgewicht durch Verkürzung eines Arms, wodurch es zu einer unterschiedlichen Länge der beiden Daumen zueinander kommt. In der Ausgangsorientierung sollten beide Daumen und somit beide Arme die gleiche Länge haben. Dann wirde der Patient durch Reizung eines Muskels im Bereich der vorderen Schulter provoziert. Zeigt sich ein AR, wird einige Augenblicke gewartet und der Ausgangstest wird ohne Provokation wiederholt. Es sollte sich nun erneut kein AR zeigen. Jetzt ist der Patient testfähig.

Testobjekte können auf den Nabel oder in die Mundhöhle gelegt und einzeln getestet werden. Zeigt der Patient nun keinen AR, ist das Werkstück energetisch für ihn ohne Belastung. Bei einem AR werden nacheinander weitere Materialien auf den Nabel oder in die Mundhöhle gelegt. Der Patient verträgt das Werkstück, welches keinen AR auslöst. Dieses Vorgehen ist gut zu erlernen und bereichert den zahnärztlichen Behandlungsalltag. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.netz-werk-medizin-de.

Dr. Bodo Wettingfeld, Arnsberg.

Zitat Ende

 

Kommentar

Fühlt sich schwer nach Mittelalter „Medizin“ an. Ein seltsamer Armtest, den sich ein „Raphael van Assche“ wohl irgendwann in grauer Vorzeit aus den Fingern gesogen hat, kann nach Ansicht des Zahnarztes Dr. Bodo Wettingfeld Zahnmaterial in gut und schlecht trennen. In schwarz und weiß sozusagen. Schön sauber. Man denke nur an das naheliegende Beispiel:  Amalgam und Kunststoff, wobei sich natürlich hierbei auch rein optische Methoden der Trennung in schwarz und weiß anbieten würden. Der Armtest als indirekter Sehtest sozusagen.

Aber was ist, wenn die Hochleistungs Keramikprobe dummerweise vorher mit einer 8% Capsaicin Salbe in Berührung kam und es keiner gemerkt hat. Dann explodiert die Haut, egal wo Sie die Probe hingeben und der Patient wird die Verträglichkeit des Materials auch ohne Ergebnis des Armtestes anzweifeln.  Oder die Goldprobe lag im kalten Auto und wird unvermittelt auf die nackte Bauchhaut gegeben. Und schon krümmt sich die junge Testpatientin und verreißt den Armtest usw. usw.

Lange Rede kurzer Sinn: Wenn der Kollege Wettingfeld wissenschaftlich nachprüfbare Papiere zur Validierung (= Überprüfung der Treffsicherheit, ob der Armtest tatsächlich das misst, was er angeblich messen kann) seines Testes vorlegt, dann können wir diesen Esoterik Käse ungerne zwar, aber dann doch weiter diskutieren, ansonsten gehört er in den Müll.

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