Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus

Acta Odontol Scand. 2002 Aug;60(4):219-22.

Der Effekt von künstlichen okklusalen Erhöhungen hängt von früheren Erfahrungen mit TMD (CMD) ab.

Zusammenfassung

Studien über künstliche Bisserhöhungen bei Patienten mit einer Nicht-TMD (Nicht-CMD) Vorgeschichte haben die Anpassung an die Störung innerhalb einer relativ kurzen Zeit gezeigt. Die Rolle der okklusalen Faktoren in der Entstehung von TMD wurde daher in Frage gestellt. Aber die Ergebnisse könnten andere gewesen sein, wenn Patienten mit einer vorherigen TMD Geschichte in die Studiengruppen aufgenommen worden wären. Um diese Annahme einem randomisierten doppelblinden klinischen Aufbau zu testen, bezogen wir gesunde Frauen ohne (n = 26), sowie mit (n = 21) einer frühere TMD Geschichte in die Studie ein. Beide Gruppen wurden nach dem Zufallsprinzip in eine wahre und eine Placebo Störungs Gruppe verteilt. Richtige künstliche Bisserhöhunge wurden in der wahren Störungs Gruppe eingebaut und in der Placebo-Gruppe simuliert. Die Probanden wurden 2 Wochen beobachtet, und danach die Störungen wieder entfernt. Die Probanden ohne TMD Geschichte zeigte eine recht gute Anpassung an die Störungen, aber die Patienten mit einer TMD Geschichte und echten Bisserhöhungen zeigten eine signifikante Zunahme in der klinischen Zeichen im Vergleich zu den anderen Gruppen.

Wir sind der Meinung, dass die ursächliche Rolle der okklusalen Störungen bei TMD möglicherweise in früheren Studien mit künstlichen Störungen nicht korrekt erfasst wurden und keine Rückschlüsse hinsichtlich der TMD Entstehung zulassen.

12222646
[PubMed – indexed for MEDLINE]

Acta Odontol Scand. 2002 Aug;60(4):219-22.

Effect of artificial occlusal interferences depends on previous experience of temporomandibular disorders.

Abstract

Studies on artificial interferences in subjects with no temporomandibular (TMD) history have shown adaptation to the interference within a fairly short period of time. The role of occlusal factors in the etiology of TMD has therefore been questioned. The results might have been different, however, if subjects with a prior TMD history had been included in the study groups. To test this assumption in a randomized double-blind clinical set-up, we included healthy women without (n = 26) as well as with (n = 21) an earlier TMD history. Both groups were randomly divided into true and placebo interference groups. Artificial interferences were introduced in the true interference groups and simulated in the placebo groups. The subjects were followed for 2 weeks, after which the interferences were removed. The subjects without a TMD history showed fairly good adaptation to the interferences, but the subjects with a TMD history and true interferences showed a significant increase in clinical signs compared to the other groups. We suggest that the etiological role of occlusal interferences in TMD may not have been correctly addressed in previous studies with artificial interferences and allow no conclusions as regards TMD etiology.

PMID:
12222646
[PubMed – indexed for MEDLINE]

Kommentar

Zahnfilm.de predigt seit Jahren genau das: In 97% Münder der Menschheit – das sind alle Nicht-TMD (CMD) Betroffenen – kann der Zahnarzt beliebig den Biss ändern, es dauert keine 2 Wochen und fast alle so Geänderten haben es danach ohne Probleme weggesteckt. Das zeigen nicht nur die hier abgedruckte, sondern auch etliche Studien zuvor. Dazu deckt sich diese Aussage mit  vielen Fotogeschichten hier in Zahnfilm.de aus dem wirklichen Leben, wie z.B. Einschleifen nein danke Teil 2 oder Einbeiß Quickie .

Das gilt jedoch nicht für TMD (CMD) Erkrankte (die restlichen 3% der Menschheit), die sich bekanntlich 4 zu 1 auf Frau zu Mann verteilen. Bei diesen tritt offenbar ein lang anhaltender Schmerz auf, wenn man künstliche Bissstörungen anbringt. Aber dazu merken die finnischen Forscher zu Recht an, dass es nicht zulässig ist, aus dem Auftreten von anhaltenden Schmerzen schließen zu wollen, dass die Bissstörungen verantwortlich für die Entstehung der TMD (CMD) seien.

1. Le Bell Y, Jämsä T, Korri S, Niemi PM, Alanen P. Effect of artificial occlusal interferences depends on previous experience of temporomandibular disorders. Acta Odontol. Scand. 2002;60(4):219-222.

15 Replies to “Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus”

  1. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    Welche Bedeutung hat das jetzt?

    Bedeutet das, dass TMD-Patienten diese Okklusionsgeschichten wahnsinnig stören und erst so richtig krank machen, andere Patienten hingegen nicht? Ist das so zu verstehen?

  2. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    Soweit ich diesen Text richtig interpretiere, haben okklusal unauffällige Patient zunächst auf eine Bisserhöhung reagiert, diese aber dann gut kompensiert. Wie hoch war diese Erhöhung? Wir haben hier „lediglich“ den Störfaktor Erhöhung. Was geschieht aber, wenn am gesunden Probanten schlagartig massive Veränderungen vorgenommen werden, wie Zentrikabweichungen etc.? Warum wurde der Versuch nicht länger als 14 Tage geführt, um etwa die Langzeitauswirkungen auszutesten? Warum hat man keine Versuche mit zusätzlichen sehr relevanten Störfaktoren unternommen? Wenn Cmd doch ohnehin nur von der Psyche kommt, dann müssen die Versuchspat. doch nicht das Geringste zu befürchten haben. Merkwürdig ist auch, dass sich anscheinend Cmd-Geheilte (??) Pat. freiwillig dem Versuch unterzogen und dabei eine Rezidiv-Cmd erlitten haben. Wurden diese im Vorfeld vom Psycholgen oder vom Funktionstherapeuten geheit? Offenbar nicht von Laskin. Etwas sehr widersprüchlich diese Studien, oder wie oder was ???

  3. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    So wie ich das bisher verstanden habe ist TMD eine Schmerzerkrankung. Wobei die Schmerzen immer wieder auftauchen können, auch nach langen schmerzfreien Phasen.
    Ich kann nur vermuten, dass die TMD-Patienten während dieser Untersuchung in einem schmerzfreien Zustand waren und auf die Reize hin dann Schmerz entwickelt haben.
    Das würde einiges erklären.
    Soweit ich das als Hobbymediziner rausgefunden habe, liegt allen Schmerzerkrankungen auch eine gestörte Schmerzverarbeitung im Hirn zugrunde, also eine neurologische Ursache. Viele Reha-Kliniken bieten deshalb entsprechende Verfahren an mit dem Schmerz umzugehen/zu verarbeiten.
    Allerdings sind diese Erkenntnisse so alt noch nicht und gerade hinsichtlich Schmerz wurde in der Vergangenheit zu wenig getan. Betroffene wurden nicht so recht ernst genommen, da man Schmerz ja nicht sehen kann.

  4. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    Vielleicht sollte man sagen, daß normalen Zahnärtzten Okklusionsstörungen ihrer Patienten nichts aus machen. Fördert den Umsatz in der Zahndübelei.

    Good luck …

  5. Normale Menschen
    Die Frage ist nicht, ob Menschen normal sind. Sondern ob die Okklusionsstörung normal ist. Oder die zahnärztlichen Behandler.

    Ich habe (oder hatte) einen einseitigen Kreuzbiß regio 45. War bis zum 35. Lebensjahr kein Problem. Dann wurde da Plastik und Keramik planlos reingepappt.

    Mit katastrophalen Folgen.

    Ein einseitiger Kreuzbiß ist kieferorthopädische Indikationsgruppe K. Schweregrad 4. Eine der seltenen Ausnahmeindikationen, wo die GKV eine Erwachsenenbehandlung bezahlen muß, wenn kombiniert kieferchirurgisch und kieferorthopädisch behandelt wird.

    Ich habe 3 KFO Termine hinter mir. Da wird z. B.von „leichtem Kreuzbiß“ gefaselt. Und Behandlung verweigert. Ist das unterlassene Hilfeleistung im Sinne des StGB?

    Good luck.

    Horst P.

  6. Normale Menschen
    [quote name=“Horst P.“]Die Frage ist nicht, ob Menschen normal sind. Sondern ob die Okklusionsstörung normal ist. Oder die zahnärztlichen Behandler.

    Good luck.

    Horst P.[/quote]

    Kann mir hier jemand einen Kieferorthopäden im Großraum Nürnberg empfehlen?

  7. Horst P.
    [quote name=“Horst P.“][quote name=“Horst P.“]Die Frage ist nicht, ob Menschen normal sind. Sondern ob die Okklusionsstörung normal ist. Oder die zahnärztlichen Behandler.

    Good luck.

    Horst P.[/quote]

    Kann mir hier jemand einen Kieferorthopäden im Großraum Nürnberg empfehlen?[/quote]

    Dass ich mit dieser Frage eine Bewertung einfange und keine Antwort – naja.

    Bewertung war negativ.

    Die Frage war ernst gemeint. Ich habe KIG K4. Kassenleistung auch bei Erwachsenen. Kein Vorankommen mit bisher konsultierten KFOten. Immerhin hat der Kieferchirurg am Plaerrer den Kreuzbiss (regio) 45 dokumentiert.

    Wenn in eine solche Fehlverzahnung Plastik und Keramik planlos gepappt wird, tut das richtig weh. Jahrelang.

    Good luck.

    Horst P.

  8. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    Hallo Manuela, ich lasse es nicht zu, dass auf meiner Seite Werbung für medizinisch falsche Behauptungen des notorisch lügenden Herrn Daunderer und seines „Toxcenters“ gemacht werden. Ich fordere Sie auf, Ihren Link innerhalb von 24 Stunden selbst zu entfernen, andernfalls tue ich es. Viele Grüße Joachim Wagner

  9. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    Hallo Herr Wagner,

    …..dann entfernen Sie eben. 🙂
    Das scheint aber nicht von Daunderer zu sein, sondern von einem „Patienten für Patienten“.
    Schade, dass Sie nicht so viel Stärke besitzen auch andere Meinungen zu akzeptieren, sonst könnten Sie damit gelassener umgehen.

  10. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    [quote name=“Manuela“].. von einem „Patienten für Patienten“…[/quote]

    Wenn das in dem von ihnen zitierten Artikel als persönliche Meinung eines Patienten formuliert wäre, müßte man nicht gezielte Irreführung unterstellen.
    Aber bei diesem „es ist so-Stil“ in dem von ihnen zitierten Artikel muss man schon Irreführung unterstellen, da es sich um nichts weiter als um eine Ansammlung von Gerüchten handelt.

    Es ist nicht belegt.

    Und da diese Gerüchte auf Angst und Verunsicherung abzielen, kann es durchaus sein, dass solchen Artikeln Kritik entgegen schlägt. Jemand, der Gerüchte vertritt oder verteidigt, sollte es dann auch mit Gelassenheit nehmen und das Recht des anderen auf seine kritische oder ablehnende Meinung anerkennen.

    Der Aufklärung über Allergieentwicklungen dienen solche halbseidenen Artikel nicht.

  11. Okklusion wiederherstellen?
    Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass ich seit zwei Jahren durch Zahnärzte die auch irgendwie und in irgendeiner Grösse und Breite meine Zähne überkonten schwerst leide. Dies hat nichts mit dem Schmerzzentrum im Hirn zu tun, sondern mit ungenauen Kronen. Je kleiner und genauer gearbeitet werden muss, davon hängt wohl der Erfolg ab.1mm ungenaue Okklusion verkraftet eine Maus nicht – wohl aber ein Elefant. Dies ist für manachen ZA leider nicht nachvollziehbar.

  12. RE: Normalen Menschen macht eine Okklusionsstörung nichts aus
    Hallo Monica, ich denke Sie müssen sich schon festlegen, was Sie an Ihren Kronen geändert haben wollen. Ist es die Größe und die Breite oder die Okklusion. Das eine hat mit dem anderen recht wenig zu tun.
    Viele Grüße
    Joachim Wagner

  13. traurig.
    [quote name=“J. Wagner“]Hallo Monica, ich denke Sie müssen sich schon festlegen, was Sie an Ihren Kronen geändert haben wollen. Ist es die Größe und die Breite oder die Okklusion. Das eine hat mit dem anderen recht wenig zu tun.
    Viele Grüße
    Joachim Wagner[/quote]

    Worum geht es? Umsatz. Daß da Öpfer, die ihre Probleme schildern lächerlich gemachet werden, hat Methode.

    Ihnen ist sehr wohl klar, daß es nicht um Länge und Breite von Zahnersatz geht. Sondern um Kauflächengestaltung. Grobe Vorkontakte.

    Aber das wissen Sie besser als ich. Ich habe was anderes studiert.

    LG

    hp

Kommentar verfassen