Mehrzahl der traumatischen Trigeminus Neuropathien durch Weisheitszahn OP verursacht

Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 2011 Dec 6. [Epub ahead of print]

Posttraumatische Trigeminus-Neuropathie. Eine Studie von 63 Fällen.

Source

Clínica Odontológica, Gascó Oliag 1, 46021 – Valencia (Spain), maria.penarrrocha@uv.es.

Zusammenfassung

Einleitung. Trigeminus-Neuropathie ist meist Folge eines Traumas. Die vorliegende Studie untersucht die Ursachen und die Faktoren, die die Erholung beeinflussen.

Material und Methoden. Eine retrospektive Fallstudie wurde erstellt mit 63 Patienten, die an einer Trigeminus Neuropathie traumatologischer Herkunft litten. Diese unterzogen sich Nachuntersuchung für mindestens 12 Monate.

Ergebnisse. Vierundfünfzig Prozent aller Fälle wurden nach unteren Weisheitszahn Operationen diagnostiziert. Bei 37 und 19 Patienten mit sensorischen Defekten war das Gebiet des Unterkiefernervs bwz.  N. lingualis betroffen. Schmerz wurde in 57% der Fälle berichtet, und besonders von älteren Patienten. Bezüglich der Behinderung der Patienten und ihrer Lebensqualität waren drei Fälle nicht betroffen, während leichtere Veränderungen in 25 Fällen und erhebliche Veränderungen bei 8 festzustellen waren. Eine teilweise oder vollständige Genesung war in 25 Fällen nach 6 Monaten und in 32 nach einem Jahr zu beobachten. Es gab nur wenige Genesungen nach diesem Zeitraum. Wiederherstellung erwies sich schneller in jüngeren Patienten, die dazu auch die geringsten Schmerzen hatten.

Fazit. Unsere Patienten mit Trigeminus-Neuropathie erholten sich besonders in den ersten 6 Monaten und bis zu einem Jahr nach der Verletzung. Die älteren Patienten litten häufiger unter Schmerzen, die vom sensorischen Defekt herrührten. Dazu war ihr Unbehagen intensiver, und die Patienten mit den meisten Schmerzen und den schlimmsten klinischen Werten zeigten auch die vergleichsweise schlechteren Entwicklungen auf Dauer.

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Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 2011 Dec 6. [Epub ahead of print]

Post-traumatic trigeminal neuropathy. A study of 63 cases.

Source

Clínica Odontológica, Gascó Oliag 1, 46021 – Valencia (Spain), maria.penarrrocha@uv.es.

Abstract

Introduction. Trigeminal neuropathy is most often secondary to trauma. The present study explores the underlying causes and the factors that influence recovery. Material and methods. A retrospective case study was made involving 63 patients with trigeminal neuropathy of traumatologic origin, subjected to follow-up for at least 12 months. Results. Fifty-four percent of all cases were diagnosed after mandibular third molar surgery. In 37 and 19 patients the sensory defect was located in the territory innervated by the mental and lingual nerve, respectively. Pain was reported in 57% of the cases, and particularly among the older patients. Regarding patient disability, quality of life was not affected in three cases, while mild alterations were recorded in 25 subjects and severe alterations in 8. Partial or complete recovery was observed in 25 cases after 6 months, and in 32 after one year. There were few recoveries after this period of time. Recovery proved faster in the youngest patients, who moreover were the individuals with the least pain. Conclusion. Our patients with trigeminal neuropathy recovered particularly in the first 6 months and up to one year after injury. The older patients more often suffered pain associated to the sensory defect. On the other hand, their discomfort was more intense, and the patients with most pain and the poorest clinical scores also showed a comparatively poorer course.

PMID:
22143689
[PubMed – as supplied by publisher]


 

Kommentar

2 Dinge möchte ich hervorheben. 1) Die vorgestellte Studie bezieht sich ausschließlich auf „post-traumatische Trigeminus Neuropathien“. und 2) Der Satz der Autoren „Trigeminus-Neuropathie ist meist Folge eines Traumas.“ ist definitiv falsch. Ausweislich der Mini-Statistik eines Bostoner Forscherteams, die 2006 Kernspinaufnahmen (=MRT) von Trigeminus Neuropathikern gegen Gesunde veröffentlicht haben, ist die Postherpetische Neuralgie (= PHN) des Trigeminus mindestens doppelt, wenn nicht drei mal so häufig, wie die direkte Verletzung des Trigeminus.

Tatsächlich habe ich in meinem Patientenklientel genau eine Patientin, bei der nachweislich die Dauerschmerzen in linken Unterkiefer in der Stärke von VAS = 6 von 10 seit mehr als 12 Jahren (!) auf eine offensichtlich unsachgemße Extraktion eines unteren Weisheitszahns zurückgeführt werden kann. Die Mehrzahl meiner Neuropathie Patienten, genauer Patientinnen, haben keine Erinnerung an ein gewaltsames Geschehen wie eine Weisheitszahn-OP oder einen Unfall mit Bruch von Knochen im Gesicht etc.

Aus diesen Vorbemerkungen kann der geneigte Leser leicht ermitteln, dass ich diese Studie für erheblich  zu harmlos halte, was die Ausdehnung des Problems Neuropathie des Trigeminus in der Bevölkerung betrifft. Schließlich unterschlagen die „Experten“ hier alle durch den Virus Herpes verursachten Neuropathien (= Fachbezeichung: Post Herpetische Neuralgie PHN) des Trigeminus und dazu alle in der Ursache unklaren Fälle von Trigeminus Neuropathie.

2 Replies to “Mehrzahl der traumatischen Trigeminus Neuropathien durch Weisheitszahn OP verursacht”

  1. RE: Mehrzahl der traumatischen Trigeminus Neuropathien durch Weisheitszahn OP verursacht
    Schwachsinnige Studie ohne Aussagekraft.
    Die Neuropathie lag bereits vor und retrospetkive Ursachenforschung auf Traumata zu schieben ist völlig unhaltbar und aus der Luft gegriffen.
    Von den letzten 2500 Patienten nach 8er Ost aus den letzten vier Jahren gab es bei mir keinen einzigen mit neuropathischen Beschwerden postoperativ. Einzig Hypästhesien traten auf und ein Fall von gustatorischen Ausfall. Diese Beschwerden verschwanden nach 3 Monaten alle komplett. Daraus liße sich `ne super Gegenstudie machen.

  2. RE: Mehrzahl der traumatischen Trigeminus Neuropathien durch Weisheitszahn OP verursacht
    Hallo Kollege Markus, Sie haben nicht unrecht mit Ihrer Anmerkung. Ich vermute auch, dass diese Spanier entweder zuviele Murkser in der Pampa haben, die sich an Weisheitszähne drantrauen, die sie besser nicht anpacken sollten. Oder wissenschaftlich schlimmer/ für die Patienten besser: die Zahnkliniker in Valencia sind tatsächlich nicht in der Lage zu unterscheiden, was ist vom Weisheitszahn Ausgraben und was nicht. Viele Grüße Joachim Wagner

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