Lithium im Trinkwasser senkt die Selbstmord Rate

suicideBr J Psychiatry. 2011 May;198(5):346-50.

Lithium im Trinkwasser und Selbstmord Sterblichkeit.

Quelle

Medizinische Universität Wien, Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie, Währinger Gürtel 18-20, A-1090 Wien, Österreich.  nestor.kapusta@meduniwien.ac.at

Abstract

HINTERGRUND:
Es gibt einige Hinweise, dass die natürlichen Werte von Lithium im Trinkwasser  einen schützenden Effekt auf die Sterblichkeit von Selbstmordgefährdeten haben können.

ZIELE:
Es soll die Zuordnung zwischen der lokalen Lithium-Konzentration im Trinkwasser und der Selbstmord Sterblichkeit auf Bezirksebene in Österreich ermittelt werden.

METHODE:
Eine Österreich – bundesweite Stichprobe von 6460 Lithium-Messungen wurde für die Beziehung auf die Suizidraten pro 100.000 Einwohner und die standardisierten Selbstmord Sterblichkeitsraten in allen 99 österreichischen Bezirke untersucht. Multivariate Regressionsmodelle wurden für die sozioökonomische Faktoren errechnet, die die Selbstmord Sterblichkeit in Österreich bekanntermaßen beeinflussen (Bevölkerungsdichte, Pro-Kopf-Einkommen, Anteil der Katholiken, als auch die Verfügbarkeit der psychischen Gesundheit Dienstleister). Weiterhin wurden Sensitivitätsanalysen und gewichtete Kleinste Quadrat Regressionen verwendet, um die Standfestigkeit der Ergebnisse zu prüfen.

Ergebnisse:
Die allgemeine Suizidrate (R (2) = 0,15, ß = -0,39, t = -4,14??, p = 0,000073) sowie das Selbstmord Mortalitätsratio (R (2) = 0.17, ß = -0,41, t = -4,38 , P = 0.000030) waren umgekehrt mit der Lithium-Konzentration im Trinkwasser verbunden. Das Ergebnis blieb auch nach den Sensitivitätsanalysen und der Anpassung für die sozioökonomische Faktoren noch erhalten.

Schlussfolgerung:
Durch das Wiederholen und Ausbauen schon bekannter Studienergebnisse, liefert diese Studie deutliche Hinweise, dass Gebiete mit erhöhten natürlichen Lithium-Konzentrationen im Trinkwasser mit niedrigeren Selbstmord Sterberaten vergesellschaftet sind.

Meinungen zur Studie:

PMID:
21525518
[PubMed – indexed for MEDLINE]

Br J Psychiatry. 2011 May;198(5):346-50.

Lithium in drinking water and suicide mortality.

Source

Medical University of Vienna, Department for Psychoanalysis and Psychotherapy, Waehringer Guertel 18-20, A-1090 Vienna, Austria. nestor.kapusta@meduniwien.ac.at

Abstract

BACKGROUND:

There is some evidence that natural levels of lithium in drinking water may have a protective effect on suicide mortality.

AIMS:

To evaluate the association between local lithium levels in drinking water and suicide mortality at district level in Austria.

METHOD:

A nationwide sample of 6460 lithium measurements was examined for association with suicide rates per 100,000 population and suicide standardised mortality ratios across all 99 Austrian districts. Multivariate regression models were adjusted for well-known socioeconomic factors known to influence suicide mortality in Austria (population density, per capita income, proportion of Roman Catholics, as well as the availability of mental health service providers). Sensitivity analyses and weighted least squares regression were used to challenge the robustness of the results.

RESULTS:

The overall suicide rate (R(2) = 0.15, β = -0.39, t = -4.14, P = 0.000073) as well as the suicide mortality ratio (R(2) = 0.17, β = -0.41, t = -4.38, P = 0.000030) were inversely associated with lithium levels in drinking water and remained significant after sensitivity analyses and adjustment for socioeconomic factors.

CONCLUSIONS:

In replicating and extending previous results, this study provides strong evidence that geographic regions with higher natural lithium concentrations in drinking water are associated with lower suicide mortality rates.

PMID:
21525518
[PubMed – indexed for MEDLINE]

Kommentar

Darüber sollten unsere Chemiegegner einmal lange und gründlich nachdenken. Lithium ist  das drittprimitivste chemische Element nach Wasserstoff und Helium und hat soviel mit der chemischen Industrie zu tun, wie eine Kuh mit dem Klavierspielen. Einigen wir uns also darauf, dass das Zeug auf der Erde einfach vorkommt, so wie Wasser, Luft und Sand, nur dass es nicht gleichmäßig verteilt ist.

Und dieses Primitivatom macht in den Hirnen der Menschen systematische Änderungen. Zitat aus der Wikimedia Lithiumtherapie: „Lithium wird bereits seit der Mitte des 20. Jahrhunderts als Medikament in der Psychiatrie eingesetzt und ist deshalb in der Anwendung (Nebenwirkungen, Verträglichkeiten, Wechselwirkungen) sehr gut erforscht. Bei affektiven Störungen wie der Bipolaren Erkrankung oder Depressionen ist die Lithiumtherapie die einzige medikamentöse Behandlung, für die eine suizidverhütende Wirkung eindeutig nachgewiesen ist.[1]Lithiumsalze machen nicht körperlich abhängig und sind bei richtiger Dosierung indikationsbezogen ausreichend verträglich (s.a. Abschnitt Nebenwirkungen). “ Zitat Ende.

In der zitierten Studie geht es nicht um psychiatrische Patienten, sondern um die Allgemeinbevölkerung in Österreich. Da scheint es eine dosisabhängige Beziehung zwischen der Konzentration vom Lithium im Trinkwasser und der Gefährdung an Selbstmord zu sterben zu geben. Eine ähnliche Studie wurde davor über japanische Zahlen mit gleichem Ergebnis veröffentlicht.

Und jetzt wird es philosophisch. Darf man Menschen in Gebieten mit hohen Selbstmord Werten (z.B. ländliche Gebiete der Ex DDR, Weißrußland …) dieses Mittel verweigern? Schwer zu beantworten. Eines ist jedoch sicher: Das Wissen darüber darf niemand vorenthalten werden.


1. Kapusta ND, Mossaheb N, Etzersdorfer E, u. a. Lithium in drinking water and suicide mortality. Br J Psychiatry. 2011;198(5):346-350.

Kommentar verfassen