Erste Statistiken aus der DiaFragNeuroTrig

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Diagramm 1

Die Gesamtmenge der ersten 40 Ausfüller des Diagnostischen Fragebogens zur Neuropathie des Trigeminus (DiaFragNeuroTrig) von Zahnfilm.De scheint aus 2 Schmerzgruppen zu bestehen. Das jedenfalls legt die Grafik nahe, die unerwarteterweise keine Normalverteilung (= „Gauss’sche  Glocke“) zeigt, sondern zwei Gipfel aufweist. Eine Gruppe hat den Gipfel bei der Schmerzstärke 3 und die andere bei 6, dazwischen findet sich ein deutlicher Graben. Über die Gründe wird man sich Gedanken machen müssen.

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 Diagramm 2

Dass wir es bei den Teilnehmern des Fragebogens nicht mit Spaßvögeln zu tun haben, die zuviel Zeit haben und deshalb halbanonyme Fragebögen im Netz ausfüllen, das geht aus der Grafik 2 hervor. Zwei von drei Teilnehmern haben wegen ihrer Schmerzen bereits mindestens 2 und bis zu 4 Zahnmedizinern bzw. Spezialisten aufgesucht. Weitere 10% bis zu 8 Zahnmediziner und 5% noch mehr Kollegen hinzugezogen. Dahinter steckt richtiges Leid.

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 Diagramm 3

Auch völlig unerwartet ist dieses Ergebnis des Fragebogens. Die Kandidaten sollen den Schmerz aus einer 6-er Liste nach seiner stärksten Auswirkung sortieren. Konkret lautet die Frage: „Stellen Sie eine Reihenfolge auf vom schwersten Schmerzort zum geringsten“ und präsentiert werden dann alle Orte wie im Diagramm. 2 von 3 Teilnehmer entscheiden sich übereinstimmend für den Oberkiefer. Der Unterkiefer kommt viel weniger vor, nicht einmal 20% der Antworten entfallen darauf. Was auch auffällt: Das Ohr und das Kiefergelenk wurden hier auf eine Antwort gelegt und erhielten bisher von keinem einzigen Teilnehmer einen Bewertungspunkt.

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Das Geschlechtsverhältnis in der Untersuchung beträgt zur Zeit 14 Männer zu 26 Frauen

Besprechung

Für die, die das nicht einschätzen können: Zahnfilm.De ist meines (Joachim Wagner, Zahnarzt) Wissens die erste Institution, die einen halbwissenschaftlichen Fragenbogen zur Erfassung von Dauerschmerzen im Mund/Gesichtsbereich im Netz online hat. Dass ein solcher Fragebogen lange überfällig war, ist abzulesen an seiner Benutzungshäufigkeit. Nicht weniger als 40 nachweislich verschiedene Betroffene haben sich in der Zeit vom 12. April bis heute (28. April 2012) der Mühe unterzogen, die 20 Fragen zu beantworten.

Dabei kommen interessante Fakten zum Vorschein, von denen die oben 3 gezeigten einen Vorgeschmack geben.

Für die mitlesenden Kollegen habe ich folgende Fragen:

  • Warum kümmert sich eigentlich bei der DGZMK (= Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) niemand um solche – ganz offensichtlich nicht unwichtigen – Faktenerfassungen per Online-Fragebögen?
  • Im Zusammenhang mit der Recherche für den Diagnostischen Fragebogen zur Neuropathie des Trigeminus bin ich auf einen ähnlichen Fragebogen in schriftlicher Form von Prof. Dr. J. Türp gestoßen. Den kennen 99% aller zahnärztlichen Kollegen jedoch nicht. Warum nicht?
  • Kann es sein, dass die korrekte Faktenerfassung von chronischen Schmerzen im zahnmedizinischen Haus- und Hofbereich sowieso unbeliebt ist, so generell?

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