Die Spuren – Nazi Deutschland gab es wirklich

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spezialbunker2

Nazi Deutschland, also die Zeit des Dritten Reiches von 1933 bis 1945 – schlappe 12 Jahre – zeichnet sich dadurch aus, dass ungefähr 70% der gegenwärtig Lebenden in Deutschland nicht wirklich wissen, was damals war. Die über 55 Jährigen (meine, Joachim Wagner, Zahnarzt, Generation) erlebten ihre Schulzeit mehrheitlich als sorgfältig gereinigt von der braunen Horde.

gottow block nord 2Das soll heißen, dass die schuliche Kenntnisbildung spätestens 1918 (1. Weltkrieg) zu Ende ging. Der typische Schüler der Jahrgänge bis 1960 wusste besser Bescheid über die Abfolge der französichen Könige der Renaissance als über die Frage, ob der eigene  Vater eventuell bei einem Massaker von Juden und/oder Russen dabei war.

Aber auch die X-Generation, also die, die nach 1965 geboren sind, ist soviel besser nicht dran. Mangels eigener Erfahrung aus der Kriegszeit interessiert sich die Generation X logischerweise wenig für die „Uralt“ Zeit. Warum auch? Was die Opas und Omas damals verbrochen haben, wer will das wissen?

gottow block nord 1Dabei sind die Zeitzeugen noch immer zu sehen. Wenn man sich dafür interessiert. Gibt man z.B. bei flickr.com den Suchbegriff „Weltkrieg Deutschland“ ein, dann produziert der Yahoo Bilderdienst etwa auf der Suchseite 20 die Bilder, die hier abgelichtet sind. Der direkte Link zu den Bildern lautet http://www.untergrund-brandenburg.de

Besonder gründliche Leser werden bald ausgraben, dass es sich bei diesen Fotos um die Heeresversuchsstelle Kummersdorf-Gut, Abteilung Gottow  handelt, die bereits 1930, also 3 Jahre vor der braunen Pest, gegründet wurde. Dazu möchte ich anmerken, dass die Blütezeit der Anlage etwa 1939 – 1945 gelegen haben dürfte. Denn das Regime brauchte in der Zeit dringend Fortschritte in der Waffentechnik.  Im endgültig ausgebauten Zustand war die Anlage auch für nukleare Experimente des braunen Regimes zuständig.

Zitat aus dem Blog s.o.:

„Im Wald bei Kummersdorf-Gut, unweit der beiden großen Schießbahnen, befand sich die um 1930 entstandene Versuchsstelle Gottow der Abteilung Forschung des Heereswaffenamtes (HWA). Diese Abteilung war in 5 Unterabteilungen gegliedert, welche wiederum in Referate unterteilt wurden, beispielsweise in das Referat I a Atomphysik, das Referat I b Sprengphysik und Hohlladungen usw. Experimentiert wurde hauptsächlich mit neuen Waffenentwicklungen wie Raketentriebwerken, Granatwerfern, Gewehren, weiter auf dem Gebiet der Elektronik, Schall und Akustik und mit verschiedenen Chemikalien.
Die bekanntesten Experimente und Entwicklungen der Versuchsstelle waren zum einen der unter hoher Beteiligung Wolfram Eschenbachs entwickelte N-Stoff, einer aggressiven, anorganische Fluorverbindung, welche selbst schwer entflammbare Stoffe in Brand setzen konnte und für den wenig später eine eigene, riesige unterirdische Produktionsfabrik bei Falkenhagen errichtet wurde. Zum anderen sind die Experimente Kurt Diebners an der Entwicklung einer „Uranmaschine“ zu nennen, in 3 Versuchsreihen (den Versuchen G I bis G III) versuchte er mit seinem Team, einen lauffähigen Nuklearreaktor mit Hilfe einer Neutronenquelle und Würfeln aus Natururan zu errichten, was ihm allerdings bis zum Kriegsende nicht gelang.“

Zitat Ende

 Wozu ich das schreibe?

Ich könnte jetzt einen langen Riemen verfassen über das Nazi-Deutschland der Kriegsjahre, das sich auch mit Hilfe der Versuchsanstalt Gottow Zugriff auf nukleare Kampfmittel zu verschaffen sucht. Gottseidank war die Hitlerei dafür zu unintelligent, im Gegensatz zu den US-Amerikanern mit ihrem Projekt Manhattan.

Darum geht es aber nicht. Der geneigte Leser möge sich vielmehr bemühen um :

  • Die „unbedeutenden“ Details der nationalsozialistischen Zeit zur Kenntnis zu nehmen
  • Unpolitische Menschen dafür zu begeistern, sich Geschichte vor Ort anzuschauen.
  • Sich für Sekunden und Minuten in eine Zeit zurückzuversetzen, die wir heute ganz schlecht verstehen können und/oder wollen.

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