Cannabis hilft gegen neuropathische Trigeminus Schmerzen

cannabSynthetische Cannabinoide dämpfen Schmerzfehlempfindungen und Überempfindlichkeit in einem Rattenmodell von trigeminalen neuropathischen Schmerzen

  • a Department of Pharmacology, College of Medicine, National Cheng Kung University, Tainan 701, Taiwan
  • b Institute of Basic Medical Sciences, College of Medicine, National Cheng Kung University, Tainan 701, Taiwan
  • c Center for Gene Regulation and Signal Transduction Research, National Cheng Kung University, Tainan 701, Taiwan

 


Zusammenfassung

Die Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung von anfallsartigen und stark behindernden Gesichtsschmerz und stellt weiterhin eine echte therapeutische Herausforderung dar. Derzeit sind nur wenige wirksame Medikamente bekannt. Hier haben wir die Wirkungen des synthetischen Cannabinoid WIN 55,212-2 auf das mechanische Fehlempfindungen und die thermische Überempfindlichkeit in einem Rattenmodell von  neuropathischen Schmerzen des Trigeminus erforscht, die durch eine chronische Verengungs Verletzung (CCI) des infraorbitalen Zweigs des Trigeminus (ION) hervorgerufen werden.

Bezogen auf die Kontroll Ratten mit einer Scheinoperation zeigten alle Ratten mit der CCI-ION übereinstimmend eine Überempfindlichkeit beim Berühren mit „von Frey Filamenten“ und der Wärme Stimulation der Außenbacken. Die mechanische Überempindlichkeit und die thermische Hyperalgesie kann sowohl auf der verletzten als auch der gegenüberliegenden Seite beobachtet werden, ist aber wesentlich deutlicher auf der verletzten.

Die Verabreichung von WIN 55,212-2 (0,3-5 mg / kg ip (= in den Bauch))  erhöhte dosisabhängig die mechanischen und thermischen Wegzuckschwellen. WIN 55,212-2 (0,3-3 mg / kg ip) verursachte keine nennenswerten motorischen Störungen bei den Tieren mit dem Rotarod-Test. Die Wirkung von WIN 55,212-2 wurde vom Cannabinoid-CB1-Rezeptor-Agonist HU 210 nachgeahmt und wurde von dem CB1-Rezeptor-Antagonist AM 251 gestört, nicht jedoch durch den CB2-Rezeptor-Antagonist AM 630 oder den Vanilloid-Rezeptor 1 Antagonisten Capsazepin, was auf die Beteiligung von CB1-Rezeptoren hinweist.

Die CCI-induzierter ION (= 2. Trigeminusast Neuropathie) führt auch zu einer zeitabhängigen Hochregulation von CB1-Rezeptoren auf oberflächlichen Schichten des unteren Trigeminuskerns im verlängerten Rückenmark auf der verletzten Seite, was durch den Western-Blot und die Immunhistochemie bewiesen wurde. Zusammengenommen legen diese Ergebnisse nahe, dass Cannabinoide einen sinnvollen therapeutischen Ansatz für die klinische Behandlung von neuropathischen Schmerzen des Trigeminus ergeben könnten.

Schlüsselwörter

    Cannabinoide;
    CB1-Rezeptor;
    Neuropathische Schmerzen des Trigeminus;
    Hyperalgesie;
    Allodynie;
    Chronische Verengung Verletzung (CCI)

 


 

The synthetic cannabinoids attenuate allodynia and hyperalgesia in a rat model of trigeminal neuropathic pain

  • a Department of Pharmacology, College of Medicine, National Cheng Kung University, Tainan 701, Taiwan
  • b Institute of Basic Medical Sciences, College of Medicine, National Cheng Kung University, Tainan 701, Taiwan
  • c Center for Gene Regulation and Signal Transduction Research, National Cheng Kung University, Tainan 701, Taiwan

 


Abstract

Trigeminal neuralgia is a disorder of paroxysmal and severely disabling facial pain and continues to be a real therapeutic challenge. At present there are few effective drugs. Here we have evaluated the effects of the synthetic cannabinoid WIN 55,212-2 on mechanical allodynia and thermal hyperalgesia in a rat model of trigeminal neuropathic pain produced by a chronic constriction injury (CCI) of the infraorbital branch of the trigeminal nerve (ION). Relative to sham operation controls, rats with the CCI-ION consistently displayed hyperresponsiveness to von Frey filament and heat stimulation of the vibrissal pad. Both mechanical allodynia and thermal hyperalgesia are seen both ipsilateral and contralateral to the side of nerve injury, but is significantly more severe ipsilaterally. Administration of WIN 55,212-2 (0.3–5 mg/kg i.p.) dose-dependently increased the mechanical and heat withdrawal thresholds. WIN 55,212-2 (0.3–3 mg/kg i.p.) produced no significant motor deficits in animals using the rotarod test. The effect of WIN 55,212-2 was mimicked by cannabinoid CB1 receptor agonist HU 210 and was antagonized by CB1 receptor antagonist AM 251, but not by CB2 receptor antagonist AM 630 or vanilloid receptor 1 antagonist capsazepine, suggesting the involvement of CB1 receptors. CCI-ION also induced a time-dependent upregulation of CB1 receptors primarily within the ipsilateral superficial laminae of the trigeminal caudal nucleus revealed by both Western blot and immunohistochemistry. Taken together, these results suggest that cannabinoids may be a useful therapeutic approach for the clinical management of trigeminal neuropathic pain disorders.

Keywords

  • Cannabinoids;
  • CB1 receptor;
  • Trigeminal neuropathic pain;
  • Hyperalgesia;
  • Allodynia;
  • Chronic constriction injury (CCI)

 


 

Kommentar

 

Bevor sich die hier lesenden Patienten zu früh freuen. Erstens ist Cannabis nach wie vor eine Substanz, die unter das Betäubungsmittelgesetz (BTM-G) fällt und dementsprechend NICHT frei gehandelt werden darf. Übrigens können selbst Apotheker nach Vorlage eines BTM-Rezepts kaum mit der Substanz dienen, weil es fast keine Präparate gibt. Ich scherze nicht.

Und zweitens ist es voreilig, von Experimenten an Ratten auf Menschen zu schließen. Was wir hier vorliegen haben, nennt sich „Proof of concept“. Das soll heißen, dass Cannabis grundsätzlich als Mittel in Frage kommt, weil es bei der Ratte dosisabhängig die Schmerzen dämpft.

Soweit ich es überblicke, gibt es dazu noch keine Erkenntnisse am Menschen. Tipp: Probieren geht über studieren. Wenn ich neuropathische Schmerzen des Trigeminus über 4 von 10 hätte, würde ich mir umgehend Gras oder Dope besorgen und eine große Tüte bauen. Für die Nichtraucher gibt es auch mehr oder weniger gräßlich schmeckende Plätzchen Rezepte.

 

 

 

Liang, Ying-Ching, Chiung-Chun Huang, und Kuei-Sen Hsu. „The synthetic cannabinoids attenuate allodynia and hyperalgesia in a rat model of trigeminal neuropathic pain“. Neuropharmacology 53, Nr. 1 (Juli 2007): 169–177. doi:10.1016/j.neuropharm.2007.04.019.

One Reply to “Cannabis hilft gegen neuropathische Trigeminus Schmerzen”

  1. Dope
    Hallo Herr Wagner,
    kann Ihren Tip mit der Tüte nur wärmstens weiterempfehlen. 😉
    Habe sachkundige Patienten, die mir über die angenehm schmerzlindernde Wirkung bereits vor längerer Zeit berichteten.

    Außerdem danke für diese tolle, lesenswerte Internetseite!

    Viele Grüsse
    R.Wierichs

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