TMD (CMD) und Trigeminus Neuropathie sind 2 grundverschiedene Krankheiten

J Pain. 2013 May 16. pii: S1526-5900(13)00935-8. doi: 10.1016/j.jpain.2013.02.014. [Epub ahead of print]

Trigeminus-Nerv Anatomie bei neuropathischen und nichtneuropathischen orofazialen Schmerzpatienten.

Source

Institut für Anatomie und Histologie, University of Sydney, Sydney, New South Wales, Australien.

Zusammenfassung

Die Trigeminusneuralgie, die Trigeminus-Neuropathie und schmerzhafte Störungen in der Gegend des Kiefergelenks (TMDs) sind alle chronische Gesichtsschmerzen, von denen man annimmt, dass sie grundverschiedene Ursachen haben. Bei der Trigeminusneuralgie und Neuropathie wird vermutet, dass sie durch Beschädigungen oder Druck auf den Trigeminus entstehen, während die TMD in erster Linie durch die Aktivierung von peripheren Schmerzempfängern ausgelöst wird.

Diese Studie versucht, das Volumen und die Mikrostruktur des Trigeminus unter diesen 3 Bedingungen zu beurteilen. In 9 Fänne von Neuralgie, 18 von Neuropathie, 20 von TMD und 26 gesunden Kontrollpersonen wurde die Trigeminuswurzel Eingangszone per hochauflösenden T1-gewichteten Magnetresonanz-Bilder aufgezeichnet und das Volumen (in mm3) berechnet. Zusätzlich wurden durch Diffusion Tensor-Bilder (DTI), die mittlere Diffusivität und fraktionierte Anisotropie Werte der Trigeminus Wurzel ausgewertet.

Trigeminusneuralgie Patienten zeigten einen signifikanten (47%) Rückgang des Nerv Volumens, aber keine Änderung in den DTI-Werten. Umgekehrt erscheint bei Trigeminus Neuropathie Probanden ein signifikanter (40%) Anstieg des Nerv Volumen aber  keine Änderung in dem DTI-Wert. Im Gegensatz dazu zeigen TMD Probanden keine Veränderung im Volumen des Trigeminus noch der DTI Werte.

 Die Daten deuten darauf hin, dass die Änderungen innerhalb des Trigeminus nicht einheitlich bei allen orofazialen Schmerzen Bedingungen verlaufen. Diese strukturellen und Volumen Änderungen könnten Auswirkungen auf die Diagnose und Behandlung von verschiedenen Formen der chronischen orofazialen Schmerzen haben.
 
 PERSPEKTIVE: Die Studie zeigt, dass neuropathische Gesichtsschmerzen mit Veränderungen im Trigeminus Volumen verbunden sind, während nichtneuropathische Gesichtsschmerzen keine Änderung des Nervvolumens zugeordnet ist.

Copyright © 2013 American Pain Society. Veröffentlicht von Elsevier Inc. Alle Rechte vorbehalten.

PMID:
23685183
[PubMed – as supplied by publisher]

 

J Pain. 2013 May 16. pii: S1526-5900(13)00935-8. doi: 10.1016/j.jpain.2013.02.014. [Epub ahead of print]

Trigeminal Nerve Anatomy in Neuropathic and Nonneuropathic Orofacial Pain Patients.

Source

Department of Anatomy and Histology, University of Sydney, Sydney, New South Wales, Australia.

Abstract

Trigeminal neuralgia, painful trigeminal neuropathy, and painful temporomandibular disorders (TMDs) are chronic orofacial pain conditions that are thought to have fundamentally different etiologies. Trigeminal neuralgia and neuropathy are thought to arise from damage or pressure on the trigeminal nerve, whereas TMD results primarily from peripheral nociceptor activation. This study sought to assess the volume and microstructure of the trigeminal nerve in these 3 conditions. In 9 neuralgia, 18 neuropathy, 20 TMD, and 26 healthy controls, the trigeminal root entry zone was selected on high-resolution T1-weighted magnetic resonance images and the volume (mm3) calculated. Additionally, using diffusion-tensor images (DTIs), the mean diffusivity and fractional anisotropy values of the trigeminal nerve root were calculated. Trigeminal neuralgia patients displayed a significant (47%) decrease in nerve volume but no change in DTI values. Conversely, trigeminal neuropathy subjects displayed a significant (40%) increase in nerve volume but again no change in DTI values. In contrast, TMD subjects displayed no change in volume or DTI values. The data suggest that the changes occurring within the trigeminal nerve are not uniform in all orofacial pain conditions. These structural and volume changes may have implications in diagnosis and management of different forms of chronic orofacial pain. PERSPECTIVE: This study reveals that neuropathic orofacial pain conditions are associated with changes in trigeminal nerve volume, whereas nonneuropathic orofacial pain is not associated with any change in nerve volume.

Copyright © 2013 American Pain Society. Published by Elsevier Inc. All rights reserved.

 


 

 

Kommentar

Diese frische wissenschaftliche Arbeit aus Australien hat eine enorme Bedeutung für die zahnärztliche Praxis. Sie sagt, dass TMD (CMD) und die Neuropathie des Trigeminus garantiert zwei verschiedene Krankheiten sind. Denn durch eine bestimmte Darstellungstechnik im MRT läßt sich die Trigeminus Neuropathie einwandfrei von der TMD unterscheiden. Hier auf Zahnfilm.DE wurde schon häufiger dargestellt, wie sich die beiden Krankheiten unterscheiden. Nun haben wir es schwarz auf weiß, sozusagen.

Kürzlich las ich in einer Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes über TMD (CMD) von Prof. Dr. Jens Türp den Eingangssatz: „TMD sei die wichtigste chronische Schmerzerkrankung im Bereich des Gesichtsschädels“. Das kann ich jedoch so nicht stehen lassen. Sicherlich „erfreut“ sich die TMD (in Deutschland noch hartnäckig CMD genannt) einer intensiven Beackerung durch Fortbildungsseminare und einseitigem Dauerfeuer der einschlägigen CMD Industrie. Dazu nur das Stichwort: DROS Schiene.

Von der nackten Existenz der Erkrankung „Trigeminus Neuropathie“ ahnen dagegen lockere 2 Drittel aller Zahnmediziner genau genommen nichts. Und das, obwohl in meinem Laden eher 3 als 2  Neuropathiker jede Woche aufschlagen. Da sind wir ja froh, dass die kleine Leverkusener Insel mit Neuropathikern wenigstens in Australien weitere Fälle vorweisen kann. Sonst könnte man glatt meinen, der Zahnarzt Joachim Wagner denkt sich das alles nur aus.

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